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  • theatercombinat : SCHLAFgegen düsseldorf
    ist die brisanteste Stelle des platonischen Textes die durch die vielen Manöver des Sokrates danach zwar in Vergessenheit geraten aber nicht geklärt werden kann Die Unterscheidungen zwischen Verstehen und Nichtverstehen sowie zwischen fremd und bekannt und die von ihnen supplementär abhängige wiewohl scheinbar vorgängige Unterscheidung zwischen Gerechtigkeit und Ungerechtigkeit gerecht ist was seinen ihm bestimmten also bekannten also verständlichen Platz einnimmt und sich nicht in die Belange anderer ebenfalls bekannten Plätze einmischt können ausschließlich in sich selbst in ihrer eigenen Operativität verankert werden und haben somit keinerlei externen weder kosmischen noch ideellen Halt In dieser Zuspitzung der Stadt auf das Problem ihrer Bewachung inklusive ihrer Befähigung zu kriegerischen Erwerbszügen gipfelt die soziologische Bestimmung der Stadt als polis Das Problem der Bewachung ist jedoch gleichzeitig das Problem des kognitiven emotiven und ästhetischen Wiedererkennens der Stadt Denn bewachen kann ich nur wenn ich weiß wie ich das zu Bewachende von dem Angreifenden unterscheiden kann Deswegen ist die Stadt auf uns kaum noch nachvollziehbare Weise tief in unserem Gemütshaushalt verankert Und deswegen stellen wir immer wieder neu die Fragen nach dem was uns durch Erkenntnis zugänglich durch Emotionen vertraut und als ästhetisch stimmig erscheint Da die empirische Ordnung die normative unterläuft haben wir keinerlei Grund die Dinge und ihre Ordnung irgendwann für gesichert zu halten aber allen Grund uns wachsam zu verhalten selbst wenn und gerade weil wir häufig nicht wissen welche Dinge Gesten Geräusche und Anblicke uns warum in den Alarmzustand versetzen Die Stadt ist nicht nur der ein für alle Mal der gefährlichen Wildnis abgerungen und durch Mauern gegen sie geschützte Ort Sondern sie ist eine neue Wildnis die aus der Stadt selbst ihre Motive gewinnt und gegen die die Stadt sich nur durch interne und haarscharfe Differenzierung schützen kann Jeder von uns ist nicht nur kontemplativer Betrachter dessen was wir eine Stadt nennen sondern auch ein ganz und gar unwillkürlicher Agent dieser Differenzierungen und dies auch und gerade dann wenn diese Differenzierungen auf die Probe gestellt werden Die Erfindung des Bürgers Die Stadt ist der soziale Ort an dem die Unterscheidung zwischen vertraut und unvertraut die für alle Lebenswelt elementar ist in den Raum der mithilfe dieser Unterscheidung sortiert wird wiedereingeführt wird Das heißt die Stadt ist der Ort an dem Übergänge zwischen den Zuständen des Vertrautseins und des Unvertrautseins entwickelt und erprobt werden Die Stadt ist der Ort an dem man sich nicht kennt und dennoch Interaktion und Kommunikation miteinander aufnehmen kann Schon deswegen so Max Weber mußte der Bürger als Einzelner als Person aufgefaßt und entwickelt werden weil man nur so eine Chance hatte ihn kennenzulernen obwohl man nichts über Herkunft und Hintergrund wußte Die Ideen der Person Persönlichkeit und Biographie schaffen Anhaltspunkte der Adressierung von Interaktion und Kommunikation wo man es bislang das heißt außerhalb der Stadt niemals riskiert hätte sich auf einen unbekannten Anderen einzulassen ohne vorher zu prüfen welchem Stamm welchem Clan oder welcher Sippe er oder sie angehört Das ist eine der Voraussetzungen für das was man die Emanzipation des Individuums nennt von dem jetzt jedoch auch ganz neuartige Fähigkeiten erwartet werden Man wird nicht mehr als Mitglied einer Sippe angesprochen man kann jedoch auch nicht mehr als Mitglied einer Sippe reagieren so sehr die verschiedensten kulturellen Milieus hierfür eine allerdings nicht mehr strikt an die Herkunft gebundene Entlastung bieten Was zuvor die Sippe leistete müssen nun Verstand und Vernunft übernehmen auf die die Bürger stolz zu werden beginnen ohne zu wissen welchen sozialen Vorlagen und Ansprüchen sie diese Errungenschaften verdanken Niemand hat dies genauer beschrieben als Georg Simmel der der Stadt die Entstehung jenes menschlichen Intellekts zuschreibt der es lernt sowohl mit Wahrnehmungsreizen als auch mit sozialen Gelegenheiten selektiv das heißt ablehnend also in den Worten Simmels