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  • theatercombinat : firma raumforschung
    zum Kunstwerk Nachdem er massive Kritik am Illusionismus der Zentralperspektive übt schreibt er der Kunst folgende Zielgerichtetheit zu Das Ziel der Kunst ist es den sinnlichen Schein die naturalistische Kruste des Zufälligen zu überwinden und das Beständige und Unveränderliche das allgemein Wertvolle und Bedeutende in der Wirklichkeit sichtbar zu machen Anders ausgedrückt das Ziel des Künstlers ist die Umgestaltung der Wirklichkeit Die Wirklichkeit jedoch ist nur eine bestimmte Organisation des Raums und folglich ist es die Aufgabe der Kunst den Raum umzuorganisieren d h ihn auf eine neue Weise zu organisieren ihn auf ihre eigene Weise einzurichten Die Soziologin Martina Löw definiert Raum als soziales Phänomen das im Prinzip nur aus der gesellschaftlichen Entwicklung heraus verstanden und begriffen werden kann Dies bedeutet vor allem aber auch dass dem Raum als Produkt eines gesellschaftlichen Prozesses eine eminent performative Komponente eignet Laut Löw die in erster Linie an einer Soziologie des Raumes arbeitet konstituiert sich dieser als Synthese von sozialen Gütern anderen Menschen und Orten in Vorstellungen durch Wahrnehmung und Erinnerungen aber auch im Spacing durch Plazierung jener Güter und Menschen an Orten in Relation zu anderen Gütern und Menschen Mit Spacing und Synthese werden in diesem Zusammenhang zwei neue grundlegende Begriffswerkzeuge für Untersuchungen in Bezug auf die Entstehung und Wirkung räumlicher Strukturen eingeführt Grundsätzlich konstatiert Löw vor allem in den letzten 20 Jahren eine Entwicklung welche die gesellschaftlichen Wissens und Erfahrungsvorräte mit Raum in die Krise geführt hätten Zu den Gründen dieser Entwicklung zählt sie unter anderem die Einführung neuer Informations und Freizeittechnologien sowie die massenhafte Nutzung schneller Transporttechnologien Tatsächlich gehe ich davon aus dass diese Krise bereits im 19 Jahrhundert eingesetzt hat und letztlich zunehmend zum zentralen Thema der modernen Kunst wurde Erst durch einen ansteigend dominanten Prozess bei dem sich der Raum verbunden durch die zeitliche Komponente über die Perzeptionsmöglichkeiten gestülpt und die menschlichen Wahrnehmungsmöglichkeiten herausgefordert hat können wir wie Florenskij eine Krise des illusionistischen Bildes das auf der Basis der euklidischen Geometrie entwickelt werden konnte feststellen Dem stellt der russische Denker ein kritisches Raumbewusstsein entgegen welches dazu geeignet ist die Zentralperspektive und das ihr zugrunde liegende euklidische System endgültig zu überwinden In den Worten Florenskijs klingt noch eine revolutionäre Grundstimmung durch die seine Theorien gerade in Zusammenhang mit den sozialen und politischen Umwälzungen in Russland in Verbindung bringen und bis heute repräsentativ für die Konzepte der Avantgarden der Moderne sind Schon alleine in seiner autobiographischen Position verkörpert Florenskij jenen universalen interdisziplinären Denkansatz der den Grundsätzlichen Forderungen den die künstlerischen Avantgarden der Moderne erheben Folge leistet Dieser avantgardistische Selbstanspruch der Kunst Realität nicht nur zweidimensional repräsentativ sondern grundlegend und prozessual zu gestalten spiegelt sich in seiner biographischen Synthese als Denker Mystiker und Naturwissenschaftler wieder Mit welchem Grad an Bedeutung Florenskij mit seinem um 1920 entstandenen Text Raum und Zeit entscheidend zur Wirkungsgeschichte der modernen Avantgarden in der Kunst beigetragen hat wird erst jetzt zunehmend deutlich Dieser Umstand ist eine bereichernde Folge des sich auf den intellektuellen Austausch durchschlagenden Effekt der Aufhebung der ideologischen Trennung Zentraleuropas vom Osteuropäischen Kulturraum In seinen Aufsätzen hat sich Florenskij besonders gegen die seit der Renaissance in der westlichen Wahrnehmung und im Denken vorherrschende Zentralperspektive ausgesprochen Er argumentiert daß diese den Betrachter zum passiven Konsumenten eines äußeren repräsentativen Scheins in der Kunst reduziert und ihn auf eine eingeschränkte Perzeption die den tatsächlichen Wahrnehmungstalenten des Menschen nicht entspräche beschränkt Laut Florenskij werde dem gegenüber das Sehen durch die Aktivität des Betrachters den Bewegungen im Raum und durch die Synthese von räumlichen Eindrücken und den sich im Raum bewegenden Körpern im Raum geprägt Er wendet sich radikal gegen das cartesianisch kantisch euklidische Weltbild welches das Ich zum distanzierten beobachtenden prinzipiell passiven Subjekt erzogen hätte Seine Theorie bietet demgegenüber