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  • » Texte für den FALTER » Florian Klenks Erkundungen «
    ließ die Innenministerin ausrichten dass sie auch weiter ein Recht haben werden bei ihrem Vater in Österreich zu leben Recht muss Recht bleiben Das war immer unser Motto Das Innenministerium ist ein Haus der Menschenrechte der Sicherheit und der Menschlichkeit dafür stehe ich als Politikerin schloss Mikl Leitner Kategorien Texte für den FALTER Tags 21 Mai 2012 Niemand hat sich bei mir entschuldigt Keine Kommentare Er träumte vom Paradies und wurde von vier Wiener Polizisten gefoltert Zum ersten Mal spricht der Afrikaner Bakary J über das Leben nach der Folter mit Nina Horaczek für den Falter Ein klappriger Ford biegt um die Ecke darin sitzt der Afrikaner Bakary J Steigen Sie ein sagt er und fährt den Wagen in eine Gemeindebausiedlung am Rande Wiens Der 38 Jährige lebt in Simmering im Herzen des roten Wien Vor der Wohnanlage blüht der Flieder die Sozialbauten sind gepflegt In einem rosa Kinderzimmer lebt seine neunjährige Tochter daneben sein zwölfjähriger Sohn beide sind in Wien auf die Welt gekommen An den Wänden der Wohnung hängen Hochzeitsfotos aus Gambia daneben das Bild eines Elefanten Es ist wie im Dorf hier sagt Bakary J er wirkt als wäre er irgendwie doch heimisch geworden Dabei will ihn der Staat hier gar nicht sehen Seine Kinder haben kein Recht auf ihren Vater Bakary J hat ein Aufenthaltsverbot weil er vor etwa zehn Jahren wegen Drogenbesitzes verurteilt wurde und 15 Monate im Gefängnis saß Als Polizisten ihn 2006 abschieben wollten die Abschiebung aber abbrechen mussten folterten sie ihn in einer Lagerhalle Der Falter brachte den Skandal damals ans Licht Obwohl sie dem Afrikaner die Schädelknochen brachen wurden die Beamten zu milden acht Monaten auf Bewährung verurteilt Erst vergangenen Monat wurden drei der vier Polizisten entlassen Eine Disziplinaroberkommission im Bundeskanzleramt genannt barmherzige Brüder hatte sie gedeckt siehe Falter 12 12 Eine Schande nannte Wiens Polizeipräsident Gerhard Pürstl den Fall Die Polizisten wurden entlassen aber bei Bakary J hat sich kein Innenminister entschuldigt Er ist ein Drogendealer sagte die mittlerweile verstorbene Innenministerin Liese Prokop ÖVP Seit über sechs Jahren wartet Bakary J auf eine Geste des Staates Er will hierbleiben Bei seiner Familie bei seinen Kindern Seine Ehefrau Michaela ist auch beim Interview dabei spricht gemeinsam mit ihrem Mann über ihre unsichere Situation Es ist das erste Mal dass Bakary J öffentlich über seinen ambivalenten Fall spricht Es ist das Schicksal eines Auswanderers Es ist keine Heldengeschichte sondern die widersprüchliche Vita eines Mannes der das Paradies suchte Gefängnis und Folter erlebte und auf ein glückliches Ende seiner Odyssee hofft Falter Wo wollen wir Ihre Geschichte beginnen In Ihrer Heimat Gambia Bakary J Gerne Ich wurde 1973 in Jambur geboren einem kleinen Dorf 18 Kilometer von der Hauptstadt Banjul entfernt Wir waren eine große Familie Großeltern Eltern Kinder Onkel und Tanten lebten bei uns alle gemeinsam Meine Mutter schenkte sieben Kindern das Leben und die zweite Frau meines Vaters hat noch einmal so viele Waren Ihre Eltern arm Bakary J Nein Wir waren nicht reich aber wir hatten immer genug niemand musste hungern Meine Eltern sind Bauern Die Männer bauen Erdnüsse an die Frauen Reis Wir Kinder haben auch immer zeitig in der Früh die Felder gegossen und nach der Schule mitgeholfen Ihre Eltern schickten Sie zur Schule Bakary J Ich war ein ausgezeichneter Schüler Deshalb habe ich ein Stipendium für eine der besten Schulen des Landes gekriegt Ich wollte Lehrer werden Doch daraus wurde nichts Ich bin stattdessen in den Staatsdienst gegangen habe für den Secret Service am Flughafen Banjul gearbeitet Warum haben Sie ihre Heimat verlassen Bakary J 1994 putschte in Gambia das Militär Ich setzte keine Hoffnung mehr in mein Land und wanderte in den Senegal aus Ich wollte weg nach Europa Damals war es noch leicht aus Afrika wegzukommen Ich bezahlte 300 Dollar und schon hat uns ein Schiff nach Italien mitgenommen Sie waren einer dieser Flüchtlinge die auf klapprigen Booten ausreisten Bakary J Nein Ich reiste auf einem Containerschiff Wir hatten sogar eigene Kabinen zum Schlafen Nach ein paar Tagen sind wir in Genua von Bord gegangen Die italienischen Zöllner dachten wir gehörten zur Crew und haben uns nicht kontrolliert Was dachten Sie als Sie in Italien ankamen Bakary J Ich träumte ja vom Paradies Doch ich bin den ganzen Tag in Genua herumgeirrt Schließlich habe ich einen Senegalesen getroffen der schon länger in Italien war Er sagte Steig in den Zug fahr nach Graz In Italien kriegst du gar nichts Ich nahm den Zug und als der Zöllner kam versteckte ich mich im Abteil unter dem Bett und wartete So gelangte ich 1997 nach Graz Dort stellte ich einen Asylantrag Was haben Sie hier erwartet Bakary J Wir dachten dass man uns hier willkommen heißen wird Dass wir auf dem Kontinent der Menschenrechte sein werden Dass man sich um uns kümmern wird Dass wir arbeiten können und Geld verdienen vielleicht sogar eine Familie gründen Doch zunächst musste ich in Graz in einem Obdachlosenheim schlafen Morgens wurden wir rausgeschmissen abends durften wir wieder hinein Den ganzen Tag lungerten wir auf der Straße herum Ich habe versucht Österreicher