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  • theatercombinat : palais donaustadt
    verlassenen bauwerke der nationalsozialistischen partei lassen als steinerne zeugnisse die erinnerung an jene epoche lebendig werden die in die furchtbarste katastrophe deutscher geschichte mündete damit ist das ziel des films von alexander kluge und peter schamoni bereits umrissen es geht darum die ausgedienten monumente der ns architektur nachträglich zum sprechen zu bringen ort der spurensuche ist das nürnberger parteitagsgelände wo anderthalb jahrzehnte vorher noch die faschistische idee der volksgemeinschaft beschworen und in suggestiver choreographie inszeniert wurde der angriff der gegenwart auf die übrige zeit alexander kluge BRD 1985 111 min als die einführung des privatfernsehens bereits in vollem gange war drehte kluge seinen vielleicht skeptischsten film eine liebeserklärung an das kino die trauerarbeit und parabel zugleich war es geht um menschen die aufgrund technischer fortschritte nicht mehr gebraucht werden und ihren arbeitsplatz verlieren thema des films ist die intensität der verschrottung von langfristig gewachsenen erfahrungszusammenhängen wie sie mitte der achtziger jahre von den managern der neuen medien den eiligen im lande mit ungeduld betrieben wurde stichwort endgütigkeit unserer städte bisher hatte ich wie selbstverständlich angenommen daß der umbau unserer städte die anlage von fußgängerzonen b ebenen u bahnen die gründung von satelliten städten usf so lange weitergeht bis wir wieder in städten wohnen so wie ich sie von früher her kenne ich habe recherchiert herumgefragt diese illusion findet sich nicht nur bei mir tatsächlich aber spricht vieles dafür daß die städte so umbaut wie sie es jetzt sind die wohnstätten sein werden mit denen wir ins 21 jahrhundert gehen ein wesentliches ergebnis meiner recherchen ist es daß die chronik der modernen stadt so wenig wie die vorgeschichte in form von essays oder szenen wiedergegeben werden kann vielmehr ist das ein filmthema mich fesselt dabei besonders die sog unsichtbare stadt die städtische struktur die in unseren nerven gefühlen kenntnissen steckt das

    Original URL path: http://www.theatercombinat.com/projekte/palaisd/palaisdfilm4.htm (2016-02-15)
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  • theatercombinat : palais donaustadt
    networks of electro techno electronic music pop hip hop alternative and improvised music assembled on invitation by theatercombinat picknik am wegesrand was initiated by several viennese artists the evenings themselves considered as works in progress picknick am wegesrand following the rules of the evenings each act takes 15 minutes time the line up is arbitrary following artists musicians djs and networks took part hans platzgumer cheap records klein records iftaf martin siewert dj beware manfred hofer karl kilian karate joe artonal mieze medusa tenderboy fluc rhiz dubblestandart oskar aichinger vortex icke micke ulrich troyer mego microthol dj glow franz hautzinger fm4 run dem crew play fm skug noisecamp nitro mahalia club beton united movement trost 1bomb1target shortwave massacre madame strang rainer klang helge hinteregger 78 patrick pulsinger sergej mohntau pepi öttl beattown elisabeth manfred grübl formation ohne namen werner möbius villalog alois huber franz pomassl cay taylan umberto gollini miooow waldeck 08 09 15 09 22 09 29 09 2005 between the river danube and the motorway along the riverbank in the midst of event gastronomy real estate investing and tower blocks fall winds become signals vital signs of one of the most famous parts of viennese cultural life the

    Original URL path: http://www.theatercombinat.com/projekte/palaisd/engl_palaispicknick.htm (2016-02-15)
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  • theatercombinat : où est donc le tableau
    tableau was shown at nestroysaele a former private jewish theatre on praterstrasse in the 2nd district of vienna the art nouveau theatre shows indications of its different use throughout the last century such as theatre varieté theatre cinema finally even as supermarket où est donc le tableau reopened the nestroysaele as theatre space où est donc le tableau an experimental theatrical setting for 1 3 spectators director space claudia bosse by and with markus keim angela schubot christine standfest doris uhlich project management christina nägele conceptual collaboration gerald singer production assistence tobias gerber nestroysäle nestroyhof nestroyplatz 1 1020 vienna premiere 29 3 2005 76 performances supported by wien kultur thanks to barbara imhof kristian koller and christoph weber observation slit retina viewing constructing he doesn t see anything because he doesn t want to see because one could perfectly well see nothing jean luc godard the rupture in viewing and hearing does any perception exist without words in the head the viewer constructs relations and desires what we see is what looks at us the bodies work between visibility and invisibility the bodies produce the standstill of visibility and the movement of seeing and projecting the bodies shift gravity they

