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  • Heiner Goebbels - Archive - Texts - Reviews
    Ruhrtriennale auf innovatives Musiktheater Zur Eröffnung des Festivals hat er jetzt in der Bochumer Jahrhunderthalle Partchs Gesamtkunstwerk aus dem Jahr 1966 mit dem Ensemble Musikfabrik Köln selber inszeniert Die großen hölzernen Schlag und Zupfinstrumente darunter auch viele Glasglocken dominieren die Bu hne und erzeugen naturhafteKlänge die manchmal asiatischoder afrikanischanmuten DieMusiker bespielennichtnur dieunbekannten Instrumente sondern sprechen singen und agieren auch in dieser Oper die im ersten Teil von einer vom japanischen

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  • Heiner Goebbels - Archive - Texts - Reviews
    einem Läufer begrenzte Bu hnenbild Labor Glasgefäße Glu hbirnen Whiskeyflaschen oder Granathu lsen die Materialien besonders der Schlaginstrumente erinnern an Fundgegenstände und einen Lebensalltag den Partch in den Zeiten der Großen Depression unter den Wanderarbeitern und Landstreichern im Westen Amerikas verbrachte Die Klangfarbe unterscheidet sich nicht wesentlich von herkömmlichen Instrumenten wie bspw Dulcimer Harmonium Glockenspiel Marimbaphon Bassstäbe Hackbrett oder Flöte Die Unterschiede liegen im Detail die Flöten wirken ein bisschen gehauchter das Glasmarimba weniger schrill als das Glockenspiel die Glu hbirnen dagegen leicht schneidend etc Und doch verschmilzt alles zu einem farblich wechselnden körperhaft wirkenden rhythmisch fließenden und Rhythmus orientierten wohl tönenden Klangteppich Die Besetzungen wechseln formal erinnern die variierenden Wiederholungen an Minimal Kompositionen In dem harmonischen Gleichmaß schwingen vor allem Quart und Quintintervalle Selbst Sekunden und Septimen reiben sich nicht scheinen in diesem reinen Tonsystem ihre harmonische Spannung verloren zu haben Im ersten Akt werden asiatische Traditionen aufgegriffen im zweiten Anklänge an rituelle indianische Call Response Gesänge wach Delusion of the Fury dauert ca 75 Minuten hat keine durchgehende Geschichte und keinen wirklichen Text Bis auf gesprochene bzw textverständlich gesungene Kernsätze wie you are not my ennemy oder Pray for me erklingen Vokale manchmal geradezu urige Laute Wie in der Kirche die jeweiligen Liednummern aufleuchten werden die Kapitelu berschriften auf Leuchttafeln eingeschoben Der erste Akt beruht auf einem japanischen No Stu ck Ein Pilger der einen adeligen Krieger besiegt getötet hat nähert sich einem Tempel um Vergebung zu bitten Das Opfer erscheint zunächst als Geist ebenso wie der Sohn des Pilgers Es erblickt seinen Mörder und sucht gestärkt von Rache und Hassgefu hlen erneut den Kampf Schließlich findet er Frieden und bittet darum fu r sein Seelenheil zu beten Mit wenigen Requisiten mit in mehreren Kaskaden durch die Bu hnenmitte fließendes Wasser und dunklen Farben betont Regisseur Heiner Goebbels den rituellen symbolischen Aspekt der Musik und Erzählung Er enthält sich jeglicher theatralischen Übertreibung und Pathetik Der Priesterchor hebt kniend oder stehend mit dem Ru cken zum Publikum zum hymnischen Unisonogesang an Der Pilger wendet sich zwischen den omm de 26 08 2013 Instrumenten stehend und gestikulierend in einem zum Teil kehlig grunzenden an Tierlaute erinnerndem Sprechgesang ans Publikum Das feierliche gemessene Schreiten das Fließen des Wassers der in kreisenden Bewegungen erstarrte Stangenkampf und die sich wiederholenden Bewegungen der Orchestermusiker keine hastige u bereilte Aktion oder Bewegung lenkt das Auge ab Mit Stirnleuchten ausgestattet scheinen sie im Spiel auf den Instrumenten wie irrlichtern umherirrende Seelen und Geister zu tanzen Ausgesprochen fantasievoll und die ästhetischen Grundideen von Partch aufgreifend ist auch die Kostu mierung von Florence von Gerkan Im ersten Akt sind die Orchestermusiker mit dunkel gehaltener betont lässig und lockerer wirkender Kleidung ausgestattet der Pilger trägt eine Radkappe als Kopfbedeckung sein Alter Ego eine steif aufgerichtete Mu lltu te Außerdem werden sie wu rdevoll und entsprechend der Ausfu hrungen des Komponisten in mehrschichtige poncho artige Felle und Decken gehu llt Im zweiten Akt entwickelt sich die Bu hne zu einer surrealen wellig bewegten Berglandschaft Das heilige Wasser entpuppt sich als