kennenzulernen aber die meisten waren abweisend Wenn Sie als Fremder nach Gambia kommen möchte jeder Sie sofort kennenlernen jeder würde Sie begrüßen und mit Ihnen plaudern 1997 bin ich zurück nach Gambia Warum Bakary J Es gab eine große Amnestie die Regierung versprach einen Neubeginn im Land Ich habe mir gedacht das wäre auch für mich eine Chance Aber kurz vor meiner Rückkehr hatte ich noch eine Affäre Es war nur eine Nacht aber sie änderte mein Leben Diese Frau sitzt jetzt neben mir Sie wurde meine Frau Michaela J Ich habe ihn einige Wochen nach unserem Pantscherl in Gambia angerufen und ihm gesagt dass ich schwanger bin Bakary J Deswegen bin ich wieder nach Wien zurück Eine Bekannte von uns hat damals für mich gebürgt damit ich bei der Geburt meines Sohnes hier sein konnte Nach wenigen Monaten musste ich aber wieder ausreisen Michaela J Wir haben uns das nicht vorstellen können eine Familie zu sein Aber wir haben uns gemeinsam um unser Baby gekümmert und uns dabei ineinander verliebt Wir haben geheiratet und drei Jahre später kam unsere Tochter zur Welt Ein weniger schönes Thema in Ihrem Leben sind Ihre Verhaftungen wegen Drogenhandels Bakary J Zum ersten Mal kam ich 1997 einen Monat in Untersuchungshaft und erhielt eine Vorstrafe Im Jahr 2001 wurde ich noch einmal verhaftet und saß sieben Monate in Untersuchungshaft Dann stellte sich heraus dass eine Verwechslung vorlag und ich unschuldig war und ich wurde sofort aus der Haft entlassen Viele Afrikaner dealten auf Wiens Straßen mit Drogen War das eine Mafia wie die Polizei und der Boulevard damals beteuerte Bakary J Ich glaube nicht dass die Leute durch den Drogenhandel reich wurden Die Situation in der sich viele von uns befanden ließ sie zu Dealern werden Stellen Sie sich vor es ist Winter es ist eiskalt und man hat keinen Schlafplatz nichts zu essen kein Geld und keine Möglichkeit zu arbeiten Heute sehen Sie weniger dealende Afrikaner Warum Weil die meisten einen Job haben Entweder hier oder sie sind weitergezogen nach England oder Amerika Einige Jahre später mussten Sie erneut ins Gefängnis Sie sollen im großen Stil gedealt haben und erhielten zwei Jahre Haft Bakary J Ich habe immer ganz legal gearbeitet zuerst als Botenfahrer dann als Marktfahrer Nebenbei habe ich Containertransporte nach Afrika organisiert Ein einzelnes Paket hinunterzuschicken ist wahnsinnig teuer Deswegen organisieren Afrikaner in Wien gemeinsam Container und teilen sich die Transportkosten Die Leute haben ihre Sachen zu mir gebracht und ich habe alles organisiert Damals hat ein Typ einen kleinen Koffer vorbeigebracht und gesagt er will den nach Afrika schicken Michaela J Für mich brach die Welt zusammen Damals standen zehn Polizisten vor der Tür Ich hab sie reingelassen und war noch ein bisschen goschert weil ich sicher war dass die nichts finden werden Dann knallte mir die Polizei die Drogen auf den Tisch Und ich dachte mein ganzes Leben bricht zusammen Bakary J Der Richter hat mich wegen Drogenbesitzes zu zwei Jahren Haft verurteilt 15 Monate saß ich ab Damals kam mein Sohn in die Schule Wir haben versucht dass das Leben für unsere Kinder trotz der Haft möglichst normal weitergeht Jedes zweite Wochenende wenn ich Ausgang hatte habe ich am Freitag mit meiner Frau unseren Sohn vom Hort abgeholt Ihre Familie zerbrach nicht das ist ungewöhnlich Michaela J Als Bakary in der Untersuchungshaft saß bin ich sogar mit den Scheidungspapieren hinmarschiert Wir waren durch eine Scheibe im Besucherraum getrennt Da habe ich dem Wärter gesagt er soll meinem Mann die Scheidungspapiere geben Aber der Wärter sagte ich soll meine Papierln nehmen und gehen Danach habe ich mich beruhigt und gedacht ich rede noch einmal mit ihm Bakary war immer ein guter Ehemann und ein toller Vater Es gibt so viele Männer die sich nicht um ihre Kinder kümmern So war er nie Ich hielt ihm die Treue Es folgte der 7 April 2006 ein Datum das heute noch den Polizeipräsidenten beschäftigt Bakary J Wenige Tage zuvor am 31 März brachten mich Polizisten von der Justizanstalt in die Schubhaft Die Behörden erklärten meine Ehe sei zerrüttet deshalb werde ich abgeschoben Michaela J Ich stand damals mit unserer dreijährigen Tochter vor dem Gefängnistor Bakary und ich haben am Vortag noch ausgemacht dass ich ihn mit der Kleinen abhole Nach einer Stunde kam ein Beamter zu mir und sagte ich brauch nicht zu warten mein Mann ist in Wien in Schubhaft Bakary J Dort war ich eine Woche Am 7 April wurde ich ohne Vorankündigung zeitig in der Früh geweckt Drei Polizisten fuhren mit mir zum Flughafen Sie begleiteten mich zum Flieger und ich sagte zum Kapitän Ich habe eine Frau und zwei Kinder in Österreich und konnte mich nicht einmal verabschieden Der Pilot weigerte sich mich an Bord zu nehmen Die Polizisten haben mich ins Polizeiauto gesetzt und sind losgefahren Der Polizist neben mir sagte Du Motherfucker bist ein toter Mann Wir haben den Befehl dich zu töten Hatten Sie Angst Bakary J Nein ich dachte der spinnt und will mir Angst einjagen Dann haben sie begonnen auf Wienerisch zu reden und dauernd telefoniert Wir sind dann bei der Simmeringer Haide abgefahren und von dort weiter bis vor das Lusthaus im Prater Dort schrie der Fahrer aggressiv ins Telefon Wir haben keine Zeit und Wo bist du brüllte er Dann fuhren sie zur Wehlistraße in die Lagerhalle Dort bekam ich