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  • Mag.Dr. Martin Hochleitner - Kommentar zur Kunst von Angerbauer
    Projekt Opferland Schmid Manuela Magisterarbeit zu Tellaura Anachtonismos Steinbock Friedrich Vorwort im Katalog zu T A 0189 bis T A 0990 Tolar Günter Kommentar zu T A 03796 Aidshilfen Zaunschirm Thomas Katalogbeitrag zur GOLD Unteres Belvedere Wien 2012 Ein Vorwort von Prof Mag Dr Martin Hochleitner in der Prozessdokumentation zu T A 03195 Minenfeld 06 Die Goldene Eingangsschwelle zur Kunst95 Zürich Der vorliegende Katalog dokumentiert einen künstlerischen Prozess von Johannes Angerbauer auf der internationalen Kunstmesse in Zürich im Oktober 1995 Vor dem Hintergrund der im Werk und in der Person Josef Beuys phänotypisch angelegten Erweiterung des Kunstbegriffes und der entsprechenden Konsequenzen für die Definition von Kunst Künstlern und Werkkategorien agiert Johannes Angerbauer nun bereits seit Jahren in einem komplexen künstlerischen Bezugsfeld auf gesellschaftliche Realitäten Die konkrete Aktion in Zürich schliesst dabei von ihrem strukturierten Ablauf und dem speziellen Einsatz von Gold konsequent an die vorausgegangenen Prozesse an und wählt wiederum einen individuell konzipierten inhaltlichen Ansatz als Ausgangspunkt für die vom Künstler intendierte Handlung In dieser hinterlässt jeder Mensch der sich auf die Arbeit mit Blattgold beschichtete Holzplatten die wie eine Schwelle am Boden liegen einlässt und sie begeht Spuren die die eigentlichen Bildinhalte Bilder Texte ausschnitthaft freigeben Für die einzelnen Phasen des Projektes das sich dem Rezipienten vor Ort als Intervention des Künstlers im öffentlichen Raum bzw als begehbare Installation präsentieren auf das zu einem späteren Zeitpunkt die einzelnen Minenfelder als Prozessergebnis verweisen und das schließlich in seinem Ablauf und seiner Gesamtkonzeption nur mehr durch die jeweilige Dokumentation nachvollzogen werden kann Der Katalog ist somit selbst integrativer Bestandteil des Prozesses stellen die von Angerbauer jeweils gewählten Sinnzusammenhänge die grundlegendste Klammer dar Dabei behandelt Angerbauer wie bei der Aktion in Zürich mit der Abbildung der Hand eines ehemaligen KZ Häftlings über gesellschaftsrelevante Problemstellungen hinaus grundsätzliche Fragen menschlicher Existenz bzw sozialen Agierens

    Original URL path: http://www.ta-art.com/D/texte/hochleitner.htm (2016-02-08)
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  • Das Denken verschüttet die Wahrheit - Kons. Dr. Ing. Raimund Locicnik
    der Denker und Theoretiker hatten den Mann für tot erklärt und plädierten deshalb für die Einstellung der Grabungen Doch da waren noch die Angehörigen und die Kameraden die auf ihr Gefühl hörten auf die innere Wahrheit die ihnen sagte Georg Hainzl lebt Sie sollten recht behalten Kann Denken zur Wahrheit führen Und was ist überhaupt wahr Wahrheit hat etwas mit wahr nehmen zu tun und heisst eigentlich nichts anderes als das zu nehmen was wahr ist Weil die Wahrheit ständig vorhanden ist als Realität des Kosmos der Erde der Natur und des Menschen exisitiert sie unabhängig von unserem Denken und Handeln Mit Heideggers Worten ausgedrückt Die Wahrheit ist die Offenheit des Seins Genau um diese Offenheit des Seins geht es auch Johannes Angerbauer in dessen Schaffen ein zentraler Begriff steht GOLD Ein Werkstoff der den Steyrer Künstler seit langem fasziniert Nicht weil es das edelste aller