eine angemessene Möglichkeit die Bedeutung von empirischemErfahren von Wirklichkeit als für die Kunst der Moderne entscheidende Komponente zu beschreiben und er wendet sich entschieden gegen die westlichem Denken zugrundeliegende antinomische Sicht einer reinen Kunst die durch andere machtorientierte Systeme instrumentalisiert wird Nachdem ich mich vom Standpunkt der Kunsthistorikerin aus mit möglichen neuen Leitlinien beschäftige die dazu geeignet sind die performativen Entwicklungen in der Kunst der Moderne stärker gegenüber einer statischen Sicht auf das Primat des Kunstobjekts zu betonen bietet sich gerade in diesen Ideen Florenskijs für mich eine historische Grundlage an von der aus der Versuch einer Neubewertung von Kategorien unternommen werden kann Eine solche Interpretation würde sich weniger an äußeren Formen wie Material Werkzeug Stil und Zeitmoden orientieren als vielmehr an grundlegenden Strukturen die sich prozessual in Raum und Zeit entfalten Sie würde mehr als zuvor die Kunst als gleichberechtigten Faktor neben Wissenschaft Philosophie und Religion positionieren ihr eine aktiv gestaltende Funktion im Umgang mit Wirklichkeit zuweisen und damit dem zentralen Imperativ der Modern bzw der Avantgarden Rechnung tragen Man kann also feststellen dass eine Krise des Bildes kausal und zeitlich parallel mit einer krisenhaften Entwicklung des Raumgefühls verbunden ist Damit wird der Raum zum entscheidenden Thema der Moderne und die Auseinandersetzung mit ihm vor allem in der künstlerischen Avantgarde zur Obsession Spätestens seit Duchamp und Malewitsch setzt in der bildenden Kunst eine Entwicklung ein die über Zwischenstadien und Ausformungen in den Neoavantgarden der 1960er Jahre endgültig einen Hauptstrang der Kunst in den faktischen bzw konzeptuellen Raum entwickelt hat Bedenkt man den heutigen Stellenwert einer Kunstform wie beispielsweise der Rauminstallation ist zweifellos nachzuvollziehen warum Anthony Vidler in seinem Buch Warped Space den Raum als wichtigstes Paradigma der Moderne bezeichnet hat Doch die Rauminstallation ist bei weitem nur eine mögliche Variante in der Vielzahl von Positionen welche die Kunst unter dem Paradigma Raum entwickelt hat Noch wesentlicher als der Raum selbst ist das Momentum des Prozesses bzw überhaupt das Element der Performanz in der Kunst Denn wie bereits erwähnt von Löw definiert gilt die Regel dass sich Raum ja erst durch Spacing und Synthese also einem aktiven Prozess konstituiert Bei diesem Prozesshaften in der Kunst bei der Performanz die ja nur in der Synthese von Raum und Zeit entstehen kann hakt Lawrence Grossbergs Kritik an der heutigen Obsession mit dem Thema Raum ein die allzu schnell in eine zu isolierte Sicht im Sinne dessen was Löw den absoluten Raum nennt bzw in die relativistisch gedachten rhizomatischen Raumkonzepte von Deleuze Guattari umschlägt Dem setzt Grossberg das Argument entgegen dass Raum in geschichtsphilosophischen Entwürfen immer als ein von der Kategorie der Zeit abhängiges Element gesehen wurde und er besteht darauf dass eine aktive bewusst engagierte und damit auch politische Konzeption von Raum und Zeit notwendig ist Löw bietet in ihrer Raumsoziologie zwei Varianten von Raumvorstellung an Einmal eine so genannte Absolutistische das heißt eine Vorstellung vom Raum als Behälter von Dingen und Menschen Hier wird der Raum quasi statisch als eigene Realität und nicht als Folge menschlichen Handelns definiert Raum wird dabei als Synonym für Erdboden Territorium oder Ort verwendet Unter die Bezeichnung absolutistisch fallen deshalb auch Raumbegriffe welche die euklidische Geometrie als einziges Bezugsystem der Konstitution von Raum annehmen und gegen die Florenskij und die gesamte moderne Avantgarde bis heute revoltieren Dahingegen schlägt Löw aus der Position einer zeitgemäßen Soziologie als Abgrenzung dazu einen prozessualen Raumbegriff vor und verbindet diesen mit der Hoffnung daß nur wenn nicht länger zwei verschiedene Realitäten auf der einen Seite der Raum auf der anderen die sozialen Güter Menschen und ihr Handeln unterstellt werden sondern statt dessen Raum aus der Struktur der Menschen und sozialen Güter heraus abgeleitet wird die Veränderungen der Raumphänomene erfaßt werden können Diese Betonung der Konstituierung von Raum in Verbindung mit der Platzierung von Körpern und Objekten ein aktivistischer Prozess für den ich den Begriff Gestus vorschlage bildet ein Denkmodell das exakt auch auf die Entwicklungen im Bereich der künstlerischen Avantgarden von Duchamp bis heute anwendbar ist und gleichzeitig die Basis für jenen Prozess bildet den man als performative turn bezeichnen kann Performanz