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  • Heiner Goebbels - Archive - Texts - Reviews
    Goebbels in eine hoch verdichtete Bild und Tonsprache mit der er die Sphäre des Unsicht und Unhörbaren auslotet Stifters Erzählen ist wie er selbst schreibt von der sanft schmerzenden Rückliebe zu jenen Gegenständen und Landschaften getragen die dem Menschen seine eigene Vergänglichkeit anzeigen für Goebbels offenbart sich in der rückwärtsgewandten Konzentration auf die unbelebten Dinge auch die Endlichkeit des Kommenden Die Sprache der Dinge ist hier auf eine Sterbensmelodie gestimmt Alles ist hier deshalb vom Wissen um das heillose Rumoren hinter dem Schweigen der Dinge getragen von Goebbels ahnungsvoller Musik bis zum Unheil verkündenden Licht und Raumkonzept Klaus Grünbergs Der Abend gibt Thomas Mann Recht der bei Stifters eine Neigung zum Exzessiven Elementar Katastrophalen Pathologischen wirken sah Deshalb die brüchigen Arrangements In einer zentralen Sequenz spielt ein Klavier von Geisterhand Bachs Italienisches Konzert Nebelschwaden fliehen durch den Raum dazu Regen und Dämmerlicht Kurz bevor man aber in schmachtender Melancholie versinkt vermeldet von links die Stimme Claude Levi Strauss dass es keine guten Gründe gebe dem Menschen zu vertrauen Und den Dingen Sie führen ein Eigenleben und entziehen sich letztlich der Verfügungsmacht des Menschen Goebbels 80 minütige Session gilt einer Erfahrung die das Begegnen mit der unbelebten Umwelt als Widerfahrnis begreift

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  • Heiner Goebbels - Archive - Texts - Reviews
    und durch Abwerfen dieses Ballasts in eine Region aufsteigen die vielleicht eine ganz andere Sicht der Welt ermöglichen könnte Abgesehen von zwei Bühnenarbeitern die diskret die nötigen Handreichungen vornehmen bleibt die Bühne im Haus der Berliner Festspiele denn auch den ganzen Abend über unbelebt aber dennoch nicht leer Eine Installation aus fünf über und nebeneinander montierten Klavieren die dem Publikum ihre bloßgelegte Mechanik zeigen wie ein Rudel Raubtiere Zähne und Klauen ragt im Hintergrund auf und schiebt sich auf einer Schiene über drei flache Bassins langsam vor und zurück Eine Dampfmaschine der Klänge die manchmal nur Gerassel und Gedröhn einmal jedoch auch als quasi naturgeborenen Gesang den langsamen Satz aus Bachs Italienischem Konzert von sich gibt Dazu tönen weil das Stück zwar ohne Darsteller aber eben doch nicht ohne sinnstiftende Sprache auskommen kann per Lautsprecher Ein Interview mit dem französischen Ethnologen Claude Lévi Strauss ein paar englische und italienische Sprachfetzen ein bisschen fröhliches Fellachengemecker und als Schlüssel zum Verständnis des Ganzen eine Passage aus Adalbert Stifters Mappe meines Urgroßvaters in der der österreichische Biedermeierdichter akribisch das Eigenleben eines verschneiten Waldes beschreibt Eine imposante Materialcollage die freilich eher verkopft wirkt als einen Freiraum sinnlicher Anschauung zu eröffnen Wenn die Bühnenarbeiter weißes

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