blasiert und reserviert umzugehen und der sich nur so Techniken aneignen kann sich mit dem Unvertrauten vertraut zu machen ohne sich ihm gleich auszuliefern und das Vertraute als unvertraut zu behandeln um so neue bislang noch nicht für möglich gehaltene gleichwohl jedoch städtisch erforderliche Verhaltensmöglichkeiten zu erwerben Oszillation im Raum Platons Text verankert diese Wiedereinführung der Unterscheidung von vertraut und unvertraut in den durch die Unterscheidung erschlossenen Raum indem er zwei Geschichten erzählt die weder das Unvertraute noch das Vertraute auf sich beruhen lassen Diese Geschichten haben mit der Stadt scheinbar nichts aber mit dem Leben in der Stadt alles zu tun Die erste Geschichte erzählt von Leontios dem Sohn des Aglaion der außerhalb der Mauern der Stadt spazierengeht und dabei Leichen entdeckt die der Scharfrichter noch nicht begraben hat Politeia 439e 440a Zwischen Lust und Abscheu schwankend gibt er der Begierde seiner Augen schließlich nach und gönnt ihnen den Anblick Auf diese Art und Weise wird er mit dem Unvertrauten vertraut stellt jedoch der Vertrautheit des Anblicks für seine Augen die Unvertrautheit seines Gemüts mit demselben Anblick zur Seite ja bringt vielleicht sogar durch dieses Spiel zwischen Lust und Abscheu letztere gegen erstere allererst in Form Hier hebt jene Ausdifferenzierung des Intellekts gegenüber der Wahrnehmung an von der Simmel spricht und die die Kognitionsforschung heute wieder brennend interessieren müßte Die zweite Geschichte ist das Höhlengleichnis 514 517 mit dessen Hilfe die Philosophie festhält welch Mißtrauen sowohl gegenüber den Wahrnehmungen als auch gegenüber den Schlußfolgerungen des Intellekts angebracht ist das jedoch erst dann seine Pointe erhält wenn nicht unterschlagen wird dass die Philosophen die das Licht also nichts gesehen haben genötigt werden zum Regieren wieder in die Höhle hinabzusteigen und sich dort an den Interpretationen der anderen wiewohl nicht ohne Erinnerung an das Geschaute zu beteiligen 520c Seither muß jedes Vertraute als unvertraut jede Realität als Imagination jede Wirklichkeit als Maschinerie gelten ohne dass daraus die Schlußfolgerung abgeleitet werden kann es gäbe eine erkennbare wirkliche Wirklichkeit denn wenn man sich dieser nähert sieht man nichts Diese beiden Geschichten begründen das kognitive und emotive Mißtrauen auf dessen Grund das Vertraute und das Unvertraute zum Oszillieren gebracht werden können Insofern sie und andere Geschichten erzählt und wieder erzählt werden begründen sie zugleich jedoch auch das kognitive und emotionale Vertrauen dass diese selbsttragende Konstruktion auf die sich die Interaktion

    Original URL path: http://www.theatercombinat.com/projekte/schlaf/baecker_stadt_platon.htm (2016-02-15)
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  • theatercombinat : SIEBEN
    the readers is prepared none can know beforehand what part he will read by chronological reading chance will decide the meeting of text and biography of the readers it is not a spectacle the situation depends on the ones who read and the ones who don t claudia bosse markus keim andreas pronegg christine standfest josef szeiler guest samuel zach and many others places schwarzenberg in front of the church aigen at the rectory haslach in front of the villa moser vorderweißenbach königseder beside the busstop reichenthal at the marketplace freistadt in front of the böhmertor st michael ob rauchenödt at the church 23 of june 12 00 h beginning of the readings in schwarzenberg till the ending at 30 of june 12 00 h in st michael parallel 164 hours reading in 7 bus coproduction theatercombinat and festival der regionen SCHEDULE SEVEN BUS 1 schwarzenberg in front of the church 22min 17 km 2 aigen marketplace 20min 12km 3 haslach in front of villa moser 27min 17km 4 königseder in front of old drapery 25min 20km 5 reichenthal in front of the church marketplace 23min 17 5km 6 freistadt in front of böhmertor 11min 8km 7 st michael in

    Original URL path: http://www.theatercombinat.com/projekte/sieben/index_en.htm (2016-02-15)
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  • theatercombinat : SIEBEN