in der Kunst liegt also in der Wechselbeziehung zwischen Gestus und Objekt Körper und konstituiert dabei eine mehrdimensionale Matrix Meine These ist dass deren Strukturen und Kategorien geeignet sind einen methodologischen Ansatzpunkt zu bilden Wenn also die Kulturwissenschaften bzw die Kunstgeschichte über konkrete methodologische Möglichkeiten nachdenken mittels derer die Entwicklungen in der Kunst der Moderne und der Gegenwart beschreibbar gemacht werden können ist letztlich nur bei den Strukturen und Kategorien dieser räumlichen Matrix vor dem Hintergrund ihres sicherlich diskursiven Entstehens aus dem Prozess der Platzierung und Synthese anzusetzen Entscheidend folgt aus dieser Definition eines prozessualen bzw performativen Raumes dass dieser niemals vom menschlichen Körper abgekoppelt gedacht und gesehen werden kann Die Gesetze des Raumes bzw wie Dietmar Kamper formuliert die fundamentalen Gesetze der Raumorientierung sind zuallererst im Körper selbst angelegt Hier erhebt sich nun die Frage ob die ausgerufene Krise des Raumes nicht primär auf eine Krise des Körpers zurückgeführt werden muss In der Tat fordern die technischen und wissenschaftlichen Entwicklungen der Moderne zuallererst eine Anpassungsarbeit des Körpers in Form seiner Perzeptionsmechanismen Vor allem die spektakulären Entwicklungen im Bereich der Biotechnologie Medizin und Robotik provozieren eine vertiefte Adaptionsproblematik des menschlichen Selbstbewusstseins und seiner Identitätsuche in einem letztlich von ihm selbst aktivistisch gestalteten Umfeld Allerdings scheint mir Kampers Ausgangsthese einer existierenden Dynamik eines Umzug ins Offene einigermaßen idealistisch utopisch zu sein Immerhin zeichnet er für den Ablauf eines Menschenlebens folgenden Prozess einer linearen Entwicklungsbewegung von der Bauch Höhle über die Wiege das Zimmer das Haus den Hof den Marktplatz die Stadt das Land das Meer den Globus bis zum Weltraum und so weiter vor Diese Bewegung repräsentiere gleichzeitig auch eine generell vorherrschende Struktur vom Kleinen ins Große aus der Nähe in die Ferne vom Körperlich Materiellen zum Abstrakt Geistigen von der Tiefe des Raumes auf die Bildfläche vom Geborenwerden das abhängig ist zur Autonomie die alles selber machen will von der Determination zur autopoetischen Konstruktion von der rhythmischen Zeit zur absoluten Beschleunigung Liest man Kampers allzu abstrakte und geradezu hierarchisch wertende Auflistung von Entwicklungsschüben in Bezug auf Raum kommt man allerdings mit Maresch und Werber nicht umhin diese euphorische Sicht als ungeahnte höchst unerwartete ja erschreckende Renaissance des Raumes zu werten Angesichts eindrücklicher Phänomene wie die nach einem Terrorangriff einstürzenden Türme des World Trade Centers in New York äußern Maresch und Werber indirekt Kritik an der abstrakt idealistischen Abgehobenheit nachmoderner Theorien wie sie in den Begriffen Rhizom Netzwerk Globalisierung oder Atopia festgeschrieben sind Unter dem Eindruck des weltweit deterritorialen Terrorismus stellen sie fest dass Deleuze und Guattari bisher ziemlich vergeblich erklärt hätten daß ihre so beliebten Unterscheidungen zwischen Staatsapparat und nomadischen Organisationen Struktur und Rhizom oder Territorialisierung und Deterritorialisierung relativistisch weder Gutes noch Schlechtes sondern Besonderheiten seien Maresch und Werber führen die Tatsache dass von einer Krise des Raumes gesprochen wird und der Raum also als neues Problemfeld und Forschungsgebiet von Wissenschaft Philosophie und Kunst derzeit wieder entdeckt wird unter anderem auf einen gravierenden Wahrnehmungswandel und Bedeutungsumschwung zurück Als einen der Gründe dafür bezeichnen sie die Tatsache eines Zusammenbruchs der bipolar organisierten Weltordnung durch die Auflösung der Sowjetunion Diese Auflösung hat ein neues Bewusstsein für Orte und Plätze für die Weiten und Tiefen von Räumen sowie für die Geschichte und Besonderheiten schon vergessener Landschaften und Regionen geweckt Ein weiterer Grund für die Umwertung des Blickes seien die Sorgen und Ängste hervorgerufen durch die so genannte Bevölkerungsbombe mit ihren soziokulturellen Folgen wie Vertreibung Landflucht Migration und Exklusion Fremdenhass und Verinselung Konkurrenz und Differenzierungsdruck den globale Verflechtungen und Digitalisierung auf Kulturen Nationen und Gemeinschaften ausüben sei eine weitere Motivation die heute zu einem notwendigerweise gesteigerten Bewusstsein für Raumthemen geführt habe Als erschreckend kann die Dominanz des Räumlichen deshalb bezeichnet werden weil diese Entwicklung eine Bestätigung jener Prognosen sein könnte die der