    Original URL path: http://www.theatercombinat.com/projekte/ouest/ouest_en.htm (2016-02-15)
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  • theatercombinat : où est donc le tableau
    Bildsujet hinüber indem sie vordergründig von Mann und Frau und Haus von Baum und Vogel erzählt Bildbeschreibung leistet was im Titel ausdrücklich verbürgt steht Sie blendet die Mechanik des angestrengten Schauen Wollens in ein blindes Sehen Können hinüber Wer sehen kann der sehe raunt Müller der materialistische Augur der apokalyptisch geschundenen Nachrüstungsseelen Was man üblicherweise die Wahrnehmung nennt ist eben nur unter derjenigen Voraussetzung zu leisten dass man sich über die eigene Schaulust klar wird Die vollständige Schockgefrierung kulinarischer Darstellungsformen ist dabei inbegriffen Dann wird es auch nicht stören dass die szenischen Extremisten von theatercombinat in ihrem neuesten Versuch ou est donc le tableau dreiköpfige Zuschauergrüppchen im Zweistundentakt zu streng abgezirkelten Bildmeditationen in die Leopoldstädter Nestroy Säle einladen ein ehemals jüdisches Vaudeville Theater mit Glasdach und umlaufender Galerie auf dessen merkwürdig sterilen Fliesen Darsteller in gelber Schutzmontur Müllers Traum von der Endzeit der Toten mit Michel Foucaults Velázquez Meditationen aus Die Ordnung der Dinge verquicken Zuletzt wurde dieser vergessene Kulturort als Supermarkt genützt Hier gerinnt die szenische Kunst noch einmal oder schon wieder zur planwirtschaftlichen Zielerfassung von üblicherweise ausgesparten Erkenntnisinteressen Die Darstellerinnen Christine Standfest und Angela Schubot etwa verändern minimal ihre Beziehungen zu Raum Kontext und Sache Die bestünde freilich

    Original URL path: http://www.theatercombinat.com/projekte/ouest/ouestpohl.htm (2016-02-15)
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  • theatercombinat : où est donc le tableau
    theater ist abhängig von den anderen künsten das liegt im medium und weil es gesellschaftlich ist und es ist abhängig von den wissenschaftlichen kunsttheoretischen und politischen diskursen weil aus diesen unterschiedlichen wissenbereichen das material für die umsetzung in das medium des theaters kommt die raumfrage als politische gesellschaftliche und ästhetische frage war immer eine wesentliche aber das bewußtsein darüber ist heute ein anderes und es hat eine andere virulenz das hängt mit den veränderungen des begriffs des territoriums zusammen und der zunehmenden ermangelung von kollektiven aushandlungsräumen wo existieren orte an denen mehrere gleichzeitig anwesend sind in gewisser weise eine geteilte zeit existiert und kollektiv bedeutung produziert wird wo gibt es orte die zu aushandlungsräumen werden sagen wir zu kollektiven räumen von aushandlungsprozessen ein 3teiliges theaterprojekt firma raumforschung wir initiierten als theaterpraktiker und nicht theoriespezialisten unter dem titel firma raumforschung für 4 monate einen temporären diskursraum den monatgsclubraum in einem ladenlokal in der westbahnstrasse der regelmässig jeden montag material zu fragen der produktion von raum henri lefevbre generierte und sammelte lefebvre geht davon aus dass raum nicht per se existiert sondern einerseits materielle komponenten hat andererseits ein medium ist und permanent sozial ausgehandelt und verschoben wird es gibt ideelle materielle und soziale aushandlungsvorgänge die ausgangsfragen der firma raumforschung waren wie lassen sich physikalische philosophische psychologische planerische administrative architektonische politische ästhetische und schließlich künstlerische praxen die den raum verhandeln d h seine organisation definition konstitution produktion und verwertung unterscheiden gegenüberstellen in ihrer verbindung und in ihrer konkurrenz präzisieren und innerhalb oder über diese kontroversen hinaus gestalterische gestaltende einsätze in den öffentlichen raum und den kunstraum dieser stadt entwickeln die beiträge vorträge projektvorstellungen diskussionen kamen aus bereichen der philosophie kunstgeschichte