    eine bislang nicht bearbeitete region zu sein also fuhren wir ins mühlviertel eine dörfliche struktur meist um die kirchen herum gebaut schnell war klar etwas für diese landschaft zu entwickeln was mit der gleichzeitigkeit von geschehen an mehreren orten arbeitet sich in die landschaft einprägt historische landschaft freier handel tuchherstellung hasenjagd katholizismus an manchen orten ein pranger geschichten der dorfbewohner über dessen benutzung bibel altes testament altes testament sex and crime eine historische sicht auf das judentum christentum lesen lassen von der bevölkerung als konfrontation mit geschichte und sprache diesen text in die münder legen an öffentlichen plätzen zu hören dorfbewohner lesen für dorfbewohner an 7 orten im mühlviertel 7 tage und nächte so entstand der gedanke für das projekt SIEBEN nach auswahl der sieben orte und der sieben lesestellen als kaleidoskop unterschiedlicher blickwinkel dieser region war die nächste hürde die soziale recherche wie sind die hierachien in den orten organisiert wen muss man überzeugen um das vorhaben möglich zu machen konflikte zwischen bürgermeistern und pfarrern es gibt bürgermeisterorte und pfarrerorte und bürgermeisterpfarrerorte aber nichts dazwischen die ersten reaktionen waren freundlich amüsiert unglaube so etwas realisieren zu wollen bis zu manifester ablehnung einiger hochwürden die uns als nicht befugt sahen diesen text unkommentiert lesen zu lassen die bevölkerung könne einen falschen eindruck von der bibel gewinnen eine erschwernis zudem die übersetzung der jüdischen philosophen martin buber und franz rosenzweig alle tolerierten schliesslich das vorhaben jedoch mit unterschiedlich starker unterstützung wir trafen menschen aus goldhaubengruppen lesezirkeln der feuerwehr dem schützenverein schuldirektoren restaurantbesitzer behinderteneinrichtungen bibelrunden bauern musikvereinen etc was war und was bleibt schließlich lasen in den sieben tagen und nächten 487 akteurInnen aller altersgruppen aus vereinen oder nicht aus vereinen christen heiden und atheisten männer frauen kinder diesen text an sieben goldenen tischen mit sieben goldenen stühlen ins mühlviertel hinaus lesende

    Original URL path: http://www.theatercombinat.com/projekte/sieben/7_projektgeschichte.htm (2016-02-15)
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  • theatercombinat : SIEBEN
    daniela brunner daniela gahleitner julia schütz nicole brandl jasmin jell renate märzinger elisabeth zierlinger martina höller verena waholblinger petra eckerstorfer georg arnoldner herta stögmüller auguste geit josef schaubschläger familie eckl konstantin eckl rupert höletzeder ulli klimitsch scheinecker brigitte tursch samuel zach elisabeth schürz vroni lanzerstofer gerhardt lanzerstofer mittermayer huabauer gutenberger klaus schmid maria grünbacher josef stockinger elke kastner helmut hannes schläger erni mathie franz lindorfer gilbert mathie iwa florian gitti gunzl dominik revertera alois reiter alois germberger robert bräuer hermann bayer johann gahleitner elisabeth huala maria stelzer gundi eckerstorfer christa brandl irmtrud lugmayr rita stegmüller mit unterstützung von elektriker schmid pfarrer franz lindorfer tourismusbüro marianne kneidinger glaser bayer sparkasse haslach gemeinde haslach 4 vorderweißenbach erich kaar gerhard eckerstorfer samuel meusch frau meusch frau meusch waltraud feilmayr christine standfest rainer zendron christa schneelaub christa stimmhofer wilhelm mascher inge mascher markus keim karoline gaßner karl preunung josef szeiler hilde preunung gabriela haudum günther anzinger waltraud fröhlich alois guglberger andreas pronegg erika zerniko franz reingruber johann hartl aloisia koller edeltraut schaubschläger sylvia pfleger elisabeth schimpl margarete hartl samuel zach ida wolfesberger stefanie dobsberger friedl mitterhofer raimund grabner stefanie grabner claudia bosse josef enzenhofer leopoldine enzenhofer mit unterstützung von gemeindeamt vorderweißenbach herr fröhlich herr dollhäupl pater petrus mittermüller fremdenverkehrsverein vorderweißenbach bernhard haudum kirchenwirt vorderweißenbach pension zauner hinterweißenbach leopoldine wipplinger kurt hohner 5 reichenthal anton renauer roswitha roland maria schöftner ilona preinfalk karin heitzinger johanna gallistl karin ortner nadine pachinger barbara kolberger josef szeiler stefanie pree leopoldine barth sylvia breuer sylvia ratzenböck marco ratzenböck margarete weichselbaum samuel zach eva maria roland martina baumgartner doris tröbinger roland denkmeier margit pammer christine standfest walter ebenhofer martin weidinger andi manzenreiter jürgen reitmayer sabine falkner sabrina rechberger claudia bosse tanja pötscher nicole schauer claudia starzer kathrin kampelmüller daniela tauber kathrin ortner keim markus barbara hainzl manfred hainzl georg horner

