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  • Heiner Goebbels - Archive - Texts - Reviews
    Donnerblech Fasziniert beobachtet das Publikum wie Posaunendämpfer über die Bühne geschoben und dann nebeneinander aufgestellt werden All diese Klänge mischen sich mit elektronischen und jazzigen Rhythmen und kammermusikalischen Partien teils laut und wild dann wieder leise und berührend Zwischendurch begeistern wunderbare improvisatorische Soli auf Fagott Cello Trompete Ziehharmonika und vielen anderen Instrumenten Die Musiker formieren sich immer wieder neu sind ständig in Bewegung So marschieren sie auch als temporäres Bläserensemble durch einen Triumphbogen bis schließlich ein Teil der Kulisse geräuschvoll auf die Bühne kracht Zarte Koto Klänge werden einer japanischen Zither entlockt nachdem die Künstlerin das Gerät sorgfältig ausgepackt und liebevoll gestimmt hat Anschließend streicht eine Nadel angetrieben von einer Sirenenkurbel über die Saiten und erzeugt wehmütige Töne Viel Aufmerksamkeit zieht ein Flötist auf sich der auf einem kleinen Gaskocher Wasser erhitzt um Tee zu kochen und zum Geräusch des aufsteigenden Dampfes hingebungsvoll musiziert Die einzelnen Szenen gehen nahtlos ineinander über stets begleitet von faszinierenden Lichträumen die Jean Kalman dazu erschaffen hat Harmonisch fügen sich die schaurig schönen Textpassagen aus Edgar Allen Poes Parabel Schatten vorgetragen in englischer französischer und deutscher Sprache ein und erzeugen zusätzlich Spannung Die 18 hervorragenden Musiker des Ensemble Modern begeistern mit ihrer Vielseitigkeit Sie beherrschen

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  • Heiner Goebbels - Archive - Texts - Reviews
    meinen Arbeiten gerne dabeibleibt Klar Der Fixierung auf Uraufführungen misstraut er ebenso wie die neue Salzburger Biennale Intendantin Heike Hoffmann Beide halten wohl die Überführung neuer Werke ins Repertoire für sehr wichtig Schwarz auf Weiß ist seinerzeit von Komponist Goebbels und den Mitgliedern des Ensemble Modern gemeinsam entwickelt worden Und trotz der gut achtzig Aufführungen seit 1996 wirkt die Produktion lustvoll improvisiert und besticht durch eine federleichte Selbstironie Nichts ist jedenfalls zu spüren vom heiligen Ernst der zeitgenössische Zelebrationen doch gern begleitet Tennisbälle werden auf die Schlagzeugdonnerwand geworfen Ein Metallstift vom Schnürboden heruntergelassen streift sanft über die Saiten eines Kotos dieser japanischen Zither Die Streicher greifen zu Tuben und Posaunen und tun sich mit den gelernten Bläsern zu einer wilden Musikbanda zusammen Clavichord und Zymbal E Gitarre und Kontrabass spielen gleichberechtigte Rollen neben Licht und Schatten Wort und Ton Bewegung und Aktion In der Intimität des Salzburger Landestheaters kommen einem die Mitglieder des Ensemble Modern auch sehr nahe in ihrer altmodischen Kleidung mit ihren Tennis und Federbällen Posaunendämpfern und Schatten Vor allem mit ihren Schatten die die Menschen zu verdrängen scheinen Das Duett des Flötisten mit dem dampfenden Teekessel ganz vorn an der Rampe hatte auch etwas Besonderes Heiner Goebbels

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  • Heiner Goebbels - Archive - Texts - Reviews
    amerikanischen Bürgerrechtsbewegung und dem Schriftsteller William S Borroughs Vor drei Jahren wurde Stifters Dinge als performative Installation im Théatre Vidy in Lausanne uraufgeführt Auf der ansonsten leeren Bühne waren fünf Klaviere zu einer bizarren Maschine ineinandergestapelt Menschen traten nicht auf Trotzdem oder gerade deswegen entwickelte Goebbels furiose Collage einen intensiven Sog Das lässt sich in der vom Regisseur für den SWR eingerichteten akustischen Realisierung gut nachvollziehen Stifters Dinge öffnet einen tatsächlich weltumspannenden Assoziationsraum wenn man sich darauf einlässt die unverbundenen heterogenen Teile dieser Hommage an die menschenfernen Dinge ohne Verstehenszwang auf sich wirken zu lassen Es ist ein reiches Material das der mit seiner Arbeit alle Genregrenzen sprengende Komponist Theater und Hörspielmacher der ab 2012 die Leitung der Ruhrtriennale übernehmen wird um den Kern seines Hörstücks anordnet die Beschwörungsformeln des Südostwinds in Papua Guinea der Wechselgesang kolumbianischer Indianer leise rauschender Regen wie man ihn so aufrmerksam womöglich noch nie wahrgenommen hat ein von Bachs Italienischem Konzert umschmeicheltes Interview mit Levi Strauss und dabei geht es immer wieder um die sehr unromantische Erfahrung der nicht vereinnahmbaren Fremdheit der Dinge wie es bei Stifter heißt Ich hatte dieses Ding nie so gesehen wie heute Der Satz leitet die berühmte Eisgeschichte aus der