modernen Welt im Rahmen der Globalisierungsdynamik zunehmend Kriege zwischen und innerhalb der Kulturen voraussagen Vor allem seit dem 11 September 2001 ist immer mehr vom Clash of Civilizations die Rede Den relativistischen Euphorien der postmodernen Vernetzungs und Globalisierungsvertreter werden soziolkulturelle und politische Alltagsfakten wie das Festhalten an Nationalismen Essentialismen Traditionalismen und Mythenbildungen entgegengesetzt Maresch und Werber kritisieren das eher verschwommene Umgehen mit verschiedenen sich im Diskurs ausbildenden Benennungen von Raum Wann immer in zahlreichen Komposita vom sozialen Raum virtuellen Raum ästhetischen Raum oder politischen Raum vom Erlebnisraum Erfahrungsraum Verdichtungsraum oder Gestaltungsraum die Rede war bleiben Rückschlüsse auf den Gegenstand selbst selten so dass der Raum als theoretisch reflektierter Terminus jahrzehntelang ein kümmerliches Dasein fristete Wenn dies für den Diskurs sowohl im Bereich der Philosophie wie der Kulturwissenschaften auch stimmen mag so steht doch wie ich anhand des theoretischen Ansatzes von Florenskij und einer ihm nachfolgenden extensiven Genealogie des Themas Raum in der Kritik und einer in diesem Sinne umzuschreibenden Kunstgeschichte skizziert habe das Raumthema vor allem unter dem Aspekt seiner Performanz im Zentrum der Kunst der Moderne Auch wenn geschichtsphilosophische und kulturpolitische Perspektiven nicht unmittelbar mit künstlerischen Raumkonzeptionen gleichgesetzt werden können werden inzwischen doch in der avantgardistischen und zeitgenössischen Moderne nicht nur modellhaft Raumkategorien entwickelt erprobt und umstrukturiert und in der Folge wie in einer Laborsituation praktisch angewandt Denn die Kunst hat im Lauf ihrer avantgardistischen Verschränkung in direkte Gestaltungsmodelle durchaus den Anspruch erhoben mit den von ihr entwickelten perzeptiven Zugriffen auf Raum wirklichkeitsgestaltend bzw wirklichkeitsverändernd und damit nicht systemimmanent sondern agitativ analytisch zu wirken Darüber hinaus hat das System Kunst bereits früh und direkt die Offenheit entwickelt Raum nicht nur in einem buchstäblichen oder physischen Sinn zu verstehen sondern vor allem seine vieldimensionalen von Prozess Kommunikation Aktion und wie Löw es letztlich für die Soziologie definiert hat durch Platzierung und Spacing bestimmte Eigenschaften zu vermitteln und damit gestaltend zu arbeiten Im von der Moderne und den Neoavantgarden aufgemachten Raum verbinden sich Sprache Medium Gestus Körper Bewegung Visualität zu diskursiven Topographien die vor allem durch ihre aktivistische Charakteristik emanzipative Handlungsperspektiven setzen Wenn die Kulturwissenschaften heute grundsätzlich von einer Krise des Raumes sprechen so möchte ich für die Kunstwissenschaften hier insofern widersprechen als für die Kunst dieser offene Zustand weniger als Krise denn als eminente Chance gesehen werden kann Erst die Erschließung des Raumes die von der Avantgarde bis heute geforderte und erkämpfte Erweiterung der Gestaltungs und Diskursmöglichkeiten über die Repräsentanz das Symbol den Text die Fläche den Körper und damit das unmittelbare Subjekt hinaus haben der Kunst jenen umfassenden Stellenwert gegeben der ihr heute in der Gestaltung einer Lebensrealität zukommt und ihren diskursiven Regulativen wie den Kulturwissenschaften und vor allem der Kunstgeschichte grundlegende Herausforderungen und damit einen intensiven und produktiven Austausch bereitet Die Dynamik dieses Anspruchs welcher der Kunst eine erweiterte Rolle zuspricht sei sie nun modernistisch linear oder postmodern dezentralisiert gedacht bringt die Entwicklung der Kunst in der zweiten Hälfte des 20 Jahrhunderts in jedem Fall sowohl in den Kontext einer kontinuierlichen und intensiven Institutionskritik als auch in einen Prozess der notwendigen ununterbrochenen Selbstbestimmung und eigenbezogenen Strukturanalyse Über den Prozess des Nachdenkens und Manifestierens erweiterter Räume im Kunstwerk findet die Kunst selbst als Gestus ebenfalls zu einem für sich ideell definierten Freiraum und fordert eine Selbständigkeit ein die ihr bis dato nicht zugewiesen wurde Erst aus dieser Position der avantgardistischen Autonomie sieht sie sich in der Lage zunehmend konkrete Gestaltungsansprüche zu formulieren Es geht nicht mehr um eine absolute und schon gar nicht um eine repräsentative Kunst sondern in erster Linie um die Position einer Selbstbestimmtheit innerhalb derer sich die Kunst entfalten und in kommunikative Interaktion treten kann Demnach ist die performative Wende mit einer grundsätzlichen Politisierung der Kunst verbunden nicht im Sinne von