Metalle ist und nicht weil sich mit Gold gute Geschäfte machen lassen und auch nicht weil Gold seit alters her den höchsten Würdenträgern vorbehalten war sondern einzig und allein deshalb weil sich der Mensch seiner Wahrheit widersetzt Eine Wahrheit die vom grellen Schein überstrahlt und vom Denken verschüttet wird wie Angerbauer meint Wie sonst ist es zu erklären dass die Israeliten um das Goldene Kalb tanzten während ihr geistiger und spirtiueller Führer die Gebote für das wahre Mensch sein empfing Hatte sich mit diesem act des unstillbaren materiellen Verlangens die Goldene Pforte für die nachfolgenden Generationen auf immer geschlossen War der Menschheit damit die Chance auf das Goldene Zeitalter für ewig vertan Fast scheint es so denn nicht umsonst verspricht die christliche Kirche den Menschen die Rettung des Seelenheils erst nach dem Tod Doch Angerbauer findet auch im Diesseits genug Ansatzpunkte um das dunkle Verhältnis zwischen Mensch und Gold aufzulichten und die negative Spirale

    Original URL path: http://www.ta-art.com/D/texte/locicnik.htm (2016-02-08)
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  • Prof.Dr. Rotraud A. Perner zur Arbeit von Johannes Angerbauer in den Frauenhäuser Linz, Wels und Steyr
    Täter Wer verteidigt die Opfer Die treten doch als Zeugen auf Warum werden sie dann von den Strafverteidigern so eingeschüchtert Eintreten Ins Leben eintreten In die Schule In den Dienst In den Beruf Ins Militär In eine Partei In einen Verein In den Ehestand In die Fusstapfen anderer Für eine Sache Das ist unweiblich Für sich selbst eintreten Hast Du das notwendig Türen eintreten Das darf man nicht Was man nicht darf darf frau schon gar nicht In ein Kloster eintreten Das darf frau schon Antreten Eine Stelle Eine Funktion Ein Motorrad Zum Fussballmatch Zu einem Kampf Zum Kräftemessen Er will es genau wissen Zu einer Schönheitskonkurrenz Will sie es auch genau wissen Zu einer Bestrafung Dazwischentreten Wenn zwei streiten Wenn man gross genug ist Stark genug Wenn man darf Wenn man soll Wenn man Richter ist Schiedsrichter Darf frau auch Wenn Kinder streiten schon Beitreten Einer Vereinigung beitreten Einer Gruppe Jemandem Einer Frau Zusammentreten Tun ehrwürdige Männer Offiziell Im Prunkgewand Im Rat In der Kirche Im Männerbund Unehrwürdige treten Schwächere zusammen Manche ehrwürdige tun das zu Hause Zutagetreten Wenn Gewalt zutage tritt sind wir meist entsetzt Das darf doch nicht wahr sein Gegen Gewalt hilft aber nur Öffentlichkeit Zunahetreten Treten Sie näher Schauen Sie Kaufen Sie Früher wurden Frauen verkauft Bälle Feste als lebende Auslagen Feste Spielregeln Schauen ja greifen nein Abstand Anstand Heute keine Spielregeln Jemand nahe treten Unter die Augen treten Herantreten Aus der Masse hervortreten Aus dem Dunkel hervortreten Was ist zu nahe getreten Wer bestimmt was zu nahe ist Danebentreten An die Seite Solidarität Auf Nebenwegen treten Voll daneben Sidestep Fehltritt Fuss gebrochen Ehe gebrochen Seele zerbrochen Durchtreten Die Pedale Die Nerven Abtreten Bevor man eintritt muss man sich die Füsse abtreten Damit drinnen nichts schmutzig wird Keine Spuren hinterlassen Frauen sind dazu da Spuren

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  • Mag. Karl Ramsmaier - Kommentar zur Kunstaktion 'Kristalltag'"
