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  • Kritik von Dr.Dr. Leopold Kogler zur Arbeit von Johannes Angerbauer
    für Furore und läutet mit diesem besonderen Projekt einen intensiven Denkprozess ein Gold ist und war schon immer ein Werkstoff des Steyrer Künstlers Johannes Angerbauer widmet sich in seinen Arbeiten stets dem Werkstoff Gold In seiner aktuellen Rauminstallation thematisiert er den Zeitraum 1914 bis 1934 in Steyr wobei der Künstler Gegenstände dieser vergangenen Zeit goldig erstrahlen lässt Foto Katrin Auer Bei der großen Ausstellung zum Thema Gold im Belvedere konnte er beim Publikum viele Emotionen auslösen dies gelingt ihm nun auch mit seinem neuesten Projekt das sich ganz intensiv mit der Geschichte auseinandersetzt Die vierteilige Bodengold Eingangsschwelle zur Ausstellung im Museum thematisiert den Zeitraum 1914 bis 1934 in Steyr Sie soll die Spuren der Besucher aufnehmen und im Gold bewahren Aufgerichtet und konserviert zu einem Triptychon und einem einzelnen Wandobjekt wird sich ab August dann ein spezifisches Werk zeigen das die Steyrer Geschichte bis zur Gegenwart spiegeln wird Dann hat Angerbauer ein eisernes Triptychon als Hommage an die Alte Eisenstadt Steyr realisiert Diese drei Goldobjekte tragen menschliche Spuren die in einer New Yorker Galerie im City Bus von Freistadt und in einem Niederflur Autobus in Steyr geschaffen worden sind Zwischen den Fenstern hängen zudem zwanzig goldene Telefonbuch Objekte aus dem

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  •  Mag. Elisabeth Vera Rathenböck zur Arbeit von Johannes Angerbauer
    im Steyrer Museum Arbeitswelt Foto GfaT Nein keine Vernissage betont Angerbauer Mit dem Auftragen des Firnis des vernis vollendeten ja einst die Alten Meister ihre Werke Die 20 goldenen Bildtafeln die Angerbauer nun im Museum Arbeitswelt präsentiert würden aber erst nach ihrem Verkauf vollendet sein Das Stück kostet 1200 Euro und ein Drittel des Erlöses geht an ein Sozialprojekt Die 20 Werke haben bereits österreichische Kunstgeschichte geschrieben Denn 64 Bildtafeln

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  • Mag. Dr. Peter Assmann zum Werk von Johannes Angerbauer
    Josef Beuys vor allem von den kreativen Möglichkeiten in jedem Menschen gesprochen hat vom Potential der Kunst so beschäftigen sich aktuelle Erscheinungsformen der Kunst so auch Johannes Angerbauer nicht nur mit diesen Möglichkeiten sondern gestalten selbst sozial aktive Prozesse die quasi automatisch und selbstverständlich jeden integrierten Menschen zum Künstler machen Kunst wird so zu einem Prozess zu einem strukturierten Ablauf Im konkreten Fall der Handlungen von Johannes Angerbauer ist jeder einzelne der vielen Menschen die über seine goldenen Schwellen gehen zum künstlerischen Mitgestalter geworden Er hat seine ganz persönliche Spur hinterlassen die zusammen mit vielen anderen einen Gesamtprozess von Gestaltwerdung markiert Am konzeptuell vorstrukturierten Ende eines solchen Prozesses steht ein Werkergebnis Angerbauer konzipiert und realisiert also keine pure Aktionskunst bzw Performances sondern er verschränkt Aktion und Werk zu einer gemeinsamen Erfahrungskategorie Bewusst setzt sich der im Werk des Künstlers so dominante Aspekt der sozialen Plastik in Gegensatz zum Hauptthema dieses Werkes dem Material Gold Gold ist nach traditioneller Interpretation das Auratische das absolut Wertvolle das die Beständigkeit des Wertes signalisiert bei Angerbauer wird es jedoch als fragile Schichtung zur Abnützung freigegeben Gold als abstrakte Basis unserer Marktwirtschaft Gold als Symbol von Macht und damit Hauptzielvorstellung unserer Gesellschaft wird als Erdmaterial vorgestellt als ein zu transformierendes Gestaltungsmittel das weder symbolisch noch faktisch einen Ewigkeitswert darstellt sondern wie jedes Element in verändernde Bewegungsabläufe eingebunden ist Angerbauer durchbricht aber nicht nur radikal die traditionelle Auratisierung des Goldes er gestaltet Gold zudem als eine Art Spiegelbild das die Aufmerksamkeit des Betrachters auf ihn selbst zurückführt Überdeutlich werden wir mit der Frage nach dem Gleichgewicht zwischen Wertnehmen und Wertgeben konfrontiert mit der Frage nach einem sozialen materiellen geistig energetischen Ausgleich Die goldene sich permanent verändernde Spiegelschicht konfrontiert Angerbauer mit Bildern und Texten die zumeist geistesgeschichtliche Bezüge zum Material Gold herstellen Stets werden diese Bild und