soziologie architektur chroeographie performance musik und kulturwissenschaft der politischen kunsttheorie und der stadtverwaltung es bildete sich ein gemischtes publikum das die aufgeworfenen diskurse mitbetrieb und befragte ein kommunikationsort ein präzisierungsort zwischen den sonst eher getrennten bereichen an dem die sprache als medium der kommunikation immer mehr in den mittelpunkt geriet als methodisches und terminologisches vehikel der differenten ideologien anschauungen und praktischen methoden eine publikation ist in planung die dokumentation liegt vor unter www theatercombinat com raum htm où est donc le tableau parallel zur firma raumforschung begannen wir mit der choreographischen theaterarbeit ou est donc le tableau die im april 2005 in den nestroysälen gezeigt wurde das material der raumforschung floss ein in unsere probenarbeit wurde zu choreographischem material am ende dieses prozesses standen 5 fassungen zwischen 70 und 120 minuten die für diesen raum entwickelt wurden eine choreographie mit texten eine theatrogaphie im raum mit der kombination von heiner müllers bildbeschreibung und michel foucaults las meninas aus die ordnung der dinge die frage des bildes wird zur frage von repräsentation und wahrnehmung zur frage der bezeichnung durch wörter deren gebrauch und bezweifeln zugleich die arbeit wurde entwickelt für jeweils 3 beobachter zuschauer die spezifisch differente blick und raumpositionen und funktionen zugewiesen bekamen die beobachter zuschauer waren teil des stattfindenen performativs ihre sich kreuzenden blicke die repräsentation ihrer körper teil des gesetzten theatralen

    Original URL path: http://www.theatercombinat.com/projekte/ouest/raumistpolitisch.htm (2016-02-15)
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  • theatercombinat: material firma raumforschung
    überhaupt ne sprache finden um zu beschreiben beschreib ich überhaupt beschreib ich oder phantasier ich oder auf welche elemente geh ich eigentlich und was das betrifft glaube ich ist auch wenn man an prozessen und an einer form von theoretisierung oder dokumentation interessiert ist ein versuch eine eigene sprache zu entwickeln oder eine differenz von sprachen auszuloten ausgesprochen selten deshalb ist es kann ich mir vorstellen auch sehr interessant wenn man einzelne verfolgt was nicht so ganz einfach ist entwicklung und verschiebung in der schrift zu bemerken und es gibt noch diese teile internes material und externes material also es gibt diese außenpositionen wo zu beobachten ist was für beschreibungsarten die gewählt haben oder wie sie ringen was zu beschreiben was zunächst nicht beschreibbar ist weil bei jedem kunstdiskurs gibt es ja erstmal immer vereinbarungen wie was bewertet beschrieben beschriftet wird und dann sag ich mal die sorgfalt für dinge für die man nicht sofort worte parat hat eine sprache zu entwickeln ist halt relativ gering weils einfach ein ökonomisches weils ein zeitproblem ist parallelproben d b aber ihr arbeitet ja auch schon an weiteren projekten nicht wahr c b ja wir haben noch parallelproben also das is alles n bisschen der hammer es gibt manche projekte die mit institutioneller anbindung passieren und andere projekte die man ganz bewußt frei organisiert d b das heißt c b das heißt daß man sie autonom organisiert man ist subventioniert aber bindet sich nicht institutionell an was rein organisatorisch oder strukturell relativ heftig ist wir machen jetzt auch ein choreographisches projekt zu bild und raum und dazu parallel die firma raumforschung zu kuratieren nachzubereiten das material zu sammeln und so weiter und so fort is halt ziemlich aufwendig scheitern c b das ganze ist vielleicht genährt aus so nem utopistischen ansatz zu sagen es gibt nicht nur die diskursspezialisten und es gibt dann die theaterpraktiker und es gibt dann die und die sondern zu sagen okay es gibt eine gruppe von leuten die gemeinsam arbeiten und die arbeiten in unterschiedlichen feldern wobei ich sagen muß daß dieser utopistische ansatz daß alle also daß die gleichen den diskurs und die praxis machen bei uns im moment ein wenig gescheitert ist weil es gibt jetzt so veränderungen daß jetzt einige gesagt haben sie möchten die firma raumforschung jetzt gar nicht mehr mitbetreiben obwohl auch in der also is egal also der versuch daß man jetzt alles teilt daß wir das aber das hat nicht funktioniert d b woran ist es gescheitert konkret c b an der überforderung an unterschiedlichen interessen oder natürlich auch wo man herkommt daß man sich natürlich immer auf nem unbekannten terrain befindet es geht um kraftressourcen