    der Mensch nicht entziehen kann Erinnern und Kunst beides ist etwas Soziales Gerade im Raum des Öffentlichen wollen viele Menschen nicht mehr an die Schrecken des NS Terrors erinnert werden Gerade angesichts des Zeitabstandes und der Überschreitung der Jahrtausendgrenze braucht es Künstler wie Johannes Angerbauer die Menschen an unerwarteten Orten und auf unerwartete Weise mit dem Holocaust konfrontieren und die ihre Kunst mit dem Humanum zu verbinden wissen dessen wesentlicher Teil auch ein niemals wieder ist Nicht Kunst um der Kunst willen sondern Kunst im sozialen Raum mit dem Ziel Inhumanität und Ausgrenzung aufzudecken und wenigstens auf das Humane aufmerksam zu machen in dem Bewusstsein oft nicht viel mehr zur Humanität beitragen zu können In diesem Sinn ist Angerbauers Kunst auch ein steter Kampf gegen die Gleichgültigkeit in unserer Gesellschaft Erinnern als Kampf gegen die Gleichgültigkeit gegenüber der Inhumanität Die Schicksale von Menschen heute wie damals sind für Angerbauer nicht erledigt und werden möglicherweise nie erledigt sein Immer noch leiden Familien und Menschen an dem was war was durch den Holocaust an menschlichen Beziehungen und Zukunftsperspektiven zerstört und vernichtet wurde Mit seiner Kunstaktion T A 02595 von 27 4 bis 10 5 1995 in der Rathauspassage in Steyr Austria mit dem Titel noch nicht mit Erde bedeckt gelang ihm mit genialer Originalität auf diesen Aspekt aufmerksam zu machen Neun Türgrosse vergoldete Tafeln auf dem Fussboden gaben mit der Zeit Fotos von einem Massengrab aus dem KZ Bergen Belsen und von einer Menschenmenge mit dem Hitlergruss auf dem Steyrer Stadtplatz frei Beide Fotos haben einen inneren Konnex und einen Ursache Folge Zusammenhang Dieser besteht darin dass Massenbegeisterung für einen menschenverachtenden Führer Massengräber zur Folge hat Geschichte wird oft vergoldet die Grausamkeit zugedeckt und ganze Nationen stellen oft nur ihre kulturellen und technischen Leistungen ins Blickfeld Angerbauer gelang es bei dieser Kunstaktion im sozialen Raum Menschen hinter diese Goldschicht der Geschichte schauen und entdecken zu lassen dass diese Geschichte des Holocaust nicht erledigt ist eben noch nicht mit Erde bedeckt ist und vielleicht auch nie sein wird Auf sehr unkonventionelle Weise wurden hier Menschen in einem öffentlichen Verwaltungsgebäude einer kleinen Stadt mit diesem Thema konfrontiert die sich vielleicht sonst kaum mit diesem Thema beschäftigt hätten Der Anlass zu dieser Aktion war der 50 Jahrestag der Befreiung des KZ Mauthausen und seiner Nebenlager von denen eines auch in Steyr war Beschränkte sich Angerbauer 1995 noch auf die Kleinstadt Steyr so überschritt er mit seiner Kunstaktion T A 05098 am 9 November 1998 anlässlich des 60 Jahrestages der so genannten Reichskristallnacht die Grenzen dieser Stadt und dieses Landes indem er das Ergebnis dieses Kunstwerkes in Form einer Audiodatei in das Internet stellte und weltweit abrufbar machte Ein Foto von Herschel Grynspan der am 7 November 1938 den dritten Botschaftssekretär Ernst von Rath erschoss um auf das Schicksal seiner vertriebenen Eltern aufmerksam zu machen verbarg sich auf einer mit Blattgold bedeckten Tafel die in Sicherheitsglas gefasst war Spuren von damaligen und heutigen Vertriebenen und Flüchtlingen auf dieser Tafel stellten die Verbindung zu Vertreibung und Ermordung

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  • Magisterarbeit von Manuela Schmid über die Kunst von Johannes Angerbauer