zum ersten Mal Angst Dort wartete wie das Gericht später feststellte bereits ein vierter Beamter Bakary J Er hatte das Tor aufgesperrt Die Halle war so unglaublich riesig da gab es sogar Schienen für Züge so groß war die Der Boden war aus Beton und total staubig die Decke aus Glas Ich war im Polizeibus eingesperrt die Polizisten waren alle verschwunden Nach fast zehn Minuten kamen sie zurück Sie trugen dicke Handschuhe und Sturmmasken Nur der Fahrer der hatte seine Maske nicht über das Gesicht gezogen Einer der Polizisten öffnete die Autotür und sagte Kennst du Hitler Ich sagte Nein aber ich habe gehört er hat sechs Millionen Juden getötet Darauf sagte der Polizist Du bist die Nummer sechs Millionen und eins Ich hasse Schwarze und Juden Er riss mich an der Hand aus dem Wagen Ich kniete vor den Polizisten ich bettelte um mein Leben Ich bat sie mich zu verschonen Aber sie sagten Nein Niemals Dann kamen die Schläge und die Tritte von überall von allen Seiten Sie prügelten so lange auf mich ein bis ich flach am Boden lag Sie zogen ihre Pistolen und sagten Schließ deine Augen und sprich dein letztes Gebet Ich musste mich hinknien Ich sah wie einer mit dem Auto auf mich zufährt Dann wurde ich bewusstlos Das Gericht wird später von Scheinexekutionen sprechen Die Beamten gestanden all das was Sie hier erzählen Sogar dass man Sie mit dem Auto angefahren und dabei schwer verletzt hatte Aber was danach geschah ist nahezu unbekannt Bakary J Als ich wieder zu mir kam lag ich auf dem Boden und die Polizisten sprachen miteinander Nur der vierte Polizist hat nicht geschlagen der stand etwas abseits und hat zugesehen Dieser Polizist ist bis heute im Polizeidienst Bakary J Ich verstehe das nicht Er hatte die Halle aufgesperrt er hatte den anderen die Möglichkeit gegeben mich zu foltern ja er hatte sogar einen Obdachlosen der in dieser Halle wohnte fortgeschickt Dieser Polizist war genauso schuldig Auch das Gericht sah es so Was ist dann passiert Bakary J Die Polizisten trugen mich in den Polizeibus und einer sagte zum Fahrer Fahr schneller besser er stirbt im Spital Sie brachten mich in die Notaufnahme des AKH Ich weinte vor Schmerz Ich bekam eine Halskrause und Medikamente Als wir zurück in die Schubhaft fuhren schnappte mich ein Polizist am Genick riss mir die Halskrause herunter und warf sie aus dem Fenster Im Schubhaftgefängnis traten mich die Wärter und Polizisten die Stufen hinauf Ich kam in eine Einzelzelle Da gab es ein Bett aus Beton das WC war in den Boden eingelassen alle Fenster waren zu und das Licht brannte 24 Stunden Die sogenannte Absonderungszelle Bakary J Ja Eine Woche wurde ich dort eingesperrt Erst als Manfred Nowak der damalige UN Sonderberichterstatter für Folter von Amnesty International über meinen Fall informiert wurde und mich in der Schubhaft besuchte kam ich in eine normale Zelle Wurden Sie in der Schubhaft medizinisch behandelt Bakary J Der Polizeiarzt sagte zu mir Du hast Polizisten geschlagen Du kriegst keine Medizin Die Polizisten die mich gefoltert hatten haben ja behauptet ich hätte versucht zu fliehen und sie geschlagen Die prügelnden Polizisten waren übrigens immer dabei wenn mich der Amtsarzt untersuchte Sie brachten eine Falschanzeige wegen Körperverletzung und Widerstands gegen die Staatsgewalt gegen mich ein Alle hielten zusammen Meine Frau durfte ich nicht anrufen Michaela J Ich wusste gar nicht was los war Ich hatte ja nur gehört dass er im Flugzeug nach Gambia war Als wir am Abend in Gambia anriefen hieß es dort sei er nicht angekommen Ich bin dann auf Verdacht in die Schubhaft gefahren Dort habe ich meinen Mann mit total zugeschwollenem Gesicht vorgefunden Die Kinder waren schockiert als sie ihren Papa so sahen Ich habe dann schnell mit dem Handy Fotos von seinem Gesicht gemacht und den Anwalt informiert Es sind die Fotos die später überall gedruckt wurden Bakary J Es gibt noch viel schlimmere im Akt Es dauerte zweieinhalb Monate bis die Ärzte endlich feststellten dass meine Schädelknochen gebrochen waren Endlich traf ich auf einen guten Arzt im Allgemeinen Krankenhaus Er war der Erste der die Polizisten aus dem Untersuchungsraum schmiss und eine Computertomografie von meinem Kopf anordnete Die Knochen in der Stirnhöhle der Augenhöhle und das Jochbein waren gebrochen Der Arzt sagte mir ich hätte großes Glück gehabt Hätten sich die Schädelknochen auch nur wenige Millimeter verschoben wäre ich tot gewesen Wurden Sie für Ihre Schmerzen und die Verletzungen entschädigt Bakary J Nein ich habe keinen Cent bekommen Nicht einmal die Therapiekosten hat der Staat ersetzt Im Gegenteil meine Therapeutin unterstützt uns auch noch Sie hilft uns aus damit wir überleben können Ich darf ja noch immer nicht arbeiten also muss die ganze Familie von dem Teilzeitgehalt meiner Frau leben Bis heute habe ich kein Visum Michaela J Es zehrt an den Nerven dass ich seit sechs Jahren nicht weiß ob mein Mann hier leben darf Wir können nicht einmal auf Urlaub fahren Letzten Sommer war ich mit den Kindern ein paar Tage in Kroatien Der Papa blieb alleine zu Hause Warum Bakary J Wenn ich ausreise lässt man mich nicht mehr zurück nach Österreich Es war ein dreistündiges Gespräch auch über das Systemversagen die Kameraderie und das Wegschauen Bakary J rang mit Tränen immer wieder unterbrachen wir das Interview Der von den Nazis gefolterte Schriftsteller