ich glaub um kraftressourcen und interessen und wie viele unterschiedlichen ebenen man in der lage ist gleichzeitig zu bearbeiten das war im grunde der versuch in diesem jahr und jetzt auch im nächsten so ne verzahnung von komplett anderen ansätzen zu machen also nicht nur den diskursraum hier zu machen den installationsraum kommunikationsraum sozialen raum hier zu schaffen sondern auch gleichzeitig an einem theaterprojekt zu arbeiten es ist halt sehr viel ne es ist halt lacht nee d b aber ihr arbeitet ja immer so an der grenze c b ne klar das is alles und das is auch die frage wie lang man so was machen kann oder d b und wie lang kann man so was machen c b das is die frage ich mein grade unlängst is jetzt ein kollege von uns ausgestiegen wir haben sehr viele jahre gemeinsam gearbeitet und wenn man lange zeit miteinander verbringt dividieren sich vielleicht künstlerische interessen auseinander und es ist die frage wie ist das jetz wieder in abgleich zu bringen ist das wieder konfrontierbar hat man noch die kraft diese konfrontation oder diese kollision immer wieder zu initiieren und wann geht es auch nicht mehr ich kann es nicht genau sagen wie lang ich glaube es geht nicht unendlich sechzig minuten c b weil es natürlich wesentlich anstrengender ist als irgendwie in formaten kunstprojekte zu machen die von vornherein absehbar sind aber ich denke uns alle oder mich hat das halt nie so rasend interessiert also ich komme aus dem klassischen theater ich hab regie gelernt an der ernst busch in berlin also ich komm wirklich von einem figurentheaterspiel von klassischer dramaturgie im brechtschen sinn also nicht ganz klassisch aber so mhmm und kam dann auf grund von persöhnlichen begegnungen wo einige menschen sehr wichtig für mich waren zu dem moment daß man nicht bestimmte grundkoordinaten der kunst oder des theaters einfach annimmt sondern die kondition immer wieder von grund auf befragt das heißt eigentlich daß jedes projekt von neuem wieder ne grundbefragung der grundvoraussetzungen von theater ist also wenn ich ins theater gehe oder in tanz gehe und jedes ist im bühnenraum und dauert sechzig minuten denk ich mir ist doch irgendwie komisch wieso muß alles sechzig minuten dauern und das hat natürlich viel mit ökonomischen gründen zu tun das hat natürlich damit zu tun daß man in der ökonomie auch irgendwann lernt zu denken und daß da eine extreme vor formatierung von bedingung passiert in der dann kunst produziert wird und ich wo ich für mich denke daß die kunstpraxis ja immer auch ne form ist gesellschaftliche grundkoordinaten mitzuformatieren mit konkreten ästhetischen mitteln bin der festen überzeugung daß man diese ganzen medien oder feldimmanenten voraussetzungshaftigkeiten immer wieder reflektieren oder befragen muß wenn ich mit chor arbeiten will entsteht eine ganz andere arbeitsstruktur als wenn ich übern voyeurismus arbeiten möchte und n choreographisches material erarbeite oder wenn ich über so nen diskursort arbeite was jetzt die firma raumforschung ist also jedes anliegen für sich fordert n anderes problem und das war vielleicht auch das problem von dem ich vorhin gesprochen habe daß quasi die firma raumforschung ne ganz andere struktur erfordert als jetzt unsere praktische probenarbeit und da gibts manchmal kollisionen vielleicht auch schwierigkeiten des umschaltens weil du mußt dich ja auch konditionieren wie du wo agieren kannst oder wie du wo produktiv werden kannst raumsuche d b wie schaut diese praktische probenarbeit jetzt aus wie seit ihr da organisiert c b na die probenarbeit sah so aus einseits daß wir parallel probiert haben nach einem raum zu recherchieren d b zu suchen c b einen raum zu suchen lacht firma raumsuche und das war ein sehr langwieriger oder problematischer prozess aber eine unheimlich interessante regerche weil wir gesagt haben was gibts eigentlich noch für räume also wir haben bis jetzt in industriebrachen gearbeitet im neubau gearbeitet im öffentlichen raum gearbeitet und eigentlich war das interesse mit nem nichtraum zu arbeiten da gibts nen raum der noch nicht deffiniert ist und wie kriegt man zugriff auf den raum also das heißt ne brache oder n abrissgelände aber wenn du diese räume oder orte suchst dann merkst du jeder dieser räume is mit einer enormen ökonomie verbunden wir sin eh dabei wir müßen das jetz mal alles aufsammeln weil das eigentlich ne irrsinnige geschichte ist über die unterschiedlichen räume wenn du nicht mit diesen kleinen räumen sondern mit nem gewissen großzügigen raum arbeiten willst das war immer n ansatz daß räume ne gewisse dimension haben dass nähe und distanz