    Original URL path: http://www.theatercombinat.com/projekte/sieben/7_lesende.htm (2016-02-15)
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  • theatercombinat : massakermykene
    a certain rhythm a resisting potential for actors and spectators they organise like the space gestures moves constellations concept directed by claudia bosse josef szeiler perfomers collaboration markus keim andreas pronegg christine standfest doreen uhlig kristina zoufaly guest maya boesch photography christian koblizek hélène göhring clothing edwina hörl trainer wang dongfeng bert gstettner loulou omer sonja schmidlehner temporary bernadette konzett susanne meier christian ofenbauer arno rabl tina seezen text advice georg danek this work was supported by wien kultur and bka kunst schlachthof st marx 1110 vienna 2 years rehearsal 15 presentations supported by wien kultur and bka kunst photo helene göhring vienna slaughterhouse st marx 22 000 m built around 1880 the heterogeneous area assembles different time zones the huge halls the concrete yards city highway in the middle of these conflicting spaces within the noise of the city it is impossible to create spaces of illusion reality as disturbing fact is always there no decoration no intervention in the structure of the rooms no separate space for the audience for reproduction no space of action which would not be accessible photo clemens scharre concept the basic body in space is the chorus the individual has every freedom related to the rules of the chorus the theatrical happening is not shaped by identification of actor and character not by roles and parts but by mutual dis and replacing of all actors with all the texts precising the difference of texts and situations each player should see the whole not only his her separated part but all parts in their conflicting differences the spectator is co producer of the space body the space is collective space for experience for actors spectators in a theatre as process the spectator is never consumer but active potential the situation is never merely what

    Original URL path: http://www.theatercombinat.com/projekte/massaker/index_en.htm (2016-02-15)
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  • theatercombinat : massakermykene
    auf Ort Architektur Akustik bezogene Arbeitsfassung MassakerMykene I Textmaterial Oresteia von Aischylos I Agamemnon II Choreophoren III Eumeniden in der Übersetzung von Oskar Werner und in Auszügen aus dem altgriechischen Orginaltext unter Beratung von Prof Georg Danek Fatzer Fragment von Bertolt Brecht 3 und 4 Arbeitsphase in der chronologischen Ordnung der kommentierten Ausgabe von Dr Günther Gläser mit selbstrecherchierten Angleichungen an die Manuskripte im Brecht Archiv Berlin II Ort Schlachthof St Marx Das uneinheitliche Gelände konfrontiert in seiner Anlage verschiedene Zeitzonen Die Schlachthallen die betonierten Vorplätze die Stadtautobahn Im Konflikt dieser Pole beim Geräusch der Stadt wird es unmöglich Illusionsräume aufzubauen Die Realität ist als störendes Moment immer vorhanden Die karge Weiträumigkeit der Anlage steht im Widerspruch zur Enge und Kleinteiligkeit der Stadt Ein verlassener Ort III Text Eine Tragödie in drei Teilen aus dem 5 Jh v Chr geschrieben für den Wettbewerb Ein Fragment aus dem 20 Jh geschrieben zur Selbstverständigung Brecht Der Mythos in seiner authentischen Form gibt Antworten ohne jemals genau die Fragen zu formulieren Die Tragödie wenn sie mythische Formen verwendet benutzt diese um durch sie Probleme zu zeigen die keine Lösung haben JeanPierre Vernant Der Text ist präideologisch die Sprache formuliert nicht Denkresultate sondern skandiert den Denkprozess Er hat die Authentizität des ersten Blicks auf ein Unbekanntes den Schrecken