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  • Heiner Goebbels - Archive - Texts - Reviews
    Dinge sein Industrie statt Naturgeräusche Der Komponist und Tonkünstler Heiner Goebbels bringt einen Text Stifters und damit zwangsläufig auch die Gedankenwelt dieses Autors zum Klingen auf eine Weise die man nicht erwartet wenn man Stifters Werk nur oberflächlich kennt Fünf mechanische Klaviere dazu Wasser Nebel Regen Steine und Stimmen liefern Goebbels das akustische Material Eine Viertelstunde ist alles bloß Geräusch fremdartig rätselhaft insistierend Dann erzählt Hermann Josef Mohr die Eisgeschichte aus Stifters Dichtung Die Mappe meines Urgroßvaters Sie beginnt auf dem vereisten Platz eines kleinen Ortes der gegen die Glätte mit Sand bestreut wird Weil es jedoch unentwegt regnet und die Nässe überfriert ist das Streuen ein sinnloses Unterfangen Später geht es mit einem Schlitten hinaus in Richtung eines Waldes Die Kutschgesellschaft vernimmt einen Schall und ein Rauschen in der Luft etwas sehr Unbestimmtes Drohende Vorboten sind das alsbald stürzt ein Baum zu Boden Ein helles Krachen gleichsam wie ein Schrei ging vorher Dann folgte ein kurzes Wehen Sausen oder Streifen schreibt Stifter Es war auch noch ein Klingeln und Geschiener als ob unendliches Glas durcheinander geschoben und gerüttelt würde Heiner Goebbels macht mit seiner assoziativen Komposition kenntlich welcher Horror eingeschrieben ist in Stifters Dinge und spielt zugleich akustisch mit

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  • Heiner Goebbels - Archive - Texts - Reviews
    relate to the stage As we took our seats stagehands were putting finishing touches to the set which seemed as if it was still warming up like a steam train not quite ready to leave the station The men remained in view after the show had begun assisting the set to come to life And that it did The star of the show the set slowly began to reveal it s character after the men had quietly disappeared into the wings Its centrepiece was a group of five pianos mounted at the back of the stage with their inner workings exposed and set amongst lifeless trees and noise making machines The instruments look and sound at times menacing and at others tender and vulnerable They provided much of the musical sound track for the show The show also used elements of water and light shadow work sound scapes generated by mechanical instruments as well as recorded sound sources The human element was provided by recorded voices reading stories from 19th century writer Adalbert Stifter and an interview with Claude Levy Strauss These stories spoke of a natural world that is passing They challenged us to think about how the way we once related to this world has changed All the while we sit and watch the mechanical world of the stage attempting to replicate this natural passing world The juxtaposition raised questions about human intervention and invention The mechanical world of the set revealed it s own beauty as it attempted to describe the beauty of the outside world As we watched seemingly random events began to take on a narrative shape From our seats we journeyed through forests of shadows sat by pools in the desert as a disembodied voice wailed from a distance and we longed to skate

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  • Heiner Goebbels - Archive - Texts - Reviews
    do the mechanised interpretations of natural elements rain fog light shadows Advertisement Story continues below The backdrop to the production is a moveable wall consisting of five partly deconstructed pianos a handful of bare trees and an array of industrial apparatus On the floor lie three rectangular panels bathed in low light In the opening minutes two men appear briefly to shake salt through giant sieves into each floor panel then fill the panels with water to transform them into reflective pools The rest of the drama unfolds via visible low tech robotic arms and invisible high tech digital triggers Semi transparent screens raise and lower themselves across the room lit from behind to form shifting monochromatic shapes Disembodied voices are heard singing or speaking in various languages Puffs of smoke hiss from long PVC cylinders while whirring machinery adds to the muted semi industrial soundtrack The ghostly pianos play themselves mostly in abstract fashion but occasionally melting into a graceful melody One evocative sequence features delicate raindrops falling while a solitary piano plays Bach s Italian concerto Another sequence invites us to contemplate a swamp as we listen to an extended description of ice snow and frozen trees the

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  • Heiner Goebbels - Archive - Texts - Reviews
    play in different ways One is a regular player piano which alternately plays Bach fugues and racy Nancarrow experiments while another is prepared emitting dead Cageian plinks and percussive donks The remaining three are beaten strummed and plucked like Ross Bolleter s abandoned ruins performed like Aeolian harps by zigzagging robotic arms Another arm holds a drumstick which beats a slab of tin like a cymbal a phantom drum pedal creates a cavernous sub bass thud from a wooden box and two plastic tubes create bass tones carousing like an enlarged Pierre Bastien band Various tubes threading the stage like intestines are possibly responsible for the clicks and wheezes coughing and spluttering throughout the performance the digital glitch of the machine age Before the stage lie three pools scattered with sand and flooded with water by stage hands onto which various lights are projected and dry ice and rain drops unleashed Over these fabric screens are raised and lowered creating dances of light and reflection and upon which various images are projected most memorably Paolo Uccello s early Renaissance masterpiece Hunt in the Forest Loudspeakers positioned around the pools relay various recordings vintage ethnographic chants from Papua New Guinea an

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  • Heiner Goebbels - Archive - Texts - Reviews
    did And now I m trapped between a crazed hope that my friends will go see it too and my total inability to describe what it is Okay let s say it s an installation Don t stop reading Don t stop reading Pianos sit among leafless trees uprights grands some tipped on their sides They play themselves via mysterious mechanical arms Other sounds come from giant metal sheets speakers playing Papua New Guinean call and response songs and plastic post packs whumping on the ends of drain pipes Filled gradually from huge bottles three large pools of water sit between the audience and the piano forest The voice of Bill Paterson reads a story by imaginary romantic writer Adalbert Stifter Okay then what Oh it just rains IT RAINS In the pools Projected at close range appears a transcribed interview with ethnographer Claude Levi Strauss Malcolm X shouts from a tinny radio in the distance The piano choir plonks and plinks and starts rolling of its own accord looming freakishly over at you just as you ve reached a totally Zen state about 50 minutes in Um the pools of water start smoking and bubbling like the primordial ooze

    Original URL path: http://www.heinergoebbels.com/en/archive/texts/reviews/read/645 (2016-02-13)
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