ne weite haben studioräume d b wozu verwendest du diese weite c b es war interessant weil wir haben das eben nicht gefunden und haben im wuk geprobt aber du kannst da immer nur in die imagination gehn also du kannst immer nur imaginativ den raum verlassen aber der raum an sich hat wenig imagination oder konkretes material der auseinandersetzung und die distanzen die man in solchen räumen bearbeiten kann also so studioräumen oder so sind einfach extrem begrenzt ich hab da auch gemerkt dass ich da einfach schlecht drin bin zu arbeiten ich krieg einfach nach drei monaten echt die macke also man kann dann so genauigkeitsfiseleien machen und merkt aber als n theatraler einsatz interessiert mich das nicht wirklich also ich merk einfach wenn ich ne weite hab die mir in solchen gesellschaftlichen räumen meist unterbunden wird nein was sind denn so geräumige orte in wien das ist der schlachthof gewesen das ist der helden platz das ist vielleicht das nordbahnhofgelände das sind ja drei komplett unterschiedliche funktionen aber es gibt ja ne ganz klare raumzuteilung in der man sich bewegt und lebt und ich hab irgendwie den eindruck daß raum um dort zu arbeiten um dort theater zu machen für uns oder für mich zuerst einmal eine andere dimension braucht die sowohl die dimensionen von kusträumen als auch gewisser gesellschaftlicher grundannahmen erstmal entsetzt um dann in dieser entsetzung vielleicht nen anderen möglichkeitsraum zu sehn und dann in diesem und um diesen entsetzten raum spezifische techniken praktiken und mittel zu entwickeln verwertungsstrategien d b wie schauts da in wien aus c b ja ich könnt da jetz weiter ich könnte da jetzt die ganze geschichte erzählen was wir alles probiert haben mit ein raum wo keine ökonomische nutzung drauf ist der zur verfügung gestellt werden kann der eine gewisse dimension hat es ist unendlich schwierig da noch ranzu kommen weil es immer schon verwertungsstrategien gibt d b ist das spezifisch wien oder c b ich weiß nicht ob das insgesamt zunimmt daß n ökonomischer druck zunimmt daß ne wertschöpfung zunimmt ob daß allgemein so ist ich merk das jetzt grad in wien es ist uns noch nie so schwer gefallen wie jetz ich mein die ansprüche werden immer komplexer von uns jetz auch aber es ist noch nie so schwer gefallen einen entsprechenden raum zu finden mit dem magaretenbad wars so das war ein ganz anderes raumkonzept wir haben gesagt okay machen wir mal eine skizze im magaretenbad das ist so ein übergeordneter bildraum das ist so ein erlebnisbad ein animierter raum bildbeschreibung und wir arbeiten gerade sowohl mit bildbeschreibung von heiner müller als auch mit dem text von michel foucault diesem anfang von die ordnung der dinge wo er dieses gemälde von velasquez beschreibt las meninias und haben noch so ein textfragment von godard aus dem film comment ca va d b was für ein gemälde las meninias die hoffräulein das ist das gemälde auf der linken seite siehste die rückseite einer leinwand da steht ein maler davor der blickt quasi aus dem bild raus du siehst eine kleine hofgesellschaft einen dunkleren nach hinten gehenden raum wo so n bissl verschwommene bilder hängen hinten hängt ein kleiner spiegel eine öffnung wo ein mann auf der schwelle steht und foucault gehts ganz stark um repräsentation und er macht im grunde das auf du betrachtest das bild wo du siehst daß ein maler vor einem bild steht das du nicht einsehen kannst und du bist gleichzeitig der betracher des bildes und gleichzeitig bist du das modell des malers also wo er so ne doppelfunktion aufmacht was ziemlich interessant ist d b wo kommt das vor das ist ganz der beginn das sind die ersten zwei kapitel von die ordnung der dinge von foucault das ist ganz das is n super text dann haben wir noch so text rausgeschrieben von godard aus comment ca va ein film über blick oder das dirigieren des blickes die bilder und ihre politische funktion und in diesem zusammenhang war halt das bad interessant das ist so ein total animierter raum komplett eklektizistisch mit komplett unterschiedlichen bildangeboten zusammengestoppelt und dort wollten wir eben eine sehr reduktionistische feinstoffliche choreographische arbeit setzen mit eben diesen texten die ganz andere bildebenen wieder beschreiben aber es ist in wien hier halt so sobald ein gebäude leer is und die wolln das verschachern es läuft eine verkaufsoption dann lassen se dich da nicht mehr rein auch wenn es zwei oder drei monate leer steht und jetzt haben wir zwei begehrensobjekte in aussicht wissen nicht ob das funktionert also zwei objekte wo es um leerflächen sei es ne ruine oder sei es ein