Jean Améry kommt einem in den Sinn Ich weiß also nicht ob die Menschenwürde verliert wer von Polizeileuten geprügelt wird Doch ich bin sicher dass er schon mit dem ersten Schlag der auf ihn niedergeht etwas einbüßt was wir vielleicht vorläufig das Weltvertrauen nennen wollen Wer der Folter erlag kann nicht mehr heimisch werden in der Welt Nach dem Gespräch startet er seinen kFord und fährt seine Gäste zurück zur U Bahnstation Ob er heute sechs Jahre nach den Folterungen Angst vor der Polizei hat Er sagt Das letzte Mal als ein Polizist meinen Führerschein kontrollierte sagte er nur zu seinem Kollegen Lass den in Frieden Zur Person Bakary J wurde 1973 in Gambia geboren und kam 1997 nach Österreich 2006 brachten vier Polizisten den Afrikaner in eine verlassene Lagerhalle und folterten ihn Mit dem Falter spricht er erstmals ausführlich über sein Leben in Afrika die traumatischen Erlebnisse im April 2006 und seine Angst aus Österreich abgeschoben zu werden und seine Familie zu verlieren Ehepaar Michaela und Bakary J Nach der Folter die Verbannung Der Falter berichtete zum ersten Mal im April 2006 über den von Polizisten gefolterten Schubhäftling Falter 16 2006 War Bakary J der Erste der misshandelt wurde oder nur der Erste der sich wehrte fragte Amnesty International Chef Heinz Patzelt damals Im September 2006 wurden drei der Polizeibeamten wegen Quälens eines Gefangenen zu acht Monaten auf Bewährung verurteilt der vierte sechs Monate auf Bewährung Die verurteilten Polizisten wurden von ihren Kollegen mit Geld aus dem Sozialfonds der Polizei Sondereinheit WEGA unterstützt Der Staatsanwalt verzichtete auf eine Berufung gegen das milde Urteil Der damalige Sprecher der Anklagebehörde Gerhard Jarosch nannte das eine Sauerei Kategorien Texte für den FALTER Tags 21 Mai 2012 Ihr bekommt mich nie 2 Kommentare Wie Karl Heinz Grasser sein eigenes Verfahren verschleppt und der Justiz zugleich Untätigkeit vorwirft Als die Polizei vergangenes Jahr das Anwesen von Karl Heinz Grasser durchsuchte stellte sie auch 18 karierte Zettel sicher Der Exfinanzminister skizzierte darauf ein Buch seine Biografie 15 Vorschläge für den Buchtitel brachte KHG zu Papier KHG der verfolgte Shootingstar KHG die Vertreibung aus dem Paradies KHG ein Vollgasleben oder prophetisch KHG Ihr bekommt mich nie Die Zielbotschaften der Biografie hat er auch gleich notiert KHG ehrlich korrekt integer nichts angestellt nichts gemacht würde es wieder tun KHG sei ein s guter

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  • » Auf der Suche nach dem zweiten Mann » Florian Klenks Erkundungen «
    schaltete so wie Priklopil während der ganzen Zeit sein Handy aus Was die zwei besprachen H gab zu Protokoll Priklopil habe bloß erzählt betrunken Auto gefahren zu sein Die Polizei sei hinter ihm her gewesen Von Kampusch sei nie die Rede gewesen Die Ermittler wollen das nicht glauben Nach dem Treffen mit Priklopil fuhr Ernst H in die Lagerhalle seines Unternehmens Die Polizei die derweil noch nach Priklopil fahndete hatte das Gelände bereits umstellt Polizisten wollen nun beobachtet haben wie H Kisten aus der Halle zu seinem Auto schleppte Ein Zivilbeamter trat an H heran Der sei jedoch nicht erschrocken sondern habe die Polizei förmlich erwartet Er stellte den Beamten eine verstörende Frage Hat er sie umgebracht Die Polizisten rätseln wieso H von Kampusch wusste Er selbst beteuerte ja mit seinem Freund nie über die Entführte gesprochen zu haben H s Anwalt Ernst Schillhammer liefert eine mögliche Erklärung H habe die Bemerkung erst getätigt als ihm die Polizisten bereits von Priklopils Verbrechen erzählt hatten Eine Version die die Polizei dezidiert ausschließt Es passiert Seltsames Die Kisten die H angeblich ins Auto räumte werden nicht beschlagnahmt Auch die Halle und der Wagen werden nicht auf DNA Spuren untersucht H so die Polizei habe sich derweil in Widersprüche verwickelt Mal versicherte er Priklopil sei ein anständiger Kerl gewesen dann erzählte er der Entführer habe Kinderpornos besessen Schließlich telefoniert H sogar mit Kampusch Manche Kriminalisten schäumen vor Wut Es sei in der Hektik geschlampt worden Wichtige Beweise seien dahin Der Fall bleibe nun für immer undurchsichtig Schlamperei hat im Fall Kampusch Tradition Am 4 April 1998 nur ein Monat nachdem Ischtar A von zwei Entführern gesprochen hatte bekamen Ermittler Hinweise dass der von ihr erwähnte Kastenwagen vor dem Haus Heinestraße 60 in Strasshof stehe Er gehöre einem gewissen Priklopil einem Mann ohne Alibi wie sich zeigte Acht Tage später erneut ein Hinweis Diesmal war es der Diensthundeführer Christian P ein entfernter Nachbar Priklopils Haus sei elektronisch abgesichert er habe einen Hang zu Kindern und lebe alleine so die Information Der Hinweis wird nicht ernst genommen Nichts davon wird das Innenministerium im Herbst 2006 erzählen Es stehen schließlich Wahlen an Der für den Fall zuständige Kripochef Nikolaus Koch behauptete sogar Priklopil habe ein Alibi gehabt Erst der abgesetzte BKA Chef Herwig Haidinger enthüllt die Vertuschung Verwandte Artikel Fall Kampusch Auf der Suche nach dem zweiten Mann Mit dem Schlimmsten rechnen Weh dem der aufdeckt Kategorien Texte für den FALTER Tags Kommentare 0 Trackbacks 0 Einen Kommentar schreiben Trackback Bisher keine Kommentare Bisher keine Trackbacks Name benötigt E Mail wird nicht veröffentlicht benötigt Website Kommentare abonnieren Es gibt Hoffnung Sieg Hedl RSS Feed dieser Seite abonnieren Suche nach about Florian Klenk geb 1973 ist Journalist und Jurist Er arbeitete acht Jahre für die Wiener Stadtzeitung Falter und wechselte dann als Redakteur zur ZEIT nach Hamburg Seit Mai 2007 ist er stellvertretender Chefredakteur und Politikchef des Falter Für seine journalistische Arbeit wurde er u a mit dem Kurt Vorhofer Preis dem Claus Gatterer Preis und dem