Ideologien sondern als Prozess einer direkten Funktionszuweisung Der amerikanische Neoavantgardist Robert Smithson hat diesen paradigmatischen Schritt folgendermaßen formuliert Die Entwicklung der Kunst sollte nicht metaphysisch sondern dialektisch sein Die tatsächliche Radikalität seiner Position wird allerdings zur Gänze erst in der danach erhobenen Forderung sichtbar wenn er schreibt Die Dialektik die ich meine sucht eine Welt außerhalb des kulturellen Gefängnisses Ich habe auch kein Interesse an Kunst die einen Prozess innerhalb der metaphysischen Grenzen des neutralen Raums suggeriert In einer solchen behavioristischen Spielerei ist keine Freiheit Die von Smithson hier angesprochene Institutionskritik die sich natürlich nicht nur an die Museen gerichtet ist sondern die Rolle und Funktion der Kunst in der westlich aufgeklärten Gesellschaft generell in Frage stellt kann grundsätzlich als ein der Kunst der zweiten Hälfte des 20 Jahrhunderts eigener großer gemeinsamer Nenner bezeichnet werden Er fordert soziale und politische Interaktion eine Aufhebung des distanzierten Blicks zugunsten echter Erlebnisfähigkeit eine Politik der direkten dualistischen und erweiterten Wahrnehmung Smithson veröffentlichte seinen manifestiven Text anlässlich der Ablehnung seiner Teilnahme an der von Harald Szeemann 1972 kuratierten Documenta V Bei dieser Ausstellung wurden auf einem ersten Höhepunkt des Disputs um die Postmoderne und den von ihr postulierten Todes der Avantgarde die verschiedenen Positionen der Neoavantgarden komprimiert dargestellt Smithson nützte seine Einladung zu einem manifestiven Akt der Negation einer Geste die von Rauschenbergs White Paintings über Naumans A Cast of the Space under My Chair und Brus Zerreissprobe bis zum Haus für Schweine und Menschen das Carsten Höller und Rosemarie Trockels auf der Documenta X zeigten einen zentralen Nervenstrang der Neoavantgarden repräsentiert In diesem für die Kunst der zweiten Hälfte des 20 Jahrhunderts zentralen Text den Smithson mit Kulturelle Gefängnisse betitelte argumentiert der Künstler gegen die Apparate welche die Macht der Kunst limitieren Er reanimiert damit ein Thema das vor allem in den letzten drei Jahrzehnten die von einer erstaunlichen Konjunktur des Kunstsystems und damit auch des Museumswesens geprägt waren die Kunst in vielfältigen Ausformungen kennzeichnet Die Künstler werden in verlogene Katagorien gezwängt Manche Künstler glauben sie könnten diesen Apparat beherrschen während tatsächlich der Apparat sie beherrscht So unterstützen sie letztlich ein kulturelles Gefängnis über das andere bestimmen Nicht die Künstler selbst sind eingesperrt sondern ihre Arbeiten Museen haben Säle und Zellen nicht anders als Irrenhäuser und Gefängnisse nämlich neutrale Ausstellungsräume Die Entwicklungen der letzten zwei Jahrzehnte legen eine Sicht auf die Dinge ohnehin in dem Sinn nahe als die Kunst selbst sich längst dualistisch über dominante Strukturen ihrer Musealisierung hinweggesetzt hat und alternative Strukturen ausbildet Diese Dynamik setzt die Museen und Vermittlungsinstitutionen starken Veränderungszwängen aus Sie finden sich in einer Umdenk und Umgestaltungsphase mit dem Ziel sich den rapiden Bewegungs und Beschleunigungsparametern welche die Kunst heute bestimmen anzupassen Diese Entwicklung ist nicht zuletzt auch das Resultat einer paradigmatischen Verschiebung innerhalb derer die performativen Parameter der Kunstentwicklung des 20 Jahrhunderts wieder ins Zentrum gegenwärtig gültiger Kunstbegriffe rücken Davon ausgehend und im Sinne der Möglichkeit und Aktualität eines integrativen Geschichtsmodells

    Original URL path: http://www.theatercombinat.com/projekte/raum/raummodul11.htm (2016-02-15)
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  • theatercombinat : firma raumforschung
    Fremdheit zu konstruieren Wenn man schon nicht sagen konnte was diese Eigenheit sein sollte so galt das Fremde und Andere zumindest als Differenzierungspotential für das Eigene das sich von jenem unterschied Für den dritten Vortrag in der Reihe wallpaper wurde Christian Mayer eingeladen seine Arbeiten vorzustellen Zur Diskussion stand ein Projekt das den Spuren einer Brasilienexpedition im frühen 19 Jahrhundert folgte und der Frage nachging wie eine Dokumentation dieser Spuren unter postkolonialen Gesichtspunkten aussehen könnte Anstelle aktualisierte Bilder dieser Fremdheit zu liefern stellte Mayer ein Video vor das sich der klassischen Bildproduktion verweigerte um der Übersetzung und Übersetzungspolitik im Dokumentationsmaterial selbst Raum zu gewähren Anstelle eines Panoramas kultureller Differenzen wurde die imaginäre Dimension der Reise und damit der imaginäre Raum des Subjekts dokumentiert Die Tatsache dass dieser imaginäre Raum konstitutiv ist für die Lokalisierung eines Subjekts führte Christian Mayer dazu dieser Reise auch da nachzugehen wo von einer Reise im eigentlichen Sinne nicht gesprochen werden kann ausgehend von den Panoramen und Dioramen im frühen 19 Jahrhundert führte sein Exkurs in das Venedig in Wien einem Vergnügungspark im späten 19 Jahrhundert der den Besuchern erlaubte sich inmitten von Wien in Venedig zu fühlen Paradigmatisch konnte man damit schon vor der Erfindung