rest wie etwa ein abbruchrest geht wo innen und außenraum ne andere deffinition hat siehe matta clark und dort ne architektonische skizze zu machen und das als n theatralen raum zu behaupten das ist eigentlich das projekt das wir für nächstes jahr vorhaben also elemente der raumforschung praktisch umzusetzen um einen raum zu besetzen d b wie wollt ihr das besetzen c b also wirklich dort zu arbeiten auch ne räumliche skizze dort zu machen auch mit architektonischen mitteln oder mit skulpturalen mitteln dort dann auch ne aufführung zu machen von der arbeit die wir jetzt im sommer schon begonnen haben mit der praktischen arbeit und dort dann vielleicht auch wieder ein symposium von der firma raumforschung zu veranstalten der arbeitstitel ist grad bildbeschreibung was es aber nicht wirklich sein wird es geht schon um so n bild raum verhältnis aber das irgendwie praktisch zu bearbeiten d b aber das ausgehend von diesem heiner müller text c b ja der kam eigentlich erst später dazu eigentlich gings erst um den körper wenn man sagt der raum existiert nicht sondern wird immer erst initiert dann heißt das ja es gibt den betrachtenden körper und den betrachteten körper und aus diesem verhältnis heraus ein bewegungsmaterial zu entwickeln genau in dieser operativen schwebe haben wir begonnen und dann kam späterhin das textmaterial bildbeschreibung hinzu dabei war das hauptinteresse kann man ein bewegungsmaterial für sich erarbeiten und dann dazu ne komplett andere sprachebene setzen die ne komplett andere relationale bildkonstellation aufmacht die aber nichts damit zu tun hat was eigentlich physisch relational im raum abläuft daß man quasi einen visuellen oder sagen wir konkret körperlichen raum hat und gleichzeitig einen raum der parallel dazu über die sprache gebildet wird ein bildraum das sind so entwicklungen von unterschiedlichen techniken das kommt dann wirklich immer aus dem jeweiligen projekt ressourcen und jetz is das problem daß diese ganze raumgeschichte wo wir glaub ich an zwanzig unterschiedlichen konstellationen dran warn ich ärger mich jetz grad daß ich darüber kein tagebuch geführt hab weil das wäre ein irrsinnig interessantes und ich werd das jetz nachholen ein irrsiniges material wie eigentlich mit ressourcen umgegangen wird wo gibts ressourcen was sind das für ressoucen warum geht was warum geht was nicht interview mit dorian bonelli derive malmoe radio orange 94 0 dérive 12 2004 FIRMA RAUMFORSCHUNG EINE SERIE ZU PRODUKTION DES RAUMS von claudia bosse christine standfest theatercombinat raum wird hergestellt durch spezifische soziale prozesse im gegensatz zu anderen waren ist er aber gleichzeitig materielles objekt und medium in dem andere waren und gesellschaftliche verhältnisse geschaffen werden so reproduziert und modifiziert raum permanent die gesellschaftlichen voraussetzungen seiner eigenen produktion henri lefèbvre the production of space jeder ort hat eine bauliche struktur einen kontext der sein städtisches umfeld inkludiert einen sozialen habitus ein gesellschaftliches feld der benutzung eine zeitökonomie einen symbolischen wert die analyse dieser voraussetzungen ist grundlage der künstlerischen intervention die ästhetische produktion arbeitet mit körpern texten situationen und zeitorganisationen in räumen sie schließt die produzierenden spielerInnen regie choreografInnen etc und die koproduzierenden besucherInnen benutzerInnen und zuschauerInnen mit ein im aufeinander treffen von ästhetischen interventionen an orten mit benutzerInnen und zuschauerInnen wird raum produziert soziale prozesse werden ausgetragen analysierbar im besten falle agierbar gemacht rhythmen raumvorstellungen nutzungskonventionen werden ausgetragen in der produktion von raum die unterschiedlichen austragungsebenen prozessual verschichtet in welchen architekturen raumkonzepten und städtischen kontexten kann man theatral arbeiten will man nicht die blackboxes und white cubes der kulturindustrie als einzig möglichen kontext akzeptieren und umgekehrt andere orte nicht als bloß atmosphärische aufladungen missbrauchen was sind die voraussetzungen kategorien vergleichssysteme und die prozessualen übereinkünfte zwischen produzentInnen und koproduzentInnen und was die differenzen ihrer bewertung oder besetzung im sozialen und ästhetischen feld man antizipiert die qualitäten der raumwahrnehmung und des raumgebrauchs aus einem gesammelten wissen bevor man sich in einen raum begibt treffen diese annahmen nicht zu werden sie irritiert entsteht ein schock in der wahrnehmung Das heißt es gibt ein fundiertes wissen und annahmen mit denen man räume