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  • » Der Fall Cheibani Wague » Florian Klenks Erkundungen «
    flüchtet mit seiner Frau ins Auto sperrt sich ein und alarmiert Rettung und Polizei Zwei Zeugen schildern Wague sei plötzlich wie ein Wahnsinniger mit einem Einkaufswagen auf das Auto losgegangen In diesen Momenten vermutet die Gerichtsmedizin könnte Wague seinen Herzinfarkt erlitten haben Bemerkt dürfte er davon nichts haben Ich habe um mein Leben gefürchtet schildert Malle die wilden Attacken des Afrikaners Der Kärntner versucht wegzufahren Wague hält sich an der Autoschnalle fest und reißt sie dabei ab Keiner weiß zu diesem Zeitpunkt wieso der Mauretanier so brutal reagiert Hat er Drogen genommen Ist er psychisch krank Ist er in eine Psychose gerutscht Wague beruhigt sich wieder Es erscheinen Polizei und Rettung Die Beamten so schildern es alle Zeugen bleiben vorerst professionell und ruhig Wague musste sich plötzlich ausziehen und wieder anziehen Vermutlich wurde er nach Waffen und Drogen durchsucht Ein älterer Afrikaner der auch im Afrika Dorf arbeitete versucht Wague zu beruhigen und umarmt ihn Die Deeskalation wird von den Beamten nicht gern gesehen Plötzlich haben sie mich in einem ziemlich strengen Ton weggeschickt erinnert sich Wagues Kollege Die Situation eskaliert wieder Wague beginnt mit einem Beamten zu raufen Er ist unbewaffnet doch ziemlich aggressiv Ein Beamter stürzt zu Boden Trotz der Rauferei erschien mir das Vorgehen der Polizisten kontrolliert erinnert sich Erfried Malle Wague wird mit Handschellen gefesselt und in einen Krankenwagen geschoben Er soll in das psychiatrische Spital auf der Baumgartner Höhe eingeliefert werden Ich will dort nicht hin Ich will dort nicht hin schreit er Dann springt er aus dem Rettungswagen und tobt wieder wie verrückt Malle Plötzlich scheint die Amtshandlung zu entgleiten Die Polizisten fixieren den Mann auf dem Boden drücken sein Gesicht so fest in den Asphalt dass ihm Blut aus Nase und Mund rinnt Sie beginnen so bezeugt es Malle mit Fäusten auf ihn einzuschlagen Aus dem Zeugenprotokoll Ich nahm wahr dass der mit dem Bauch am Boden festgehaltene Wague sich zu wehren versuchte und da er das tat brüllte einer der Polizisten Du Sau du gibst noch immer keine Ruhe hey Der brüllende Polizist habe Wague mit der geballten Faust mindestens zweimal auf den Hinterkopf ein anderer Polizist fünfmal in den oberen Rückenbereich geschlagen Zwei Rettungsmänner und fünf Polizisten standen daneben Dem Afrikaner wird eine Dosis Haldol ein Beruhigungsmittel gespritzt Normalerweise dauert es rund zwanzig Minuten bis das Medikament wirkt Kurz danach muss Markus H seine Videokamera eingeschaltet haben Rund sieben Minuten sieht man auf dem Video den Afrikaner nun unter den Füßen von Polizisten und Sanitätern liegen Sieben Minuten unternimmt der Arzt nichts Erst im Rettungswagen wird versucht den Mann wieder zu beleben Im Spital versuchen die Ärzte bis in die Morgenstunden Wague mit Elektroschocks zurück ins Leben zu holen Vergeblich Das Herz des Mannes schlägt zwar noch doch es transportiert kein Blut mehr Die haben ihn zugerichtet sagt ein Arzt später zum Falter Nähere Auskünfte erteilt er nicht Auf der Gerichtsmedizin wurde vom Vorstand des Instituts für alle Ärzte Sprechverbot verhängt Hätte der Notarzt mit mehr Engagement den Mann retten können

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  • » Tschetschenenmord in Wien: die geheimen Protokolle der Polizei » Florian Klenks Erkundungen «
    Tat Den ersten Tag nach Israilovs Ermordung schwieg die Polizei Am zweiten Tag gab sie sich ahnungslos Walter Nevoral Sprecher des Wiener Verfassungsschutzes behauptete vor der versammelten Presse sogar Umar Israilov habe nie Personenschutz beantragt Man tappe völlig im Dunklen sagte er Ein politischer Hintergrund sei nicht erwiesen Ja Israilov habe sich beobachtet gefühlt es seien auch entsprechende E Mails verfasst worden spielte das Innenministerium die Sache herunter Aber darin seien nur vage Behauptungen aufgestellt worden versicherte ein Sprecher der Staatsanwaltschaft nicht mehr Auf ihre eigenen Aktendeckel betreffend Umar Israilov schrieben die Behörden aber etwas anderes Betreff Bedrohung durch den tschetschenischen Präsidenten Da sind etwa die Enthüllungen des geheimnisvollen Agenten Arbi bürgerlicher Name Artur K vor dem Landesamt für Verfassungsschutz Die Polizei hat die Öffentlichkeit darüber bis heute nicht informiert Am 10 Juni erschien Arbi bei der Polizei um Hilfe zu erbitten Vielleicht hatten ihn die Polizisten damals noch für einen Verrückten gehalten aber was er sagte klang so bedrohlich dass sie Meldung an die Staatsanwaltschaft erstatteten Ich arbeite für den Präsidenten der Republik Tschetschenien Kadyrow Ramsan gab Arbi als Zeuge zu Protokoll mein Chef ist die rechte Hand des Präsidenten