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  • theatercombinat : firma raumforschung
    Nutzung schneller Verkehrsmittel haben sich empirisch nachweisbar Raumbezüge verändert Ich möchte in meinem Vortrag zunächst noch einmal den Blick zurück und in andere Disziplinen richten und vergegenwärtigen wie sich das Bild vom Raum interdiszplinär in den letzten Jahrzehnten verändert hat Da diese Entwicklungen hin zu einem relationalen Raumverständnis in der Physik und Mathematik aber auch in der Kunst die Sozialwissenschaften so lange unbeeinflusst gelassen hat möchte ich im zweiten Schritt

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  • theatercombinat : firma raumforschung
    fdr eventuell düsseldorf oder genua wie fällt die auswahl auf welche orte war der vorschlag gerald und ich unterreden uns kurz er spricht über düsseldorf die aktion zur schubhaft sozusagen auf düsseldorfer lokale verhältnisse übertragen Lokale strategie also vernetzung mit möglicherweise sich solidarisierenden gruppen antifa autonome infoladen im vorfeld und an vorhandene kontakte anknüpfen es gibt ein frauengefängnis mitten im ort und niemand weiß scheinbar davon obwohl sie knapp daneben leben wie sich beim lokalaugenschein herausstellt die geplante performance im am um den bus unser Mobil das wir als Bühne verwenden wollten wird kurzerhand in den theaterraum verlegt foyer da er auf der Reise kaputt geht Motorschaden füge dann als meines erachtens gutes beispiel die aktion von lambach an biometrische vermessungen im rahmen des fdr 2003 die kunst der feindschaft auch weil grad der strafprozess eröffnet wurde im kopf ist die aktion aktuell da gutes beispiel für unsere arbeitsweise grenzgang kunst politik oder auch legalität illegalität und für die diskussion zum thema öffentlicher raum da auch der vorwurf kam wir wären da zu weit gegangen wir hätten als schulfremde nichts dort zu suchen gehabt anmerkung überschneidungen zwischen theater performance und gerichtsverhandlung rechtsprechung tu mir schwer bin unvorbereitet das thema öffentlicher raum uff es sagt sich so leicht aber wie ist das mit dieser trennung die man frau so leicht sprachlich vollziehen kann seit der debatte in den 60er oder 70ern das private ist politisch hat sich ja einiges verändert der öffentliche raum ist segmentiert zerissen aufgelöst a noll öffentlichkeit und charakter füg ich jetzt hinzu entsteht ein öffentlicher raum nur im kopf also virtuell der erdenraum zu begrenzt im kopf unendlich viel raum in den köpfen dann kommen verschiedene zusammen und es braucht zeit um sich einigermassen klar zu werden von welchem öffentlichen raum der die einzelne spricht oder auf welche definition von öffentlichem raum man frau sich einigen will oder nicht temporär c bosse zitiert m certeau differenz taktik strategie die strategie als die um eine dimension den zeit faktor erweiterte taktik die kunst des handelns in meiner freien rede fällt mir auf dass das ekh ernst kirchweger haus für mich beides ist ein öffentlicher raum und ein privater und dass das eben über die jahre hinweg so entstanden ist der schnitt geht durch den körper die Zeit eine zuhörerin bringt die zeit ins spiel in die diskussion von verantwortung ist die rede im zusammenhang mit dem zeitfaktor ich kontere es könnte ja auch schon die störung eine kurzfristige aktion als verantwortung gesehen werden die etwas anstösst wenn es wichtig ist etwas anzustossen h arendt fällt mir dazu natürlich ein die folgen einer tat sind nie abzuschätzen eine andere zuhörerin bringt das alter ins spiel also den ausschluss alter menschen aus der gesellschaft dem öffentlichen raum weil es nicht mehr möglich ist mitzu halten ausschlussmechanismen der vorherrschenden gegebenheiten es fällt auf dass viel kriegerisches vokabular verwendet wird und vieles was auf die beeinflussung die durchdringung unserer sprache durch die sprache des marktes ökonomie kapitalismus hinweist mir fällt m buber

    Original URL path: http://www.theatercombinat.com/projekte/raum/raummodul14.htm (2016-02-15)