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  • Mag. Katrin Auer zur Enthüllung des Kristalltag Objekts im Rathaus Steyr
    Zuge des Pogroms reichsweit 400 Menschen ermordet oder in den Selbstmord getrieben über 1 400 Synagogen sowie tausende jüdische Friedhöfe Geschäfte und Wohnungen zerstört Am 9 November 1998 wird mit zwei Schlägen als Symbol für die damals und heute Vertriebenen die Glasscheibe zerbrochen Am 10 November 1938 sollen die Pogrome laut Befehl bis 5 00 Uhr früh beendet werden In der Folge werden ca 30 000 Juden in Konzentrationslagern inhaftiert Am 10 November 1998 wird um 5 00 Uhr früh die Audiodatei der zerberstenden Glasscheibe im Internet online gestellt um sich fortan digital auszubreiten Nach der Vergangenheit der Ereignisse und der Gegenwart des Kunstwerks ist es nun an der Zeit über den Künstler zu sprechen Johannes Angerbauer Goldhoff ist heute aus sehr persönlichen und guten Gründen nicht anwesend Für ihn spricht sein Werk KRISTALLTAG Das vergangene Dunkel der Nacht vertreibende goldene Licht der Zukunft Johannes Angerbauer Goldhoff ist aufgewachsen mit Gold und lässt sich vom Spannungsverhältnis zwischen dessen materiellen und immateriellen Bedeutung inspirieren Gold dessen Gewinnung nur durch Ausbeutung und Zerstörung von Mensch und Natur möglich ist das meist mit Raub und Krieg verbunden ist und somit Schuld in sich trägt bedeutet Verantwortung Angerbauer Goldhoff lässt das materielle Gold mit Füßen treten um es zu reinigen und der Erde zurück zu geben Ebenso wie Gold hielt sich das nationalsozialistische Regime durch Propaganda falschen Schein durch Gewalt Ausbeutung und Vernichtung von Leben an der Macht Die Auseinandersetzung damit liegt für immer in unserer Verantwortung Denn auch wie das Gold immer wieder geschmolzen und in neue Formen gegossen werden kann müssen wir wachsam sein dass verbrecherische Ideologien wie der Nationalsozialismus oder Faschismus nicht in neues Gewand gekleidet wieder unser Leben bestimmen I n diesem Sinne ist das NIE WIEDER unser Auftrag in unserem eigenen demokratischen Interesse Steyr ist dank des vielfältigen ehrenamtlichen Engagements und des mittlerweile deutlichen politischen Willens am besten Weg sich als DENK ORT zu etablieren Kristalltag in der Goldenen Rathauspassage Stollen der Erinnerung Jüdischer Friedhof Februar 34 Gedenken Waldenser Gedenken u v m Dies sind nur einige Orte an denen wir in Steyr zu Denkanstößen angeregt werden Ganz im Sinne von Johannes Angerbauer Goldhoff der uns auffordert Reinigen Sie Ihr Bewusstsein von der Lüge der Reinheit erkennen Sie die Unreinheit des vom Menschen beschmutzten Goldes überlegen Sie ob Sie moralisch in der Lage sind dieses Gold zu seinem Ursprung zurückzuführen und der Erde wieder zu geben zu opfern Nicht die Quantität ist entscheidend sondern der Wille dieses Gold zu opfern und nie wieder an sich zu nehmen Erst durch diesen Prozess der Reinigung der Rückkehr zur Erde kann das Gold wahrhaft zum Symbol innerer hoher Werte werden Visuell sichtbares Gold ist unrein Unsichtbares geläutertes Gold ist rein Zu guter Letzt möchte ich Johannes Angerbauer Goldhoff meine Stimme leihen um seine persönlichen Dankesworte auszusprechen Zuerst möchte ich mich bei den 38 Menschen bedanken deren traurige und berührende Schicksalsspuren für immer in diesem Goldobjekt bewahrt bleiben und die Forderung des NIEMALS WIEDER auch für zukünftige Generationen signalisieren Ich werde mich mein

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  • "We are hungry for gold" Mag. Wolfgang Glaser - Kommentar zum geplanten Projekt "T.A.Olympia"