Ich bin in einer neuen Abteilung tätig welche sich damit beschäftigt Auslandstschetschenen nachhause zu bringen Die Polizisten staunten Der Mann der da vor ihnen im Verhörzimmer am Schottenring saß sollte der Chef eines russischen Verschleppungskommandos sein Sollte Flüchtlinge aus Wien nach Russland zurückbringen wenn nötig mit Gewalt Arbi erzählte weiter Es handelt sich dabei um Tschetschenen welche Menschen getötet haben Geld gestohlen haben gegen Russland gekämpft haben und Kontakte zu terroristischen Organisationen haben Es gebe sogar eine Liste sagte Arbi die von Kadyrows Leuten abgearbeitet werden müsse Zwei Abteilungen hätten die Pflicht 5000 Personen zu suchen 500 davon müssten sterben 50 davon in Österreich Mit den Verschleppungen von Flüchtlingen nach Russland hatte Arbi offenbar kein Problem Warum auch 100 000 Dollar Prämie so schwärmte er habe seine Abteilung pro gelöstem Fall erhalten zusätzlich gibt es Spesen und Waffen und Autos Das war weit mehr als er einst als Grundschullehrer in Grosny verdient hatte Doch nun bekam Arbi Skrupel und saß in der Klemme Kadyrow so gestand Arbi hätte zunächst befohlen Umar Israilov nur nach Russland zurückzubringen Er habe sogar auf offiziellem Wege versucht seiner habhaft zu werden über einen Auslieferungsantrag an die Staatsanwaltschaft Nun aber werde dieser Umar Israilov nicht mehr gebraucht Er solle verschwinden Sollte er Arbi diesen Killerbefehl nicht vollstrecken so klagte er den Polizisten werde seine eigene Familie ermordet Es sind schlimmste polizeistaatliche Methoden die Arbi da den Verfassungsschützern schilderte und derentwegen er um Hilfe bat Ich möchte gegen keine Gesetze verstoßen klagte Arbi laut Polizeiprotokoll und ich bin auch kein Mörder Wenn ich diesen Auftrag aber nicht richtig erfülle kann meine Familie sterben Und so unterbreitete Arbi dem Verfassungsschutz einen Deal Das Innenministerium könnte Umar Israilov doch in ein Zeugenschutzprogramm aufnehmen mit einer neuen Identität ausstatten und ins Ausland bringen Er Arbi könne in Tschetschenien behaupten seinen Job erledigt zu haben und würde fortan dem

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  • » Wie zwei Achtjährige abgeschoben werden » Florian Klenks Erkundungen «
    Chefs der Wiener Fremdenpolizei eine annehmbare Reaktion Sie sollte aber auch in die politische Ebene hineinreichen Nachdem die Ministerin Dr Fekter Herrn Stortecky jetzt abgesetzt hat sollte sie das Übel an der Wurzel packen und selbst demissionieren Ich meine sie ist schon viel zu lange eine viel zu große Zumutung für unser Land und für viele Österreicherinnen und Österreicher Bei ihrem Rücktritt sollte sie vielleicht auch gleich die Scharfmacher unter den Hofrätinnen und Hofräten ihres Ministeriums mitnehmen was aus dienstrechtlichen Gründen vermutlich und bedauerlicherweise nicht möglich sein wird Auf sachlicher Ebene ist die Frage zu stellen wann die Abgeordneten des Nationalrats Gesetze ändern die unmenschliches Agieren der Polizei möglich machen oder womöglich sogar vorschreiben Die Gesetze sind dahingehend zu ändern dass Kinder die in Österreich aufgewachsen sind und oder die deutsche Sprache erlernt haben nicht abgeschoben werden dürfen Dasselbe muss für deren Eltern bis zur Vollendung des 18 Lebensjahres der Kinder gelten sofern sie sich nachweislich um die Kinder kümmern Ich möchte sogar so weit gehen dass alle Migranten deren Aufenthaltsbewilligungsverfahren nicht innerhalb eines Jahres abgeschlossen ist automatisch das Bleiberecht erhalten falls sie sich dem Verfahren nicht auf ungesetzliche Weise entziehen Die Durchsetzung von law and order wider die Menschlichkeit hat im Übrigen noch nie einem Staatswesen auf Dauer gut getan Der Suderer 18 Oktober 2010 21 17 4 Antwort Zitat Nun ursprünglich waren es mit Sturmgewehren bewaffnete nun war sogar ein Maschinengewehr im Einsatz Spannend Auch falsche Behauptungen wie im Fall der Festnahme zweier kleiner Mädchen und ihres Vaters sind nicht geeignet deeskalierend zu wirken Entgegen den immer wieder kehrenden Behauptungen war keine Sondereinheit der WEGA mit Sturmgewehren im Anschlag eingesetzt Das Ergebnis dieser falscher Behauptungen und der folgenden Entrüstung Den Rechtspopulisten und den radikalen Radaubrüdern werden gute Argumente für ihren Kampf geliefert Denn sie können die unwahren Behauptungen leicht als falsch beweisen was im umgekehrten Fall selten gelingt Mahr unter http gesudere at blog p 2646 robert kampf 19 Oktober 2010 15 52 5 Antwort Zitat ich würde ihr das verlangte blaulicht genehmigen um schneller nach hause zu kommen dort soll sie bleiben Bisher keine Trackbacks Name benötigt E Mail wird nicht veröffentlicht benötigt Website Kommentare abonnieren Schubumkehr Geld für die Gesprächsbasis RSS Feed dieser Seite abonnieren Suche nach about Florian Klenk geb 1973 ist Journalist und Jurist Er arbeitete acht Jahre für die Wiener Stadtzeitung Falter und wechselte dann als Redakteur zur ZEIT nach Hamburg Seit Mai 2007 ist er stellvertretender Chefredakteur und Politikchef des Falter Für seine journalistische Arbeit wurde er u a mit dem Kurt Vorhofer Preis dem Claus Gatterer Preis und dem Concordia Preis für Menschenrechte ausgezeichnet 2005 wurde er von einer Jury zum Journalisten des Jahres in Österreich gewählt 2007 und 2008 war Klenk investigativer Journalist des Jahres Klenk unterrichtet Recherche an der Fachhochschule für Journalismus in Wien Kontakt klenk falter at tags Arigona Zogaj Asyl Asylpolitik Bawag Blogger BZÖ Deutschland FPÖ Frauenhandel Gefängnisse Grüne Guantanamo Herwig Haidinger Innenministerium Islam Islamismus Justiz Justiz Akten Justizministerium Jörg Haider Karl Heinz Grasser Kirche Korruption Kronenzeitung