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  • theatercombinat : firma raumforschung
    eines neuen sozialen subjekts des precariats doku der anderen 3 termine ppb I 13 09 04 zu 2000 in österreich ppb II am 12 10 04 zur situationistischen internationale ppb III am 8 11 04 zur pariser coummune Die seit 2004 transnational vorbereiteten und in Barcelona Milano und anderen Städten stattfindenden Euro Maydays markieren als neue Form kollektiven politischen Handelns am 1 Mai eine Neuaneignung des Tags der Arbeit die sich um die zunehmende Prekarisierung von Arbeitsverhältnissen und Lebensformen organisiert Nicht die Figur des Lohnarbeiters oder der Lohnarbeiterin steht im Zentrum dieser Praxis sondern die heterogenen Erscheinungsformen einer wachsenden sozialen Unsicherheit die von prekarisierten Wissens Kommunikations und KulturarbeiterInnen bis zu neuen Ausbeutungsverhältnissen in den klassischen Produktionssektoren von unterschiedlichen Formen sozialer Deklassierung bis zur weit gehenden Entrechtung insbesondere migrantischer Gruppen reicht Prekarität stellt in dieser Perspektive nicht mehr wie der am Leitbild des regulären Lohnarbeitsverhältnisses negativ orientierte Begriff der atypischen Beschäftigungsformen nahe legt eine Abweichung von der Normalität dar sondern ein Übergreifen seit langem bestehender Formen der Prekarisierung etwa in den verschiedenen Bereichen feminisierter oder ethnisierter Arbeit von den Rändern der Gesellschaft auf ihr Zentrum sowie eine permanente Produktion neuer Randlagen Dieser Wandel impliziert auch einen Wandel sozialer Organisierungsformen die ihren

    Original URL path: http://www.theatercombinat.com/projekte/raum/raummodul15.htm (2016-02-15)
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  • theatercombinat : firma raumforschung
    schatten befreite raumfolgen ersetzt worden es geht um medientransversale rahmenhandlungen das wohnen der schrecken und die bilder und deren doppelte innovation in der moderne prof irene nierhaus anschließend party party party ab ca 23 00h firma raumforschung alias theatercombinat verabschiedet sich in diesem jahr mit einem installativen überblick der materialmodule der letzten 4 monate und mit den djs izc flamingo club sezuan com funke pocket beats und den vjs daniel aschwanden firma raumforschungsdokuspecial sowie club ware boris kopeinig und christina goestl open end firma raumforschung ist ein rechercheprojekt des theatercombinat und eröffnete am 6 september den montags clubRAUM2 das atelier der firma raumforschung wurde zum sammelort schauplatz kommunikationsort für strategien der produktion des raums im clubRAUM der jeden montag bis ende dieses jahres für diskursive veranstaltungen und bar geöffnet war wurden installative veränderungen vorgenommen recherchen produziert rechercheergebnisse dokumentiert und publiziert firma raumforschung konfrontierte die aus den unterschiedlichen bereichen kommenden methoden praktiken und begriffe zum mit raum und seiner produktion die serie setzte sich aus unterschiedlichen modulen zusammen die zu den parallel stattfindenden prozessen bei der raumproduktion zusammengefügt werden können eine dokumentation der erarbeiteten raummodule 1 15 ist auf unserer website unter www theatercombinat com raum htm zu finden sowie als

    Original URL path: http://www.theatercombinat.com/projekte/raum/raummodul16.htm (2016-02-15)
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  • theatercombinat : mauser
    claudia bosse performance ivan bezmarevi gojko burzanovi ivona čovi dejan ivani markus keim žaklina oštir nikola periši andreas pronegg želimir šošo christine standfest doris uhlich nada vukčevi ana vujošeci uroš zdjelar costumes ivanka prelevi training doris uhlich director s assistant želko soši production assistant edin jašarevi videodocumentation damir murseljevi fotos hamburg dirk plamböck translation jelena stanovnik adaption christine standfest ana vujošeci and ensemble guests nikolaus müller schöll theatre scientist frankfurt philipp gehmacher chroreographer vienna stage rights henschel schauspiel theaterverlag berlin coproduktion national theatre montenegro kampnagel hamburg theatercombinat supported by kulturstiftung des bundes g die erste bank a kulturkontakt austria and wien kultur in the two bigger halls of kampnagel a spatial system embracing three related rooms was installed after having worked together in montenegro dealing with the different methods of the actors of theatercombinat and the national theatre of montenegro as one collective chorus this chorus has been divided for the hamburg version into two separate choruses according to the two different languages and