    harter Arbeit verbunden sondern auch mit viel Enttäuschung und Leid für die Besiegten Das höchste was ein Leistungssportler in seiner Karriere erreichen kann ist Gold bei olympischen Spielen Der ursprüngliche olympische Gedanke Dabei sein ist alles zählt in der Realität unserer Leistungsgesellschaft schon lange nicht mehr Ein Motto der nächsten Paralympics im Jahr 2000 in Sydney olympische Spiele für körperbehinderter Menschen lautet We are hungry for gold Der Künstler Johannes Angerbauer möchte dort mit einer besonderen Aktion die vielseitigen symbolischen Bedeutungen von Gold bewusst machen Auf Bildern im Zusammenhang mit der olympischen Idee und Gold sollen alle behinderten und nichtbehinderten Sportler die an einer Olympiade teilnehmen ihre Spuren hinterlassen Die Bilder die mit Blattgold bedeckt sind werden von den Sportlern beschritten dabei wird die Goldschicht teilweise abgerieben was verdeckt war wird frei und für den Betrachter zu einer Art Spiegel Das abgeriebene Gold kommt bei diesem Prozess wieder zur Erde zurück Gold wird dabei nicht auf Kosten von Verlierern errungen werden sondern wird somit für alle Menschen der Erde wieder zurückgegeben Durch diesen Akt wird jede r Teilnehmer in an den olympischen Spielen zum wahren Sieger ohne dass es Verlierer gibt Der olympische Gedanke des Näherkommens unterschiedlichster Völker und Rassen

    Original URL path: http://www.ta-art.com/D/texte/glaser-wolfgang.html (2016-02-08)
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  • Kunst und Zeit
    der Gewalt der faschistischen Ästhetik Dieses Aufblitzen von Anspruch macht aber nur mehr deutlich was Kunst war und welche Kraft in ihr und verführende Gewalt gesteckt hat Verehrung bedeutet aber nicht nur sterbenlassen sie will etwas festhalten Was kann dies in unserem Fall sein Das einzelne Werk hat seine Umgebungsbedeutung verloren es ist in Museen zu Tode gekommen Auferstehung aber setzt Tod voraus So wird es Symbol eines Überganges Zwar hat es seine alte lebendig beherrschende Funktion verloren es bewahrt aber Absicht Grund und Form Die Absicht ist es sich zur alltäglichen Welt eine Differenz zu bewahren der Grund ist deren Zufälligkeit Endlichkeit und Unvollkommenheit die Form beruht auf unserer schöpferischen freien Sinnlichkeit in der sich Menschen einen anderen Zusammenhang geben können als in den Werken eines sie reduzierenden und notwendig abstrahierenden Verstandes Die Kunst entbindet wieder von ihm und lässt uns freier werden gegenüber seiner zwingend einschränkenden Gewalt Vergangen ist also ihre fremdbestimmend verführerisch vereinnahmende Macht ihr einheitsstiftender Ausdruck ihre ordnende Autorität Die Verehrung hält sie aber aufrecht gleichsam als Platzhalter für Sinnzugänge des Menschen zu sich den anderen und der Gesellschaft die eindimensionale Entwicklungen vermeiden helfen Die Einheit der Gesellschaft ist Illusion und kann niemals durch eine Kultur oder Kunst hergestellt werden schon gar nicht aus einer vergangenen denn diese war immer regional national bestenfalls kontinental Es ist nicht bloss Arbeitsteilung Spezialistentum Individualismus Rollenvielfalt Verlust von Normautorität der Institutionen die uns Pluralismus und Zerfall gebracht haben Es ist vielmehr mit ihnen die Einsicht verbunden dass Einheitsbildungen auch mit Hilfe der Kunst stets der Gefahr des Selbstverlustes ausgesetzt waren Es war eben gerade auch die Kunst die diese Fremdbestimmung nicht nur unterstützte sondern in ihr gleichsam ein heiteres Leben zu versprechen schien Zerfall und Entfremdung gehen jeder Autonomie voraus und so treffen sie auch die autonome Kunst Sie zerfällt in E und U in ihre Gattungsvielfalt in technische Spezialitäten der uomo universale ist Geschichte Und sie entfremdet sich ihrer Umgebung wird zum eigenständigen für sich stehenden Werk Aus ihm verlieren sich die Menschen Vergangene Epochen waren deshalb souverän gegenüber ihren Vorgängern weil sie sich selbst für das höchstmöglich Erreichte für etwas Anderes hielten In ihren Künsten waren sie bestrebt dieses darzustellen und dafür zu danken Kunst war Dienst an Gott und den Göttern In