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  • » Warum versagt die Justiz? » Florian Klenks Erkundungen «
    ist es Deshalb muss etwas in der Substanz reformiert werden Es gibt drei Staatsgewalten Und wir Staatsanwälte sollten endlich von der Verwaltung und der Politik unabhängig werden wir müssen institutionell Teil der unabhängigen Justiz werden ohne Wenn und Aber Es macht einen Unterschied ob wir institutionell so unabhängig sind wie Uniprofessoren denen niemand vorschreibt was sie im Hörsaal vortragen oder ob wir das nicht sind Das System darf nicht von der persönlichen Stärke oder dem Mut eines einzelnen Anklägers abhängen Scheiber Man stelle sich vor der Herr Professor Doralt müsste vor jeder Vorlesung berichten was er vortragen wird Jarosch Daher Weg von der Politik Und noch etwas ist zu erwähnen Die Politik lässt die Korruptionsstaatsanwälte heute kalt sterben Die Korruptionsstaatsanwaltschaft hat nicht die personellen Kapazitäten die sie braucht Geyer Dazu kommt dass wir zunehmend in die politische Auseinandersetzung hineingezogen werden In spektakulären Fällen sehen die Medien oft politische Gründe für das Vorgehen der Staatsanwälte wo keine sind Wenn einer verhaftet wird heißt es es sei politischer Druck Wenn jemand nicht verhaftet wird heißt es die Ministerin schützt den Betroffenen Scheiber Ich denke dass die Rahmenbedingungen in der Strafjustiz entmutigend sind Lassen Sie mich einen Vergleich ziehen Die Zivilgerichtsbarkeit kann sehr effizient sein etwa im Gewaltschutzbereich Binnen weniger Tage können etwa Gewalttäter von zu Hause weggewiesen werden Egal ob sie VIPs sind oder nicht Eine Wegweisung erfolgt in wenigen Tagen ein Prozess gegen Westenthaler der einem Polizisten gegen das Knie fährt dauert Jahre Was sagen Sie dazu Herr Jarosch Jarosch Westenthaler ist als Abgeordneter immun Schon die Aufhebung der Immunität dauert lange Dazu kommt ein weiteres Problem Bei sensiblen Fällen mit Politikerbezug haben Staatsanwälte einfach auch oft die Angst öffentlich vorgeführt zu werden Bei den parlamentarischen U Ausschüssen sind Staatsanwälte auf eine Art und Weise erniedrigt worden die es in Gerichtssälen hoffentlich nicht mehr gibt Das war schlimm richtig schlimm Doralt Kein Wunder also wenn ein junger Staatsanwalt sagt Ein Politiker Hände weg Es ist also für seine Karriere eher hinderlich einen Politiker anzugreifen Geyer Und deshalb bin ich auch dagegen dass Politiker sich in die Arbeit der Justiz noch mehr einmischen Es gibt den Vorschlag einen ständigen Unterausschuss im Nationalrat einzurichten der unsere Arbeit kontrolliert Das wäre fatal Doralt Ein weiteres Problem ist doch auch dass die langen Berichtspflichten dazu führen dass die Fälle verjähren Jarosch Ja die Gefahr besteht Und dazu kommt dass Beschuldigte jahrelang in einem Prozess verfangen sind und am Pranger stehen Doralt Herr Staatsanwalt haben Sie das Gefühl dass diese offene Diskussion die wir hier führen und die mich tief beeindruckt auch ein Anliegen der Politik ist Jarosch Die Justiz ist der Politik egal Wir sollen wenig kosten und funktionieren Wir Staatsanwälte mussten wochenlang Maßnahmen setzen damit wir in Sachen Personalnot überhaupt einen Termin bekommen haben Wir haben lange gekämpft um ein bisschen was zu erreichen Wir sollen billig sein und die Politik in Ruhe lassen Doralt Wir sollten hier daher auch über die fehlende Waffengleichheit sprechen Ein Herr Meinl hat ein Heer von Advokaten mit

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  • » Der Israilov-Prozess: warum er so bedeutend ist » Florian Klenks Erkundungen «
    connection to all of this Kadyrov is the Kremlin appointed leader of Chechnya The indictment states that in June 2008 he sent an emissary to threaten Israilov so that he would drop the European Court of Human Rights complaint and return to Chechnya It also says that it has not been possible to determine whether Shaa Turlaev was the driving force behind Israilov s kidnapping and murder or whether he only acted as Kadyrov s emissary and passed on orders Israilov accused Kadyrov of torturing him and told The New York Times that he had witnessed how Kadyrov had tortured other people in a makeshift secret detention facility in the gym on his villa This was in 2003 when Kadyrov was chief of security for his father Akhmed Kadyrov who at the time was president of Chechnya Akhmed Kadyrov was killed in a bomb attack in 2004 after which Ramzan Kadyrov rose to become prime minister of Chechnya and then in 2007 president Q What is the human rights situation in Chechnya today A Russian and international human rights organizations have documented persistent human rights abuses in the context of the counterinsurgency campaign in Chechnya see attachment for several recent cases Law enforcement and security agencies under Kadyrov s de facto control are implicated in the enforced disappearances torture and extrajudicial killings of those suspected of having any