antizipiert innerhalb dieser gesellschaftlichen antizipationen kann raum ästhetisch gesetzt oder versetzt werden die kollektiven antizipationen sind die grundlagen der raumwahrnehmung und raumkonstitution und informieren das aktive gestaltungsspektrum mit im raum wann greift raum in die bedingung seiner produktion ein claudia bosse notizen zur raumgrammatik aus diesen fragen begann firma raumforschung mit recherchen und analysen der komplexen elemente aus der theatralen praxis an orten wie dem schlachthof st marx in wien mit seinen 50 000 qm an sieben orten im mühlviertel auf öffentlichen plätzen und einem bus als mobilem ort der die 93 km spannweite der orte verband einem 600m langen areal entlang des rheinufers in düsseldorf einem schwimmstadion aus den 70er jahren nun ausser betrieb in podgorica montenegro oder einem rohbau vom architekturbüro bkk 3 mit sieben etagen parallel zu den bauarbeiten am lerchenfelder gürtel in wien die fragen waren auch durch die lektüre von martina löws 2001 erschienenem buch raumsoziologie und ihrem begriffsangebot die produktion des raums als parallelen prozess von spacing und synthese zu analysieren motiviert während syntheseleistung die wahrnehmungs vorstellungs oder erinnerungsprozesse erfasst durch die güter und menschen zu räumen zusammengefasst werden benennt spacing das platzieren von sozialen gütern und menschen in relation zu anderen gütern und menschen spacing und syntheseleistung der menschen geschieht häufig gleichzeitig bzw in direkter abfolge martina löw raumsoziologie die montagsveranstaltungsserie der firma raumforschung die anfang september begann und zunächst bis zum 20 12 dauerte will diese recherche öffentlich betreiben indem die unterschiedlichen felder architektur kunst soziologie kunstgeschichte theater und tanztheorie einen diskursort teilen und einen kommunikationsort schaffen um als serie material zu sammeln abzuwägen und die begriffe und diskursdifferenzen der einzelnen arbeitsfelder zu konfrontieren Im gassenlokal zieglergasse 40 1070 wien gibt es ein archiv mit texten zu den jeweiligen recherchen das den besucherInnen zur verfügung steht das konzept der serie ist es neben einem kontinuierlichen kommunikativen einsatz in wien einer stadt die sehr feldspezifisch organisiert ist die aspekte die bei der produktion von raum parallel ablaufen bewusst oder einfach vorausgesetzt auseinander zu dividieren um sie als einzelne zu betrachten historisch zu befragen und sie dann wieder zusammenzusetzen als gleichwertige einsätze die bei der produktion von raum ineinander greifend bearbeitet werden alle beiträge aus der serie sind auf unserer website als module dokumentiert die kontinuität der veranstaltungsserie über

    Original URL path: http://www.theatercombinat.com/projekte/raum/presse.htm (2016-02-15)
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  • theatercombinat : firma raumforschung
    machen bei der suche nach weiteren fragestellungen gab es eine zeitlang die überlegung mit ungebauter architektur zu arbeiten d h mit architektonischen entwürfen die nicht realisiert worden sind von dieser fragestellung haben wir wieder abstand genommen und begannen mit einer recherche hinsichtlich der frage was ist eigentlich raum fast jeder im ästhetischen bereich behauptet er arbeite mit raum dennoch sind unter diesem begriff sehr differente anschauungen und praktiken zu verstehen wir begannen aus der reflektion unserer praxis die perspektive zu befragen d h wie wir geometrische strukturen an orten benutzen unter welchen voraussetzungen wir uns ästhetisch in räumen organisieren was ist perspektive als mathematische konstruktion einer relationalen abbildung von gegenständen und objekten welche raumbegriffe gibt es in der philosophie wie und unter welchen naturwissenschaftlichen erkenntnissen haben diese sich verändert wie funktioniert der sehvorgang wie hat sich die kenntnis vom sehen verändert wie wird raum wahrgenommen was ist der unterschied von bild und raum die fragen sind gestellt unter der maßgabe dass raum nicht als gegeben oder als zu betrachtendes gegenüber anzunehmen ist sondern mit henry lefebvre immer erst produziert wird so ist dies auch der titel unserer veranstaltungsreihe produktion des raums raum wird in der soziologie verhandelt als konstitition von räumen als paralleles wirken von spacing von materiellen gütern und synthese das den raum erst herstellt martina löw dadurch ist raum ein aushandlungsprozess sozialer vorgänge bourdieu wie wird raumwahrnehmung synthese und spacing durch alltagsroutinen in raumbenutzungen geprägt in welchen strukturen und bildern lebt man wohnt man eine auswahl von textmaterialien findet man in den taschen an der wand im hinteren raum diese veranstaltungsreihe will also der frage nach der produktion des raums nachgehen das projekt firma raumforschuung ist eines von dreien unserer theatralen praxis die 2005 entwickelt werden sollen bis ende dieses jahres nun soll dieser ort der clubRAUM zum