der ersten Erscheinung des Neuen Der Schreibgestus ist der des Forschers nicht der des Gelehrten der Forschungsergebnisse interpretiert oder des Lehrers der sie weitergibt Heiner Müller zu Fatzer Die Antwortlosigkeit der Tragödie des Fragments keine Sinnstiftung von Recht Politik Philosophie Eine Untersuchung von Bedingungen Zentrum und Perspektive der verwendeten Text Modelle ist der Chor VI Arbeitsansatz Ein Ritual ist eine Abfolge von Handlungen die im Namen eines einzelnen oder einer Gemeinschaft ausgeführt werden und die dazu dienen Raum und Zeit zu regeln sowie den Menschen nach Kategorien und den sie verbindenden Beziehungen ihren Platz zuzuweisen Louise Briut Zaidman Pauline Schmitt Pantel Die Arbeit zielt auf die Erprobung von Theater als rituellem Erfahrungsraum für soziale Praxis Kommunikationsstrukturen werden erarbeitet die die Formen der Selbstverständigung von Theater Raum Spiel Regie und Betrachter in Frage stellen Im Probenprozeß wird ein Gestenpotential entwickelt das den Schauspielern erlaubt sich körperlich zu den Texten in Beziehung zu setzen Die Entwicklung neuer Strukturen in einem offenen Arbeitsprozeß erfordert eine heute unübliche Zeitspanne Wer den Chor auf die Bühne bringe müsse seine Entstehung darstellen Karl Mickel zitiert Brecht nach Dessau Die Struktur der Texte setzt gesellschaftliche Modelle mit denen man sich sprachlich und formal konfrontieren muß Beim Lärm der Autobahn Der Text gibt einen bestimmten Rhythmus vor als Reibungspotential für Spieler Zuschauer Er organisiert ebenso wie der Raum die Gesten Ausdrucksmittel möglichen Konstellationen Nähe und Distanzverhältnisse finden im Alltag keine offene je zu erprobende räumliche Form Alles geschieht in kleinen Räumen Es gibt keine Sichtweiten man ist sich immer irgendwie nah In weiten gestalteten Räumen können soziale Verhältnisse räumlich austariert und sichtbar werden Die Arbeit untersucht Konstitution und Veränderung der räumlichen Strukturierung von Erfahrung Die architektonische Anordnung von St Marx sprengt die Gesetze von

    Original URL path: http://www.theatercombinat.com/projekte/massaker/MMM1.htm (2016-02-15)
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  • theatercombinat : massakermykene
    orestie aischylos fatzer fragment bertolt brecht 2 jahre proben 15 veröffentlichungen zwischen 36 minuten und 36 stunden dauer im schlachthof st marx wien a fotos massakermykene von helene göhring www

    Original URL path: http://www.theatercombinat.com/projekte/massaker/mm_fotos.htm (2016-02-15)
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  • theatercombinat : massakermykene
    und Scheitern des Egoisten Fatzer drohte ihn zu überwuchern Irgendwann sperrte der Dichter das ganze chaotische Blätterkonvolut in den Giftschrank nicht ohne vorher stolz anzumerken er habe in dem Zettelwirrwarr dichtungsmäßig den ihm möglichen technisch höchsten Standard erreicht Die Gruppe theatercombinat schlägt sich nun in einer St Marxer Tierschlachtungskathedrale in einer kargen Landschaft mit Betonabflußbecken und Viehpflöcken ihrerseits mit dem Fatzer herum Fatzer der Deserteur aus dem Ersten Weltkrieg der mit seinen Kameraden eine anarchistische Zelle bildet um an ihr und in ihr zugrunde zu gehen ist nicht zu fassen jedenfalls mit keinem geläufigen Theaterkunstmittel Claudia Bosse und Josef Szeiler haben einen wahnwitzigen Gruppenarbeitsprozess in Gang gesetzt auf ungeheiztem Betonboden sich wälzend die fröstelnden Leiber krümmend die Fatzer Verse im leeren Raum skandierend Brechts fruchtbaren Gedanken aufnehmend dass nur in einem Zukunftstheater von noch nicht gekanntem Ausmaßen sich die sozialen Fantasien am wirksamsten entfalte Dem Wiener Kulturamt war dieses Anliegen im vergangenen Jahr gerade eine knappe Million Schilling wert Die Zeit bis zum großen Crash wenn Brechts Fatzer mit Aischylos Orestie im Oktober ganztägig funkenschlagend zusammenprallen soll vertreibt sich der extremistische Verband mit Zwischenveröffentlichungen Mit seiner neuesten flieht das theatercombinat sogar das geschützte St Marxer Areal Ein rund einstündiges nacktes

    Original URL path: http://www.theatercombinat.com/projekte/massaker/mm_presse_pohl_1.htm (2016-02-15)
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