connection with the insurgency There is an open policy of collective punishment and government officials including Kadyrov have said that relatives of presumed insurgents should expect to be punished if their family members who are involved in the insurgency do not surrender Human rights organizations have documented a distinct pattern of house burnings by security forces to punish families for the alleged actions of their relatives and to compel these relatives to surrender Victims of rights violations and human rights defenders who seek to hold perpetrators to account have been threatened abducted and even killed On July 15 2009 the most prominent Chechen human rights activist Natalia Estemirova was abducted in Chechnya and murdered Estemirova worked on some of the most sensitive human rights cases for the Memorial Human Rights Center The circumstances of her murder along with a pattern of threats against her Memorial and independent activists and journalists in Chechnya all point to possible official involvement or acquiescence in her murder Journalist Anna Politkovskaya who had documented torture and other abuses in Chechnya was murdered in 2006 In August 2008 another alleged victim of torture in Chechnya Mokhmadsalakh Masaev was abducted in Chechnya several weeks after the publication of an interview in which he described his torture and illegal detention in a secret prison allegedly run by Kadyrov in his home village To date Masaev s fate and whereabouts remain unknown Several other high profile killings have also been linked to the Chechen leadership Adam Delimkhanov a close associate of Kadyrov and current member of the Russian parliament is wanted by Interpol in connection with the murder of Suleyman Yamadayev

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  • » Das Ende der Bananenrepublik » Florian Klenks Erkundungen «
    noch im hintersten Winkel im vierten Stock des Grauen Hauses boykottiert von der ÖVP die den Reformer nicht zum Leiter der Wiener Staatsanwälte avancieren ließ Nun residiert er in der sonnigen großen Chefetage in der Universitätsstraße mit Blick auf die Votivkirche Schon sucht er sich neue Felder Auf dem Tisch liegt ein Buch über Korruption in der Pharmabranche die von den Behörden bislang gar nicht thematisiert wurde am Computer klickt Geyer die jüngste Kriminalstatistik an Im Jahr 2007 so zeigt die Tabelle gab es im ganzen Land nur eine einzige Verurteilung wegen Bestechung Geyer deutet diese Zahl nicht als Erfolg ganz im Gegenteil Es wurde und wird zu wenig hingesehen in Österreich Genau das ist auch die Kritik der Group of States against Corruption Greco des Europarats Vergangenes Jahr kam eine Abordnung der Gruppe nach Wien um die Lage im Land zu beurteilen Ihr Bericht ist vernichtend Politische Unterstützung so lautete ihr Resümee könne noch immer zu einer Beschleunigung der Karriere bei Staatsanwälten beitragen Österreich stünde noch immer in einem frühen Stadium des Kampfes gegen die Korruption Die Polizei und die Staatsanwaltschaften würden als stark politisiert wahrgenommen Ein klarer Seitenhieb auf den Umgang des Innenministeriums mit Herwig Haidinger dem abgesetzten BKA Chef der Korruption aufdeckte und dafür mit haltlosen Disziplinaranzeigen eingedeckt wurde Auch im Innenministerium gibt es Widerstand gegen solche Sitten Da hat der oft unter Beschuss geratene Chef des Büros für interne Angelegenheiten BIA Martin Kreutner nicht nur eine schlagkräftige Antikorruptionspolizei aufgebaut die allerdings nach wie vor den Weisungen der Ministerin unterliegt er versucht auch das Thema durch Seminare und Vorträge wissenschaftlich voranzutreiben und seine Leute international zu vernetzen Und dann ist da noch die Finanzmarktaufsicht FMA die die Justiz in den Bankenskandalen füttert Auch diese oft als zahnlos kritisierte Truppe wird personell aufgerüstet Früher waren hier Abteilungsleiter aus dem Finanzministerium tätig Sie kannten die Gesetze aber nicht die Tricks der Banker Man macht sich heute über sie lustig doch in Wahrheit waren es arme Schweine erklärt ein FMA Kenner Für Meinl Elsner und Co sei es leicht gewesen diesen Beamten einen Bären aufzubinden Bis vor kurzem war etwa für die Überwachung von Pensionskassen ein halber Beamter zuständig Im Jahr 2002 werkelten nur 80 Finanzbeamte als Finanzaufsichtsorgane die den Machenschaften von findigen Bankern in ganz Österreich auf die Schliche kommen sollten Am Ende des Jahres werden es immerhin 190 Ermittler sein darunter Finanzmarktexperten und Betriebswirte Dazu kommen neue schärfere Gesetze die vor allem in Brüssel beschlossen wurden und die Aufsicht am Finanzstandort Wien gestärkt haben Kampf gegen Insiderhandel Marktmanipulationen die Verbreitung falscher Gerüchte über börsennotierte Firmen Anfüttern von Amtsträgern viel davon wurde erst durch Österreichs EU Beitritt Teil des heimischen Rechts Auch in der Staatsanwaltschaft die über Personalmangel klagt erkennt man dass die Kenntnis des Strafrechts alleine längst nicht mehr ausreicht die immer globaler auftretende Korruption zu bekämpfen Doch der Plan Finanzexperten in die Anklagebehörde aufzunehmen ist noch immer nicht in die Realität umgesetzt Stattdessen müssen sich die Ankläger mit spärlichen Seminaren begnügen Das Land wird wohl mit weiteren

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