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  • Heiner Goebbels - Archive - Texts - Reviews
    inszeniert als fröhliche entspannte Hobomesse Allerdings verbunden mit der hoch konzentrierten Virtuosität die Harry Partchs penibel notierte Musik erfordert Klaus Grünbergs Bühnenbild ist zunächst ein wunderbares Arrangement der Partch Instrumente als Landschaft aus Klangskulpturen Da hängen riesige Glasschüsseln und Kelche kopfüber eine Menge umgebauter Marimbas und Trommeln werden von zwei Chromelodeons umgebauten Harmonien eingerahmt Ein Fluss mäandert durch das schräge Orchester hindurch künstliche Bäume wirken wie Laternen später blasen sich

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  • Heiner Goebbels - Archive - Texts - Reviews
    eccentrica personalità musicale americana del secolo scorso Harry Partch Genialoide e visionario attivo sia come teorico della sua musica sia come manovale e falegname alla bisogna la sua musica arriva per la prima volta su una scena europea superando lo scoglio principale alla sua diffusione la costruzione di strumenti sviluppati da lui stesso ad uso esclusivo della sua musica Il merito maggiore dell impresa va all Ensemble musikFabrik non nuovo a sforzi titanici fra tutti il tenace impegno per la diffusione nel teatro musicale di Stockhausen che per l occasione non solo ha ricostruito e migliorato il variegato strumentario sotto la guida di Thomas Meixner ma anche prestato tecnica corpi e voci per ridare linfa vitale al lavoro di Partch presentato al meglio delle possibilità A poco meno di cinquant anni dal debutto californiano più che la convoluta drammaturgia sviluppata su un tema giapponese e un tema africano è l esecuzione musicale che dà senso a tale recupero e una collocazione storica alla figura del compositore Partch le cui trame sonore costruite su cellule ripetute e ostinati ritmici non possono non farci pensare a lui come a un padre della fortunata stagione del minimalismo Quanto alla messa in scena firmata

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  • Heiner Goebbels - Archive - Texts - Reviews
    Musik hat sich nun in Zusammenarbeit mit der Ruhrtriennale die Mu he gemacht die meisten von Partchs Instrumenten nachzubauen und damit seiner Musik Gehör zu verschaffen wobei es immerhin eine von Harry Partch u berwachte Aufnahme der Urauffu hrung gibt So spricht Heiner Goebbels Intendant der Ruhrfestspiele 2012 2014 und Regisseur dieser Auffu hrung denn auch im Vorwort des Programmhefts zu Recht von einem absoluten Glu cksfall dieses Projekt gemeinsam mit dem Ensemble musikFabrik unter Federfu hrung des Schlagzeugers und Instrumentenbauers Thomas Meixner realisieren zu können gilt es doch als Schlu sselwerk und musikalische Quintessenz von Partchs OEuvre Und der zuständige Musikverlag Schott Musik Mainz fu hrt hierzu aus Mit der Verwendung von 25 dieser Spezialinstrumente bietet Delusion of the Fury die Chance das musikalische Universum eines der ungewöhnlichsten amerikanischen Komponisten des 20 Jahrhunderts in all seinen Schattierungen und seiner hypnotischen Kraft zu erleben Das knapp eineinhalbstu ndige Werk hat in der Jahrhunderthalle Bochum seine europäische Erstauffu hrung was aufgrund der Anforderung an die Instrumente nicht verwundert Gleichzeitig wurde damit die diesjährige Ruhrtriennale eröffnet Nachfolgende Auffu hrungen in Holland Norwegen und den USA sind bereits geplant Die Bu hnenfläche in der Halle 4 der Bochumer Jahrhunderthalle ist mit Partchs Instrumenten voll gestellt Eine szenische Spielfläche ist nicht wirklich auszumachen Ein Wasserlauf der Kulturfreak de 25 08 2013 in einem flachen Bassin in der Bu hnenmitte endet vier schwingbare Großleuchten im asiatisch anmutenden Stil eine Anzeigentafel fu r die Szenentitel und sich aufblasende Riesensteine sind die einzigen Requisiten Denn das Hauptaugenmerk gilt den Instrumenten die aufgrund der ungewöhnlichen Optiken beeindrucken und bestaunt werden wollen visuell und akustisch Herausragend beispielsweise Spoils of War Kriegsbeute ein Schlagwerk u a fu r Glaskörper Glocken und Holzrohren Gourd Tree Cone Gongs Ku rbisbaum und Kegel Gongs eine Art Glockenspiel und die Marimba Eroica Heroisches Aufschlagidiophon