related to two different spaces in a connecting third room parallel to the choregraphies of the performers documentary material from podgorica was shown in both versions the spectators were invited to move freely through the space to take up their own positions and choose different visual and acoustic perspectives the encountering of different cultural and theatrical positions and of spectators and actors understood as process in a space without the hierarchy of the division of stage and audience mutually questioned the site specific contexts of theatre work and the possibilities of their transfer the montenegrian german coproduction was the closure of a coproduction series with eastern european theatres initiated by kampnagel and stretching in four parts over a 2 years period of time and of theatercombinat s practical research of ways of contemporary political theatre die

    Original URL path: http://www.theatercombinat.com/projekte/mauser/engl_index.htm (2016-02-15)
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  • theatercombinat: 2481 desaster zone presse
    zum Raum zu den eigenen Gefühlen Ebenso gelungen wie schlicht setzt Claudia Bosse so Heiner Müllers Anweisung um das Publikum solle die Möglichkeit erhalten das Spiel am Text zu kontrollieren Und während einige Zuschauer sich an das Textheft klammern werden sie ungewollt zu Akteuren seiner theatralen Umsetzung Malerisch wie ein junger Mann an der Wand lehnt mutig wie eine Frau im Stöckelschritt die Arena durchmisst Hin und hergerissen zwischen Teilnahme und Distanzierung und damit empathisch verbunden mit dem namenlosen Helden aus Mauser Einerseits steht er zur Arbeiterrevolution Andererseits will er nicht mehr töten Mit der Konsequenz dass er nach der Revolutionslogik selbst zum Feind wird und damit zu töten ist Die SchauspielerInnen strömen als entindividualisierte Masse über das Feld heben ihre Stimmen zu einem Chor serbisch englisch deutscher Mauser Lithurgie verwandeln die Halle in einen sakralen Raum Es ist kein Heldenlied auf die Revolution das sie da singen Sie skandieren flüstern brüllen und zitieren Müllers Text als brutale weil direkte Konfrontation mit dem Töten und dem Sterben Von trägen Beamten lustlos gefoltert erfuhr ich nichts über das Leben nach dem Tod raunt eine Männerstimme Dann wieder Schweigen wie so oft in diesen zwei Stunden Kein Angebot wie umzugehen mit dieser Wortwaffe Natürlich könnten sich jetzt die Zuschauer zusammentun und über Bilder in ihren Köpfen ins Gespräch kommen gerade jetzt wo alle die Folterungen im Irak mit sich herumtragen Doch die Zuschauer schweigen mit passen sich so einerseits den unausgesprochenen Regeln der Theaterlogik an vollziehen andererseits den Mauser immanenten Konflikt zwischen schweigender Anpassung und dem Bedürfnis von der Regel abzuweichen nach Dieses Schweigen ist Voraussetzung für die vielstimmige Deutung des Texts entspricht Heiner Müllers Theaterverständnis Ebenso der Rhythmus aus Worten dem Rennen des Sprungs gegen die Wand samt Klatschen auf den harten Steinboden Der dem Stück vorangestellte Vortrag des Bochumer Theaterwissenschaftlers Nikolaus Müller Schöll über das Schweigen und den Rhythmus in Heiner Müllers Texten verhalf zu einer verfeinerten Rezeption dieser dichten Inszenierung Weitere Vorstellungen 4 5 6 20 Uhr Kampnagel Vortrag jeweils um 19 30 Uhr http www taz de id archivseite dig 2004 06 04 a0277 die tageszeitung kieler nachrichten kieler nachrichten 05 06 2004 EINÜBUNG IN DAS STERBEN Von Klaus Witzeling mauser beendet die Kampnagel Reihe an die nachgeborenen Theater ist eine Beziehung zwischen Körpern und nicht zwischen Köpfen Die Regisseurin claudia bosse nahm bei ihrem mauser projekt mit dem theatercombinat wien und dem nationaltheater montenegro den autor heiner müller beim wort sie inszenierte heiner müllers 1970 entstandenen text der sich kritisch mit brechts lehrstück theorie und dem töten im namen der revolutionsideologie beschäftigt als text partitur in einer eindrucksvollen raum choreographie nach den aufführungen in einem schwimmbad von podgorica hatte die koproduktion in der kampnagel fabrik hamburg und beschließt die programm reihe an die nachgeborenen in der osteuropäische und deutsche künstler gemeinsam nach zeitgemäßen formen des politischen theaters suchten schon zu beginn verkehren sich gewohnte theatergesetze die spieler erwarten ihr publikum auf der zuschauertribüne die zuschauer sehen sich unversehens und verloren auf der bühne der riesigen halle 6

    Original URL path: http://www.theatercombinat.com/projekte/mauser/mauser_presse.htm (2016-02-15)
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