ihnen nämlich war das Erreichte begründet Das Werk war Gabe und Erinnerung daran es war Mittel und Vermittlung Das spätere Werk verliert diesen Charakter diesen Bezug Es ist gefesselt in den Grenzen seiner selbst Es wird zum besonderen Ding Gegenstand neben anderen Vom Gebrauch her erscheint es nutzlos man kann es aber sammeln Es verbraucht sich nicht gewinnt an Wert je älter es ist Das Alter bringt es in die Nähe der klassischen Kunst und heute altert Neues schnell Früher war es Gegenwart und Umgebung die Kunst war Erscheinung der gleichen Zeit man feierte in und mit ihr Jetzt wird das gegenwärtige Werk weil es so bloss für sich steht erst etwas wenn es bereits vergangen ist Wir haben uns kollektives Selbstbewusstsein ausgelagert es hat seinen Ort nicht mehr in sich seiner Fähigkeit der Selbstreflexion und Selbstdarstellung sondern in seinen Tätigkeiten und nützlichen Produkten Sie schliessen aneinander an und weisen in eine unendliche Zukunft wir haben die offene Epoche erzeugt Fortschritt heisst dass das immer Bessere folgt dass man eigentlich nie guten Gewissens irgendwo stehenbleiben darf weil man sonst zum Verhinderer wird Das Erreichte kann nie erfüllen es weist über sich hinaus es kann nur unvollkommen sein Das Bewusstsein über diese Unvollkommenheit treibt voran das Vollkommenere daran zu setzen usw Wir können in unserer Gegenwart nie selbstbewusst werden weil wir unser Selbst bereits an sein zukünftiges Werk verloren haben Die Dialektik der Vollkommenheit besteht aber darin dass sie immer ist und nie Das wussten frühere Epochen und sie machten sich diese Dialektik selbst zum Werk Dies liess sie innehalten sie mussten nicht rastlos suchen und alles Gefundene wieder verwerfen Trotz Wissen über ihre Unvollkommenheit produzierten sie Werke für die Ewigkeit sie waren ewig weil sie da waren und nicht weil sie alt waren Was soll Kunst heute eigentlich noch In ihrer vergangenen Bedeutung ist es mit ihr vorbei in ihrer Verehrung stirbt sie täglich als Werk unterliegt sie dem Schicksal aller übrigen Produktion es muss eines auf das andere folgen und sich verkaufen lassen Der Paradigmenwechsel der bürgerlichen Welt hat unser Zusammenleben auf ein anderes Fundament gestellt Ökonomie und Technologie ist das innere Band das die Weltgesellschaft zusammenhält ihre Kultur und Religion Ihr Erfolg hat uns vielerlei Entlastung gebracht und ungeheuren Reichtum Und er hat uns aus Knechtschaft Sklaverei und unauflöslichen Abhängigkeiten befreit Erst in ihm wurden Selbstbestimmung Autonomie möglich das Individuum als freie Person Programm War früher das Selbstbewusstsein gleichsam kollektiv unbewusst durch Institutionen verwaltet und über Kunst vermittelt wurde es jetzt aufgeweckt Vorerst aber nur dem Individuum überantwortet Es sollte frei sein Gewissen und Verantwortung heben und tragen Man wollte den archimedischen Punkt finden von dem aus die neue aufgeklärte Freiheit zu entwickeln war So wurde auch der Künstler zum autonomen unabhängigen Subjekt erklärt und weil die Kunst etwas Besonderes Heiliges war musste er auch zum besonderen Subjekt erklärt werden Diese Heiligsprechung der Person hat Individuen zwar zu hervorragenden Leistungen angetrieben sie mussten ihrer Auszeichnung gehorchen hat ihnen aber eine Autorität verliehen die für die weitere Entwicklung der Kunst nicht nur vorteilhaft war Über Personen vermittelt behielt sie nämlich auf diese Art ihre fremdbestimmende Rolle und sie teilte die Menschen in Künstler Genies und Konsumenten So erstaunlich es sein muss was an tatsächlicher Genialität auf diese Weise zunächst hervorgebracht wurde die Arbeitsteilung dieser Art hatte ihren Preis Die so ausgezeichneten Individuen waren gezwungen bis zur Erschöpfung alle Energien aus sich herauszuholen und oft bezahlten sie mit gesellschaftlicher Grenzgängerschaft oder einem rastlos schaffenden kurzen Leben Auf der anderen Seite steht der verständnislose Genuss der allmählich sprach und begriffslos geworden die Zwischenwelt der Interpreten Kritiker Spezialisten etc hervorbringt die sich ihre Autorität von jener der Künstler leihen Dennoch hat man den Eindruck dass alles unverbunden nebeneinander steht Die Kunst also in individuelle Autonomie und Autorität