    Paralympic Games Heintel Peter Essay Kunst und Zeit für die Kunstzeitschrift Passagen 2 98 Himmelbauer Leopold Vorwort im Katalog zu T A 02595 Jodschwefelbad Hochleitner Martin Vorwort im Katalog zu T A 03195 Kunst94 Zürich Locicnik Raimund Kommentar für die Kunstzeitschrift Passagen 5 98 Perner Rotraud A Vorwort im Katalog zu T A 03996 Frauenhaus Ramsmaier Karl Kommentar zur T A 05098 Kristalltag und zum Projekt Opferland Schmid Manuela Magisterarbeit

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  • Friedrich Steinbock - Kommentar zur Kunst von Angerbauer-Goldhoff
    Magisterarbeit zu Tellaura Anachtonismos Steinbock Friedrich Vorwort im ersten Katalog zu T A 0189 bis T A 0990 Tolar Günter Kommentar zu T A 03796 Aidshilfen Zaunschirm Thomas Katalogbeitrag zur GOLD Unteres Belvedere Wien 2012 Ein Vorwort von Friedrich Steinbock in der Prozessdokumentation zu T A 0189 bis T A 0990 Die erste Publikation zu Tellaura Anachtonismos Ein Wert ist eine Möglichkeit durch welche Energie zur Entfaltung gelangen kann Insofern nun aber ein Unwert ebenfalls eine Möglichkeit ist durch welche Energie zur Entfaltung gelangen kann so ist er eigentlich auch ein Wert aber ein solcher der unnützliche und schädliche Energiemanifestationen vermittelt Energie an sich ist nämlich weder gut noch böse weder nützlich noch schädlich sondern indifferent da sie abhängt von der Form in welche die Energie eingeht Die Form gibt der Energie die Qualität Auf der andern Seite aber ist bloße Form ohne Energie ebenfalls indifferent Zum Zustandekommen eines wirklichen Wertes ist daher einerseits die Energie andererseits die wertvolle Form vonnöten C G Jung Bei 1337 95 Grad Kelvin geht Gold aus der festen Form über zur Fliessenden Energie die ihm zugeführt wird entfaltet sich transformiert durch das Gold in der jeweiligen Wert oder Unwert begründenden Qualität ihres Eintrags Elementare Reinheit seines Vorkommens in der Natur Wert der gediegenen Form sonnenhellen Metalls in der Tiefe der Erde wird Unreinheit durch immer wieder ins Gold eingeschmolzene Manifestationen pervertierter menschlicher Energie Sichtbares Gold nimmt die Form an die ihm die Ausbeutung seiner Vorkommen gibt Gold wird Geld als Produkt der Machtausübung von Menschen über Mensch und Natur Es ist von Sklaven Lohnabhängigen und betrogenen Diggern geschürftes von Conquistatoren geplündertes Ermordeten entrissenes den Toten geraubtes Zeichen ökonomisch politischer Herrschaft militärischer Grausamkeit und Barbarei durch den Handel zur Ware gewordenes gegen Zeit und Energie getauschtes Objekt oberflächlichen Nutz und Besitzdenkens Unwert durch Gier Gewalt

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  • Günter Tolar zu den Eingangs Goldschwellen der 7 Aidshilfe Zentren Österreichs
    Die Goldene Schwelle vor einer Aidshilfe wird von zweierlei Menschen betreten Die einen sind die Mitarbeiter die Helfer die Inhaber der Hilfe Sie kommen zur Arbeit haben es zumeist eilig sind fast immer beinahe zu spät dran müssen untertags einige male weg ebenfalls eher hastig weil auch da sicherlich unter Zeitnot Sie hinterlassen die Chefspuren auf den Goldschwellen Die anderen Betreter der Aidshilfen Goldschwellen sind die Kundschaften die Hilfe brauchen die Auskunft benötigen Sicherheit suchen in welche Richtung auch immer Einer hat Angst angesteckt zu sein weiss es nicht hat sich nach tage oder wochenlangem qualvollem Überlegen endlich entschlossen einen Test machen zu lassen Wie geht so ein Mensch über eine goldene Schwelle Er kommt wieder heraus