    Original URL path: http://www.theatercombinat.com/projekte/raum/raumvorstellung.htm (2016-02-15)
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  • theatercombinat : firma raumforschung
    Zuschauer Auf der gegenüberliegenden Wand am hinteren Abschluss der Bühne ist der Fluchtpunkt angedacht Der hintere Abschluss des Proszeniums bzw der vordere Abschluss der Kulissenbühne liegt genau zwischen Flucht und Augenpunkt Die vier Kulissenpaare sind rechts und links auf der Bühne entlang der Fluchtlinien nach hinten gestaffelt die innere Kante der Kulissenteile ist nach hinten ausgelenkt Pozzo gibt ein Verfahren an wie man die Kulissenteile so bemalt dass sie für den unmöglichen Zuschauer einen geschlossenen Seh bzw Bildeindruck erzeugen Dabei werden einzelne Motive über mehrere Kulissenteile hin ausgeführt eine Neuerung Pozzos gegenüber älteren Kulissenbühnen Der Zuschauer in Pozzos systematischem Bühnenraum korreliert mit Keplers rechnenden Gesichtssinn oder Betrachter im Auge Bildfragmente die zu einem geschlossenen Seheindruck zusammengesetzt werden werden als Raum betrachtet Der Raum der sich im Seheindruck herstellt ist ein nichtexistenter Raum der Seheindruck simuliert einen Raum Allerdings kann kein realer Zuschauer den richtigen Seheindruck erhalten nur der unmögliche Zuschauer In gewisser Weise scheint die barocke Kulissenbühne damit ihr konsturieren auszustellen und die Täuschung zu verunmöglichen Zum Komplex von Schein und Sein den die barocke Kulissen und Maschinenbühne auch inhaltlich verhandelt scheint der Rückgriff auf Descartes sinnvoll 4 Descartes Descartes überträgt das Modell des Netzhautbilds auf alle Sinneswahrnehmungen Gleichzeitig und das ist der entscheidende Punkt entwickelt er eine Erkenntnistheorie in der richtiges Denken als Operationen auf und mit Repräsentationen modelliert ist man könnte dieses Denken als figuratives Denken charakterisieren Die Erkenntniskraft kann nach der entwickelten Methode aus Repräsentationen richtige Schlussfolgerungen ziehen Das grundlegende Täuschungsproblem ob alle Sinneseindrücke nur Täuschungen sind lässt sich innerhalb der Erkenntnismethode durch den Existenzbeweis des nicht täuschenden Gottes lösen Damit ist es der Erkenntniskraft grundsätzlich möglich Wahrheiten über Dinge außerhalb des denkenden Ichs zu schlussfolgern Allerdings ist nicht auszuschließen dass irgendwelche Sinneseindrücke täuschen Grundsätzlich muss diesen Täuschungen durch die Erkenntniskraft beizukommen sein da sie als natürliche Phänomene Naturgesetzen unterliegen welche nicht täuschen wenn man sie richtig begriffen hat Auch die vom Menschen hergestellten Täuschungen verdanken ihren Effekt diesen Naturgesetzen Ist also die Konstruktionsweise der täuschenden Zeichen bekannt entgeht der erkennende Verstand der Täuschung 5 Schlussfolgerungen An diesem Problemfeld von Repräsentation Täuschung und richtigem Denken scheint mir das Theater der barocken Maschinenbühne anzusetzen Vor dem Hintergrund des naturwissenschaftlichen und erkenntnistheoretischen Wissen der Zeit lässt sich dieses Theater als ein Feld auffassen in dem Darstellungs und Wahrnehmungsweisen konstituiert werden die es ermöglichen sollen den Umgang mit schnell wechselnden Repräsentationen Bilder Allegorien Inschriften zu erlernen Das Theater der barocken Kulissen und Maschinenbühne würde im Sinne der Descartschen Erkenntnistheorie funktionieren Der methodisch richtige Umgang mit den Repräsentationen ermöglicht wahre Erkenntnis Demnach versetzt die barocke Kulissenbühne als Schauanlage wie von Pozzo beschrieben zusammen mit den Darstellungsmodi der theatralen Praxis den Zuschauer in die Position des Descartschen handelnden Erkenntnissinns Verstand er muss die Sinneseindrücke die das tote Auge liefert diszipliniert affektbeherrscht betrachten und kann daraus richtige Schlussfolgerungen auf die Ordnung hinter den Repräsentationen folgern Der unmögliche Zuschauer Pozzos wäre dann so etwas wie die Sollbruchstelle des Täuschungsapparats weil niemand den Platz einnehmen kann an dem die Täuschung perfekt ist Die Theatrum Mundi

    Original URL path: http://www.theatercombinat.com/projekte/raum/raummodul1.htm (2016-02-15)
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