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  • Leopold Himmelbauer - Kommentar zur Kunst von Johannes Angerbauer
    beispielsweise daß Gold ein edles Metall ist Und doch steht Gold nicht für Reinheit allein Gold ist ebenso ein Synonym für Macht für Besitzstreben für Ausbeutung und Unterdrückung man denke nur wieviel Blut um Goldes willen geflossen ist und immer noch fließt Einer der Wege den Angerbauer sich vorgenommen hat zu gehen ist die Entmystifizierung des Goldes Die Rückkehr des Goldes zur Erde Tellaura Anachtonismos schreitet schon sieben Jahre voran Wann und wo immer Angerbauer seine Goldanschläge verübt seine Transformatoren setzt seine Minenfelder und Schwellen wie im Jodschwefelbad Bad Goisern auslegt immer ist es ein Hinweis auf den meist vergessenen Aspekt im Golddenken Der Mythos des Edlen verschwindet wenn wir Gold mit unseren Füßen betreten Wie auch das Blattgold sich ablöst von den Minen und Schwellen und sich verteilt zurückkehrt zur Erde Ein Vorgang der sich lohnt denn zurück bleibt ein Wahres Spätestens seit Joseph Beuys ist Kunst ein sozialer Prozeß ein Miteinander Der Weg den auch Johannes Angerbauer beschreitet ist der Weg des Verbindens Nicht er ist der Künstler der Kunstwerke schafft Er ist der Katalysator der Kunstwerke ermöglicht Die wahren Künstler sind die Menschen die seine Minen und Schwellen betreten die ihre Spuren hinterlassen die an der goldenen Oberfläche kratzen die so gemeinsam nach Wahrheit suchen und dabei Skulpturen bilden Ist nicht das Miteinander das Verbinden und das gemeinsame Gestalten die einzig lohnende Herausforderung für die Menschheit Wer sich der Herausforderung stellt einen Weg zu gehen der Kunst Herz hat sieht atemlos Atemloses Sehen ist vielleicht das herausragendste Merkmal eines jeden Künstlers Die Stationen seines künstlerischen Weges plant Johannes Angerbauer nicht Atemlos staunend findet er sie Bei einem Kuraufenthalt im Jodschwefelbad Bad Goisern fand er beispielsweise eine aus Haken und Lichtquellen gebildete Struktur die sich durch alle zehn Wannenräume zieht Zweimal fünf Fingerabdrücke Angerbauer fand in der Folge

    Original URL path: http://www.ta-art.com/D/texte/himmelbauer-leopold.html (2016-02-08)
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  • Mag.Dr. Martin Hochleitner - Kommentar zur Kunst von Angerbauer
    gesellschaftliche Realitäten Die konkrete Aktion in Zürich schliesst dabei von ihrem strukturierten Ablauf und dem speziellen Einsatz von Gold konsequent an die vorausgegangenen Prozesse an und wählt wiederum einen individuell konzipierten inhaltlichen Ansatz als Ausgangspunkt für die vom Künstler intendierte Handlung In dieser hinterlässt jeder Mensch der sich auf die Arbeit mit Blattgold beschichtete Holzplatten die wie eine Schwelle am Boden liegen einlässt und sie begeht Spuren die die eigentlichen Bildinhalte Bilder Texte ausschnitthaft freigeben Für die einzelnen Phasen des Projektes das sich dem Rezipienten vor Ort als Intervention des Künstlers im öffentlichen Raum bzw als begehbare Installation präsentieren auf das zu einem späteren Zeitpunkt die einzelnen Minenfelder als Prozessergebnis verweisen und das schließlich in seinem Ablauf und seiner Gesamtkonzeption nur mehr durch die jeweilige Dokumentation nachvollzogen werden kann Der Katalog ist somit selbst integrativer Bestandteil des Prozesses stellen die von Angerbauer jeweils gewählten Sinnzusammenhänge die grundlegendste Klammer dar Dabei behandelt Angerbauer wie bei der Aktion in Zürich mit der Abbildung der Hand eines ehemaligen KZ Häftlings über gesellschaftsrelevante Problemstellungen hinaus grundsätzliche Fragen menschlicher Existenz bzw sozialen Agierens Er versucht dies nicht im Sinne vordergründig betonter Themenfelder oder gar auf einer moralisierenden Ebene sondern bietet vielmehr mit seinen Bildinhalten Assoziationsmöglichkeiten

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