wieder über die Goldschwelle erwartet das Testergebnis übermorgen Übermorgen kommt er wieder noch ängstlicher als vor zwei Tagen ein Todesurteil erwartend das Ausbleiben dieses Todesurteils erhoffend Wie nennen wir seine Spuren auf der goldenen Schwelle Angstspuren Aidsspuren Bedürftigenspuren Wird er überhaupt eine Spur hinterlassen Menschen die Angst haben treten leise auf schleichen fast wollen nicht auffallen wollen eben keine Spuren hinterlassen damit sie der fiktive oder echte Feind nicht findet Wenn die Todesangst dann von ihm genommen ist wird er eine Spur machen er wird erleichtert sein und darum fester auftreten aufrecht gehen sein Körpergewicht voll und senkrecht in der Achse Er hat wieder Boden unter den Füssen gewonnen und wird Gold abreiben Allein diese Metapher zeigt was in Angerbauers Goldplatten alles eingetreten eingerieben eingeschlichen ist Der Schritt von Menschen die an der Grenze der Ausgrenzung balancieren diesseits und jenseits die am Rand der Menschheit leben müssen Ein Balanceakt der sich aus den Extremen definiert Heute die totale Angst morgen die erlösende Nachricht heute lächelnde Sicherheit morgen die Todeskunde Die Kundschaft der Aidshilfen Und die Helfer die Chefs Menschen die sich dem Helfen

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  • BODENGOLD Katalogbeitrag zur GOLD Ausstellung im Unteren Belvedere
    die Besucher das Gold mit Füßen treten Die individuellen Reaktionen werden sehr unterschiedlich sein Vermutlich wird das Empfinden hier ein Tabu zu verletzen überwiegen Exkurs Tabu Bodengold Die Scheu auf Gold zu gehen hat mehrere Gründe Erstens wird der edle Glanz zerstört weil die Haut des dünnen Blattgoldes sehr verletzlich ist Zweitens schreckt man davor zurück in ein Werk hineinzusteigen Der dritte Grund betrifft den kulturgeschichtlichen Zusammenhang von Gold und Schatten Der mittelalterliche Goldgrund und der neuzeitliche Schatten sind inkompatibel Das perspektivisch räumliche Denken hat den Goldgrund beendet Das Wort Grund bezog sich immer auf den Hintergrund und nicht auf den Grund und Boden Der Konnex Gold und Schatten wird allerdings im Zuge der Wiederentdeckung des Mittelalters um 1800 zwar nicht in der Malerei aber in der Dichtung deutlich In Peter Schlemihls wundersamer Geschichte 1814 von Adelbert von Chamisso tauscht der Titelheld seinen Schatten gegen einen unversiegbaren Goldsäckel In einer Schlüsselszene verstreut er immer mehr Gold auf den Boden bis ich ermüdet selbst auf das reiche Lager sank und schwelgend darin wühlte mich darüber wälzte die Nacht fand mich liegend auf dem Golde und darauf übermannte mich der Schlaf Hier findet sich das erste Mal ein horizontaler Goldboden der durch Schlucken des Schattens den Menschen zu einem Niemand macht Ein Mensch ohne Schatten hat keine Identität weil sich in der Welt des Helldunkels um ihn kein Raum bildet 1 Ein vierter Grund für die Scheu den goldenen Boden zu betreten liegt darin dass damit die Vorstellung des beständigen Wertes unterminiert wird Gold als abstrakte Basis unserer Marktwirtschaft Gold als Symbol von Macht und damit Hauptzielvorstellung unserer Gesellschaft wird als Erdmaterial vorgestellt als ein zu transformierendes Gestaltungsmittel das weder symbolisch noch faktisch einen Ewigkeitswert darstellt sondern wie jedes Element in verändernde Bewegungsabläufe eingebunden ist 2 Indem wir unsere Spuren auf dem

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