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  • Heiner Goebbels - Archive - Texts - Reviews
    durchs Leben erfand u ber dreißig Musikinstrumente und ein ganz neues Tonsystem Kurz und gut Bis zu seinem Tod im Jahr 1974 scherte sich Harry Partch nicht im Geringsten um die europäische Klassik um Traditionen und Gewohnheiten Er ging seinen eigenen Weg fernab des Konzert und Opernbetriebs Dabei entstand ein so faszinierendes und befremdliches Stu ck wie Delusion of the fury aus dem Jahr 1966 das gestern Abend in der Jahrhunderthalle in Bochum zum ersten Mal in Europa zu hören war Den englischen Titel zu u bersetzen etwa Die Einbildung der Raserei bringt wenig Harry Partch erzählt keine Geschichte kennt keine Melodien sondern fu hrt dem aufgeschlossenen Publikum ein Ritual eine bildmächtige Zeremonie vor inspiriert vom japanischen No Theater und von einem afrikanischen Volksmärchen Komödie folgt auf Tragödie wie in der Antike Das alles ist jedoch zweitrangig Bei Harry Partch stehen die eigentu mlichen fast ausschließlich hölzernen Schlag und Zupf Instrumente im Mittelpunkt Das eigentlich Spannende ist die Art und Weise wie die Töne hervorgebracht werden wie diese Musik entsteht Tatsächlich gerät das Publikum sofort ins Staunen u ber dieses nie gesehene Orchester das auf der Bu hne aufgebaut ist Kein einziges bekanntes Instrument Stattdessen ein Chromomelodeon und eine Blue Rainbow eine Marimba Eroica und Castor und Pollux und vieles mehr Ein Gebirge aus Holz Harry Partch war angetan von den riesigen kalifornischen Redwood Bäumen Er schätzte die reinen Naturtöne experimentierte mit kleinen und kleinsten Tonhöhenunterschieden und schuf einen Klangkosmos der sehr viel ergreifender und magischer ist als die meist sehr verkopfte ku hle europäische Avantgarde Heiner Goebbels der die Regie u bernommen hatte ließ zwischen den Harry Partch Instrumenten Wasser fließen Nebel wallen und Feuer entzu nden Ein schwarzes Gebirge tu rmt sich auf riesenhaft steigt die Sonne dahinter auf Das mag sich esoterisch anhören und beliebig blieb aber

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  • Heiner Goebbels - Archive - Texts - Reviews
    denn herkömmliche Orchesterinstrumente schaffen das nicht Diese Erfindungen Riesenklangstäbe verschlungene Harfen zitherartige Klangbretter Ansammlungen von Kalebassen Glasgefäßen oder Bambusstäben bevölkern nachgebaut von dem Percussionisten Thomas Meixner und angefu hrt von einem merkwu rdigen Harmonium die Bu hne der Bochumer Jahrhunderthalle fu r Delusion of the Fury zur Eröffnung der Ruhrtriennale Das Ensemble musikFabrik singt spielt alle Rollen und macht vor allem wunderbare Musik Was fu r ein Klangspektrum hell wild fließend immer in Bewegung immer bei sich Man hört unheimlich gerne zu Klaus Gru nbergs Bu hnenzauber die hinreißende Beleuchtung die aufblasbaren und wieder zusammenfallenden Riesenskulpturen der sich durch den Instrumentenwald schlängelnde Bach samt Miniaturwasserfall dessen Wasser die Farbe wechseln kann ist schön anzusehen kommt aber gegen diese Musik nicht an hat diesem absoluten Klang nichts entgegenzusetzen Heiner Goebbels steuert die Bewegungsabläufe der darstellenden Musiker meisterhaft deutet die von einem japanischen No Spiel und einem äthiopischen Märchen inspirierten Geschichten aber nur vorsichtig an mit behutsam tastenden Choreographien nicht eben unterstu tzt von Florence von Gerkans klotzigen Historienkostu men So kommen auch die Geschichten die Auseinandersetzung zwischen einem reuigen Mörder und einem von Rache besessenen Geist und die aberwitzige Geschichte um einen tauben Landstreicher eine tumbe Ziegenhirtin und einen fast blinden

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  • Heiner Goebbels - Archive - Texts - Reviews
    manchmal eher durch die Hintertu r angerissen eine Rolle Texte von Jean Jacques Rousseau Gertrude Stein oder Alain Robbe Grillet erklangen die Musik umspannte eine Bandbreite von Brahms und traditionellen Titeln u ber Schönberg bis hin zu Kompositionen von Goebbels selbst Kleine Spielszenen und choreographische Elemente rundeten die Inszenierung ab Also ein höchst anspruchsvolles Programm das die Truppe mit viel Disziplin anging Die Auffu hrung fand eine wunderbare Balance zwischen Energie und Ernst ins Putzige driftete sie glu cklicherweise nie ab Auch komplexe Themen wie Geld Älterwerden Tod oder die Atombombe wurden mit großer Selbstverständlichkeit verhandelt ohne dass u ber alledem der Spaß gänzlich auf der Strecke geblieben wäre An bizarren Momenten hatte es keinen Mangel wenn etwa das gesamte Ensemble plötzlich in Reih und Glied minutenlang schweigend am Bu hnenrand saß ein honigsu ßes Lächeln in den Gesichtern das indes von Sekunde zu Sekunde mehr verrutschte Was den Gesang anbelangt könnte sich manch altgedienter Profi von dieser Intonationssicherheit eine Scheibe abschneiden Die jungen Damen meisterten auch die vertracktesten harmonischen oder rhythmischen Klippen souverän und die osteuropäische Tradition machte sich eindrucksvoll bemerkbar Diese ansatzlose Wucht die Fähigkeit quasi aus dem Nichts die volle Dynamik zu schöpfen ist ebenso ein Phänomen

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